+
Ayurveda-Behandlungen werden von den Krankenkassen nicht bezahlt

Was die Schulmedizin lernen kann

Ayurveda - Heilen mit Kopf & Herz

München - Ayurveda ist bei uns eher von Wellness-Anwendungen bekannt. Dabei handelt es sich um die älteste Heilkunst der Welt, die sich vor über 3000 Jahren in Sri Lanka entwickelt hat.

Zwar heilen auch ayur­vedische Ärzte mit Mischungen aus Kräutern, Ernährungsvorschriften und Reinigungskuren. Hauptsächlich sind sie jedoch bemüht, dass ihre Patienten ein langes und erfülltes Leben leben, indem sie ihnen helfen Geist und Körper in Einklang zu bringen. Das klingt für westliche Ohren gewöhnungsbedürftig. Doch auch bei uns glauben immer mehr Menschen, dass sie nur gesund sein und werden können, wenn auch ihr Geist gesund ist. Die tz sprach mit dem Allgemeinmediziner und ayurvedischen Arzt Dr. Erwin ­Lüddecke über die Heilkraft von Mantren.

S. Stockmann

Was fasziniert Sie als westlicher Arzt an Ayurveda?

Dr. Erwin Lüddecke: Ich habe gelernt, dass wir modernen Mediziner sehr wenig über die wahren Ursachen von Krankheiten wissen. Seien es Infektionen, Stoffwechselkrankheiten, Krebs, Rheuma oder Bluthochdruck – die wirklichen Ursachen sind unklar. Man sollte sich nicht damit begnügen, etwas zu behandeln, von dem man nicht wirklich weiß, woher es kommt. Das Ayurveda erkennt die Ursachen auf einer viel tieferen Ebene. So kann ich heilen und nicht nur behandeln.

Viele Erreger von Krankheiten sind durchaus bekannt, bei Grippe sind es Viren, Streptokokken verursachen Halsweh.

Lüddecke: Das ist die sichtbare Ursache, erklärt aber nicht, warum von 100 Leuten fünf die Grippe bekommen und 95 nicht. Selbst die pathogensten Erreger, die wir kennen, Pest, Cholera und Thypus führen nicht bei jedem, der infiziert ist, zu der Krankheit. Das heißt, es kann nicht der einzige Grund sein, warum man krank wird. Jeden Tag entstehen in unserem Körper Krebszellen, die normalerweise vom Immunsystem zerstört werden. Manchmal, aber nur manchmal, wächst daraus ein Tumor. Warum bleiben manche Menschen gesund und andere werden krank? Lüddecke: Es sind vier große Faktoren, die uns beeinflussen: die Umwelt – dazu gehören auch die Menschen, mit denen wir zusammenleben; die Ernährung und unsere Gedanken. Was der Mensch denkt, beeinflusst ihn mehr als ein Virus. Viren und Bakterien sind abhängig von dem Milieu, auf das sie treffen. Wir sind uns über die Macht unserer Worte und Gedanken viel zu wenig bewusst. Der vierte Faktor sind karmische Einflüsse, die für Schulmediziner nicht relevant und nicht greifbar sind. Jeder Mensch bringt etwas mit ins Leben, man kann es seine Konstitution nennen.

Wie hat sich Ihre Art zu behandeln verändert?

Lüddecke: Ich sehe und nutze das Zusammenspiel, die Balance von Körper, Geist und Leben deutlicher. Mein Lehrer Dr. Jayanath Abeywickrama sagt: Meditation statt Medikation. Ayurveda als Medizin heißt: Der Patient nutzt die eigenen geistigen Kräfte, um Gesundheit, Glück und Erfolg in sein Leben zu ziehen. Zu Beginn steht ein ausführliches Gespräch. Zwei Diagnosen haben fast alle Patienten gemeinsam: Energielosigkeit und quasi eine Aufmerksamkeitsstörung. Die Menschen wissen nicht mehr, was ihnen guttut. Jede Amöbe schwimmt zu dem Ort, an dem sie sich am wohlsten fühlt. Aber Menschen umgeben sich mit den falschen Menschen, arbeiten im falschen Job, essen, trinken und denken das Falsche. Das kostet sie viel Energie, und sie sind nicht mehr so widerstandsfähig gegen Keime und Erreger. Viele haben verlernt, sich einen Ausgleich zu schaffen. Ich als Arzt gebe einen Energievorschub. Das geht auf verschiedenen Wegen: über Vitamine, Akkupunktur, Kräuter oder über die Ernährung, oder auch über Mantren. Wenn der Patient wieder Energie aufgebaut hat, zeige ich ihm, wie er diese Energie nutzen kann, um auch dauerhaft gesund zu bleiben.

Bei welchen Krankheiten ist Ayurveda hilfreich?

Lüddecke: Prinzipiell bei allen, aber besonders bei den Krankheiten, die wir westlichen Ärzte als nicht therapierbar, austherapiert oder chronisch bezeichnen. Ich als Arzt habe ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Auch bei mir bekommt ein Typ1-Diabetiker sein Insulin. Aber ich kann versuchen, die Hintergründe, warum gerade dieser Mensch die Krankheit bekommen hat, zu erforschen. Und der Patient kann lernen, anders mit seiner Krankheit umzugehen. Patienten mit chronischen Schmerzen können über Meditationen lernen, die körpereigenen Endorphine zu aktivieren. Da kann man unheimlich viel erreichen. Auch bei Krebserkrankungen, bei Multipler Sklerose, bei Parkinson – da wo wir schulmedizinisch nicht wirklich heilen können, habe ich viele Verläufe gesehen, wo es Menschen zum Erstaunen der mitbehandelnden Schulmediziner wieder viel besser ging. Aber das ist etwas, das nur auf dem geistigen Weg geht.

