BKK-Studie

Bayern sind seltener krank

Die Beschäftigten in Bayern sind seltener krankgeschrieben als ihre Kollegen in anderen Bundesländern. Das zeigt der Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen. Allerdings gibt es auch innerhalb des Freistaats deutliche Unterschiede.

Den niedrigsten Krankenstand im Freistaat gibt es im Kreis Starnberg. Gerade mal 12,3 Tage waren Beschäftigte dort im Schnitt 2012 krankgemeldet. In Coburg sind es dagegen 18,6 Tage – und damit knapp zwei Tage mehr als der Bundesdurchschnitt von 16,9 Tagen (siehe Tabelle unten). Für die Untersuchung wurden die Daten von insgesamt rund 2,4 Millionen Menschen in Bayern ausgewertet, die bei einer Betriebskrankenkasse (BKK) versichert sind.

Rückenleiden auf Platz 1

Volkskrankheit Nummer eins sind in Bayern wie im Bund Rückenleiden. Muskel- und Skeletterkrankungen führen die Krankheitsstatistik mit durchschnittlich vier Fehltagen je Pflichtmitglied in Bayern an. Krankheiten des Atmungssystems, Verletzungen und Vergiftungen sowie psychische Erkrankungen verursachen im Schnitt jeweils zwei Tage. Bayern schneidet damit deutlich besser ab als die meisten Bundesländer.

Gerade in Ostdeutschland gibt es mehr Fehltage. In Thüringen führen Muskel- und Skeletterkrankungen im Schnitt zu 5,4 Fehltagen, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 5,3 Tage und in Brandenburg 5,1 Tage. Die höheren Fehlzeiten im Osten durch Rückenleiden sind vor allem auf ungünstige demografische Strukturen wie hohes Durchschnittsalter und ein höherer Männeranteil zurückzuführen.

Viele Fehltage beim Postdienst

Doch es gibt nicht nur deutliche regionale Unterschiede bei den Krankheitstagen. Auch die Belastung im Beruf bestimmt über die Fehlzeiten. Die meisten Krankheitstage durch Muskel- und Skelettkrankheiten gibt es bei Beschäftigten im Postdienst. Sie kommen im Schnitt auf 7,7 Tage je Versicherten. Stark belastet sind auch die Mitarbeiter der Abfallbeseitigung (6,5 Tage). Bauarbeiter kommen dagegen im Schnitt nur auf 5,0 Tage.

Erwartungsgemäß treten Muskel- und Skeletterkrankungen bei klassischen Bürotätigkeiten wie im Kredit- und Versicherungsgewerbe mit durchschnittlich 1,8 Tagen eher selten auf. Nur die IT-Beschäftigten schneiden mit 1,3 Tagen im Schnitt noch besser ab.

Die Untersuchung zeigt auch: Ältere Beschäftigte fallen häufiger wegen Rückenschmerzen aus als Jüngere. So kommt die Gruppe der 60- bis 64-Jährigen auf 9,7 Fehltage. Auffallend ist auch, dass Ältere zwar seltener wegen einer Erkältung krankgeschrieben sind, dafür aber pro Fall durchschnittlich länger am Arbeitsplatz fehlen.

Grippewelle Anfang des Jahres

Der BKK-Gesundheitsreport gibt auch einen ersten Ausblick auf 2013. Danach lagen die durchschnittlichen Krankenstandswerte in den ersten neun Monaten mit 4,2 Prozent quasi auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Im ersten Quartal fielen die Fehlzeiten allerdings deutlich höher aus als im Vorjahresquartal. Verantwortlich dafür war eine starke Grippewelle in den ersten drei Monaten. Die Krankenstände in den Sommermonaten lagen dagegen bereits wieder unter dem Vorjahresniveau.

Rubriklistenbild: © dpa

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