+
Bei einer Schwangerschaftsdiabetes muss nicht zwangsläufig immer Insulin gespritzt werden. Fredrik von Erichsen Foto: Fredrik von Erichsen

Insulinspritzen, ja oder nein?

Bei Schwangerschaftsdiabetes erstmal den Alltag anpassen

Seit 2012 können Schwangere beim Frauenarzt auf Kosten ihrer Krankenkasse einen Zuckertest machen, um herauszufinden, ob sie einen Schwangerschaftsdiabetes haben. Viele befürchten, nach einer solchen Diagnose Insulin spritzen zu müssen - meist ist das aber nicht nötig.

Berlin (dpa/tmn) - Wird bei einer schwangeren Frau ein sogenannter Schwangerschaftsdiabetes entdeckt, ist die Verunsicherung erstmal groß: Muss jetzt die Insulinspritze her, wie bei einem anderen Diabetes?

Zunächst genügt es, das eigene Alltagsleben etwas anzupassen - darin sind sich Diabetologen und Gynäkologen einig. Süßes und zuckerhaltige Getränke sind nach der Diagnose tabu, und statt Weißbrot kommt fortan besser Vollkornbrot auf den Tisch. Außerdem sollten betroffene Schwangere sich täglich möglichst viel bewegen. Überprüfen sie dann noch regelmäßig ihre Blutzuckerwerte und sind diese in Ordnung, muss kein Insulin gespritzt werden, erklärt Prof. Birgit Seelbach-Göbel, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Nur wenn die Zuckerwerte trotz der Maßnahmen zum Beispiel nach dem Essen ungewöhnlich lange hoch bleiben, müsste man über eine Gabe von zusätzlichem Insulin nachdenken, erklärt der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen.

Denn zu viel Zucker kann dem ungeborenen Kind schaden - es wird schon im Mutterleib überernährt. Beeinträchtigt werden kann unter anderem die Entwicklung des Herzens und der Lunge des Kindes. Um das zu verhindern, gehört seit dem Jahr 2012 ein Zuckertest zur regulären Schwangerschaftsvorsorge. "Bei dem Test trinkt die Schwangere eine standardisierte Menge an Traubenzuckerlösung", erklärt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Nach einer Stunde wird dann geprüft, ob der Blutzucker zu stark ansteigt oder zu lange erhöht bleibt.

Früher wurde solch ein Test nur bei Frauen vorgenommen, die starke Symptome eines Schwangerschaftsdiabetes hatten - zum Beispiel viel Durst, häufige Toilettengänge oder ein ungewöhnlich großes Baby. Zum Beispiel im Jahr 2002 wurde bei 1,47 Prozent der Schwangeren ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt. Aufgrund des flächendeckenden Screenings sind es mittlerweile 4 Prozent der schwangeren Frauen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ihre Hände kribbeln und schlafen ständig ein? Dann schnell ab zum Arzt
Die Hände kribbeln, es zieht unangenehm, die Hände sind "eingeschlafen". Nachts kann das den wohlverdienten Schlaf rauben. Wann Sie sofort zum Arzt gehen sollten.
Ihre Hände kribbeln und schlafen ständig ein? Dann schnell ab zum Arzt
Schilddrüsenunterfunktion: So erkennen und behandeln Sie eine Hypothyreose
Frieren, Gewichtszunahme oder Erschöpfung: Es gibt viele Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Worauf Sie noch achten sollten, erklärt hier ein Experte.
Schilddrüsenunterfunktion: So erkennen und behandeln Sie eine Hypothyreose
Essen wichtigster Faktor für Gesundheit
Ob in den Supermärkten von Berlin, Peking oder New York: Weltweit bringt die Lebensmittelindustrie immer mehr angeblich oder tatsächlich gesunde Lebensmittel auf den …
Essen wichtigster Faktor für Gesundheit
So bleiben die Venen fit
Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht erhöhen das Risiko für Gefäßerkrankungen. Wer seine Gefäße gesund erhalten möchte, kann in der Freizeit und im Beruf verschiedene …
So bleiben die Venen fit

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.