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Wer einen Termin beim Facharzt hat, sollte wissen, was bisher schon untersucht wurde. So vermeidet man doppelte Kosten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Bloß nichts vergessen

Befunde, Impfpass und Co: Den Arztbesuch richtig vorbereiten

Beim Verdacht auf einen Herzinfarkt muss man sofort ins Krankenhaus - klar. Bei Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind, sollte man sich aber etwas Zeit nehmen und den Arztbesuch vorbereiten. Damit tut man nicht nur sich selbst einen Gefallen.

Berlin (dpa/tmn) - Erst überlegt man, ob man mit seinen Beschwerden überhaupt zum Arzt geht. Dann wartet man eine gefühlte Ewigkeit auf den Termin - und vergisst im Behandlungszimmer doch die Hälfte zu fragen.

Oder der Arzt kann keine Diagnose stellen, weil wichtige Informationen fehlen. Damit das nicht passiert, sollten Patienten sich auf einen Arzttermin vorbereiten - Notfälle wie der Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sind davon natürlich ausgenommen. Gute Vorbereitung erleichtert dem Arzt die Diagnose, spart Zeit und hilft, wirklich alle Fragen zu klären.

Welche Themen müssen bei akuten Beschwerden geklärt werden?

"Das Arztgespräch sollte dem Patienten auf jeden Fall Aufschluss geben über die Diagnose, die Therapie und die voraussichtliche weitere gesundheitliche Entwicklung", erklärt Regina Behrendt, Referentin Gesundheitsmarkt bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Außerdem muss der Patient wissen, wie er sich verhalten soll."

Welche Unterlagen sollte man zum Arztbesuch mitbringen?

Wenn man das erste Mal in eine Praxis geht, hat man am besten vorhergehende Befunde anderer Ärzte wie Röntgenbilder, Laborergebnisse oder den Entlassungsbrief vom Krankenhaus dabei, wie Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), rät. Außerdem sollte man seinen Impfpass und gegebenenfalls Allergieausweis, Mutterpass oder Implantatpass mitbringen.

Der Arzt muss wissen, welche Medikamente man einnimmt - diese kann man entweder selbst auflisten oder einen Medikationsplan vorlegen. "Patienten, die mindestens drei Medikamente einnehmen, haben ein Anrecht darauf", sagt Schenkel. In dem Plan werden elektronisch alle eingenommenen Medikamente aufgelistet, der Patient bekommt einen Ausdruck, und Ärzte und Apotheker können die Medikamente über einen Barcode wieder auslesen. Ausgestellt wird der Plan vom Hausarzt.

Was tun, damit man nicht die Hälfte vergisst?

Es kann hilfreich sein, sich vorher Notizen zu machen. Am besten schreibt man sich die eigene Krankengeschichte in Stichpunkten auf, empfiehlt Schenkel. Dann listet man die drängendsten Fragen auf. Wer ganz sicher gehen will, dass er nichts vergisst, kann auch eine Vertrauensperson mit zum Termin bringen. "Vier Ohren hören einfach mehr als zwei", sagt Sabine Schwarz, die beim Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin im Bereich Patienteninformation tätig ist. Wenn trotzdem noch Informationen fehlen, kann man auch um einen zweiten Termin bitten.

Wie kann man sich verhalten, wenn der Arzt wenig Zeit hat?

Grundsätzlich ist jeder mal im Stress - so darf es auch einem Arzt gehen. Wer pünktlich und gut vorbereitet zum Termin geht, trägt auch seinen Teil zum reibungslosen Ablauf in der Praxis bei. Als Patient sollte man dem Arzt deutlich machen, dass einem bestimmte Themen wichtig sind und man diese gern erklärt haben möchte. Im Zweifel kann man auch einen neuen Termin ausmachen und um mehr Zeit bitten. "Wenn ein Patient dauerhaft das Gefühl hat, seine Fragen werden nicht beantwortet, sollte man überlegen, ob das der richtige Arzt ist", sagt Schenkel. "Patienten haben ein Recht auf eine ausführliche mündliche Aufklärung, bevor sie in eine Behandlung einwilligen", betont auch Behrendt.

IGel-Checkliste des ÄZQ

Homepage der UPD

Checkliste für den Arztbesuch der Weißen Liste

Infos der Verbraucherzentrale in NRW zum Medikationsplan

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