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Wer an Eisenmangel leidet, sollte nicht sofort zu Tabletten greifen. Besser ist es, die Ernährung umzustellen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Rat des Hausarztes

Bei Eisenmangel nicht gleich zu Tabletten greifen

Selbst bei kleinen Beschwerden greifen viele Verbraucher gleich zu Medikamenten. Bei Eisenmangel ist das jedoch nicht hilfreich. Hier gibt es bessere Maßnahmen.

Bremen (dpa/tmn) - Müdigkeit, Blässe, Abgeschlagenheit - diese Symptome können auf einen Eisenmangel hindeuten. Hat jemand den Verdacht, betroffen zu sein, sollte er zunächst zum Hausarzt gehen.

"In vielen Fällen können wir die Patienten beruhigen, denn diese Symptome sind sehr unspezifisch", sagt Hans Michael Mühlenfeld vom Hausärzteverband. Liegt ein Eisenmangel vor, empfiehlt der Bremer Mediziner, eisenreicher zu essen. Fleisch und dunkle Traubensäfte enthalten viel Eisen.

"Erst wenn wir den Mangel damit nicht in den Griff bekommen, verschreibe ich Tabletten." Der Grund: Bei vielen Patienten verursachen die Medikamente Magenbeschwerden. Wird ein Eisenmangel festgestellt, sucht der Arzt zudem nach der Ursache. Bei Frauen zum Beispiel stecke häufig eine sehr starke Regelblutung dahinter, sagt Mühlenfeld.

Nur sehr selten deute der Mangel auf eine falsche Ernährung hin. "Mit einer normalen Mischkost nimmt jeder Erwachsene ausreichend Eisen zu sich." Wichtig sei, sich nicht einseitig zu ernähren. Vegetarier und Veganer etwa müssen darauf achten, das Eisen, das sie nicht aus Fleisch zu sich nehmen, anderweitig zu ersetzen.

Ob ein Eisenmangel vorliegt, erkennt Mühlenfeld mit Hilfe eines Blutbildes am Hämoglobin-Wert. Für die Bildung dieses Sauerstoff bindenden Eiweißkomplexes ist Eisen notwendig. "Wer genügend Hämoglobin bildet, ist mit ausreichend Eisen versorgt."

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