Gibt es Patienten, denen es komisch vorkommt, wenn Sie anfangen Mantren zu tönen?

Lüddecke: Die eigentliche Behandlung ist für manche wirklich recht ungewohnt – zwar verwende ich auch Kräuter und Ernährungsvorschriften. Man kann auch Ölmassagen anwenden. Aber der wesentliche Baustein der Behandlung ist die energetische Behandlung. Und das läuft so, dass der Patient mit geschlossenen Augen entweder liegt oder sitzt und man ihn in einen meditativen entspannten Zustand führt. Ich bin nicht derjenige, der heilt, sondern ich bereite die Heilung vor. Von außen sieht man zwei Menschen. Der eine sitzt versunken mit geschlossenen Augen, der andere tönt Mantren oder macht gewisse Handbewegungen, um bei dem Patienten die Heilungsprozesse in Gang zu setzen. Diese Art von Energie ist für jeden spürbar. Es ist sehr schwer zu beschreiben, aber es hat absolut nichts mit Esoterik zu tun, sondern mit Spiritualität, und der Mensch kann gar nicht anders, er ist ein spirituelles Wesen.

Ist es ungewohnt, weil es unserer Kultur so fremd ist?

Lüddecke: An der Uni habe ich Menschen seziert, aber die Seele bzw. den Geist habe ich nie gefunden. Und das ist doch, was uns ausmacht. Wir haben unseren materiellen Körper, wir haben unsere Funktionen und wir haben unsere Energie. Mit dieser Energie kann ich die Funktion und die Materie beeinflussen. Als Arzt versuche ich, den Menschen zu zeigen, dass sie über diese Kräfte verfügen und sie nutzen können. Ein Yogi kann seinen Blutdruck senken, er kann seinen Herzschlag steuern. Das ist wissenschaftlich nachweisbar. Das, was wir als Schulmediziner als vegetatives nicht beeinflussbares Nervensystem kennen, kann ein Yogi mit seiner Willenskraft beeinflussen. Das ist reines Training, das kann jeder lernen, wie in unserem MindPowerTraining. Ich würde sagen, es ist uns nur deshalb fremd, weil wir verlernt haben, die Verbindung zur energetischen oder geistigen Welt aufrechtzuhalten. Den meisten ist es sehr schnell vertraut, sie erinnern sich!

Dr. Jayanath Abeywickrama (42) ist Ayurveda-Arzt in der 31. Generation. Eine Tradition, die nie unterbrochen wurde. Ab seinem zwölften Lebensjahr ließ er sich in Kräuterkunde und Ayurveda unterrichten. Seinen Doktortitel erlangte er an der Universtität von Colombo, wo er Leiter der Rankema-Klinik ist. Der Arzt praktiziert das ursprüngliche Ayurveda, das in Sri Lanka ent­wickelt wurde.

Heilsame Tage für guten Zweck

Für Interessierte: Vom 14. bis 18. August finden im Wolf-Ferrari-Haus, Rathausplatz 2, 85521 Ottobrunn, Heilsame Tage mit Dr. Abeywickrama und Dr. Lüddecke statt. Alle Vorträge, Meditationen und Mantrenkonzerte sind kostenlos. Spenden für Projekte wie dem Hele-Bima- Reisprojekt (Foto) auf Sri Lanka sind erwünscht. Infos unter: www.helebima.info oder unter 0 86 36/20 23 18.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ab wann Grübeln besorgniserregend ist
Kreisende Gedanken kennt jeder. Doch den einen oder anderen lassen sie nicht los und schränken den Alltag ein. Doch es gibt Methoden, die das Problem schnell lösen.
Ab wann Grübeln besorgniserregend ist
Junge Frau halbiert fast Hälfte ihres Gewichts - ganz ohne Diät
Eine junge Frau wiegt 120 Kilo – und hat genug davon. Sie halbiert schließlich fast ihr Gewicht – mit diesem simplen wie genialen Trick.
Junge Frau halbiert fast Hälfte ihres Gewichts - ganz ohne Diät
Unglaublich: Diese Extrem-Diät soll endlich Diabetes Typ 2 heilen
Die Volkskrankheit Diabetes gilt als unheilbar. Doch eine Studie hat jetzt ergeben, dass eine spezielle Ernährungsweise sehr wohl dagegen helfen kann.
Unglaublich: Diese Extrem-Diät soll endlich Diabetes Typ 2 heilen
Hilfe bei Gelenkbeschwerden: Behandlungsformen im Überblick
Ob Osteopathie, Manuelle Therapie oder die klassische Krankengymnastik - für Patienten mit Gelenk- oder Muskelschmerzen gibt es diverse Behandlungsmethoden. Doch nicht …
Hilfe bei Gelenkbeschwerden: Behandlungsformen im Überblick

Kommentare