+
Wer im Organspendeausweis seine Bereitschaft zur Organspende dokumentiert hat, kann seine Entscheidung jederzeit ändern. Foto: Franziska Gabbert

Bereitschaft zur Organspende kann widerrufen werden

Spenderorgane können Leben retten. Aber möchte man selbst im Fall des Falles ein Organspender sein? Keine leichte Entscheidung. Vielleicht hilft es zu wissen: Für immer festlegen muss man sich nicht.

Köln (dpa/tmn) - Möchte man seine Organe im Todesfall spenden oder nicht? Das ist keine leichte Entscheidung. Aber auch keine auf Lebenszeit. Wer die eigene Einstellung ändert, muss nur die alte Erklärung oder den Organspendeausweis vernichten und seine geänderte Einstellung auf einem neuen Ausweis festhalten.

Es gibt in Deutschland kein Register, wo die Entscheidungen der Bürger festgehalten und gesammelt werden. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hin.

Seine Bereitschaft zur Organentnahme im Testament festzuhalten oder der Organspende im Testament zu widersprechen, ist keine gute Idee: Denn dieses wird erst eröffnet, wenn es für eine Organentnahme zu spät ist. Grundsätzlich sind die Voraussetzungen zur Organspende, dass eine Zustimmung des Spenders vorliegt und dass sein Hirntod diagnostiziert ist. Liegt keine Zustimmung oder kein Widerspruch vor, müssen die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entscheiden. Deshalb macht es Sinn, mit seiner Familie über das Thema zu sprechen. Auch wenn man seine Bereitschaft zur Organspende erklärt, sollten die Angehörigen darüber informiert werden.

Organspendeausweise gibt es kostenlos in vielen Arztpraxen und Apotheken sowie über die Krankenkasse. Über die kostenlose Rufnummer 0800/904 04 00 kann man den Ausweis ebenfalls anfordern. Das Infotelefon Organspende ist eine gemeinsame Einrichtung der BZgA und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Außerdem kann man den Ausweis online bestellen oder am Rechner ausfüllen und ausdrucken. Den Ausweis bewahrt man am besten im Portemonnaie gemeinsam mit dem Personalausweis auf - dort wird er im Notfall am ehesten gefunden.

Ausgeschlossen ist die Organspende bei akuter Krebserkrankung oder einem positiven HIV-Befund. Bei anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte, ob die Organe für eine Spende infrage kommen.

BZgA über zehn häufig gestellte Fragen (pdf)

DSO Infotelefon Organspende

Bestellung des Organspende-Ausweises

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sekundenentspannung hält die Konzentration aufrecht
Pausen sind wichtig, wenn man viel Denkarbeit am Stück vollbringen muss. Wer für längere Unterbrechungen keine Zeit hat, kann es mit Sekundenentspannung probieren. Doch …
Sekundenentspannung hält die Konzentration aufrecht
Mehr Bewegung in den Alltag bringen
Mit dem Auto zur Arbeit fahren, acht Stunden am Schreibtisch sitzen und den Feierabend gemütlich bei einem Glas Wein auf dem Sofa ausklingen lassen - bei so einem …
Mehr Bewegung in den Alltag bringen
Perfektionismus - Wann aus einer Tugend eine Störung wird
Alles immer gut und richtig machen zu wollen, scheint erstmal eine gute Eigenschaft zu sein. Vor allem Arbeitgeber schätzen Perfektionisten. Die stehen sich aber …
Perfektionismus - Wann aus einer Tugend eine Störung wird
Zeig mir deinen Hals - und ich sage dir, ob ein Herzinfarkt droht
Wussten Sie, dass Ihr Halsumfang mehr über sie aussagt, als sie denken? Wie Forscher nun herausfanden, kann er sogar das eigene Herzinfarktrisiko vorhersagen.
Zeig mir deinen Hals - und ich sage dir, ob ein Herzinfarkt droht

Kommentare