Intensive Beratung: Prof. Dr. Reinhard Kiefer.

Schlaganfall-Patienten sollten nicht resignieren

Schlaganfall: Besserung nach vielen Jahren möglich

Wie hoch ist das Risiko, einen Schlaganfall zu vermeiden? Welche Medikamente soll ich einnehmen? Die Experten unserer Gesundheitssprechstunde beantworten Ihre Fragen.

Die Experten Prof. Dr. Günther Schwendemann, Dr. Martin Bästlein und Prof. Dr. Reinhard Kiefer geben Antworten.

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Frau B. (66) aus Barrien war 2003 im Krankenhaus Bremen-Ost auf der „Stroke Unit“. Sie hatte durch den Schlaganfall plötzlich keinen Geschmack mehr und typische Ausfallserscheinungen, so dass die Diagnose Schlaganfall eindeutig ist. Sie sagte, dass sie bei dem Schlaganfall ihre Motivation, ihren Antrieb verloren habe. Außerdem habe sie nun keinen Geschmack mehr bzw. einen veränderten Geschmack – die Nahrungsmittel schmecken bitter. Sie nimmt Medikamente: seither Macomar nach dem so genannten Quickwert, sie nimmt Blutdrucktabletten, die den Blutdruck senken und zur Antriebsteigerung Imipramil, dadurch ist wohl auch ihre Antriebsminderung besser geworden.Prof. Dr. Schwendemann: Ich habe ihr gesagt, dass Antriebsminderung nach einem Schlaganfall relativ häufig ist. Dass nun die Nahrungsmittel bitter schmecken, lässt aber eher daran denken, dass eines der Medikamente verantwortlich ist. Nun kann man etwa das Macomar nicht weglassen, dafür aber das Imipramil. Hierüber müsste sie aber erstmal mit ihrem Hausarzt sprechen.

Frau W. (76) aus Syke rief für ihren 80-jährigen Ehemann an, der vor achteinhalb Jahren einen Schlaganfall hatte. Seither nimmt er Medikamente, die gegen Spastik wirken, die die Blutfette senken, also Lipidsenker: ein Medikament Ginkium, das nicht sehr wirkungsvoll ist, das die Patienten aber häufig bekommen, und Macomar nach dem Quickwert.

Er hat noch eine motorische Störung für den rechten Arm und die rechte Hand, und das Bein ist wohl auch noch betroffen. Außerdem ist die Sprache durch den Schlaganfall mit betroffen. Er ist aber in einem Aphasiezentrum in Vechta, so dass die Sprache innerhalb der ersten Jahre deutlich besser geworden ist. Der Ehemann ist auch bei einem Neurologen in neurologischer Behandlung und bekommt einmal pro Woche Krankengymnastik.

Dr. Martin Bästlein informiert unsere Leser.

Prof. Dr. Schwendemann: Ich konnte ihr versichern, dass in der Tat auch nach achteinhalb Jahren immer noch leichte, wenn auch nicht dramatische oder eindruckvoller Verbesserungen bekannt sind. Ihr Ehemann sollte unbedingt weiter dabei bleiben, natürlich auch die Medikamente regelmäßig einnehmen. Sie sollte ihm vermitteln, dass es keinen Sinn macht, die Flinte ins Korn zu werfen.

Frau L. (49) aus Rotenburg fragte nach der Fahrtauglichkeit ihres 79-jährigen Vaters. Er habe vor einem Jahr einen Schlaganfall erlitten, sie wolle wissen, ob er wieder sein Kfz führen könne.

Dr. Bästlein: Die Fahrtauglichkeit nach Schlaganfällen kann in Folge von Sehstörungen, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen oder auch motorischen Einschränkungen reduziert bzw. nicht gegeben sein. Diese Einschätzung ist nach einer neurologischen Untersuchung zu treffen und bedarf weiterer Informationen. Daher habe ich Frau L. geraten, sich mir ihrem Vater im Hinblick auf diese Frage an einen Neurologen zu wenden.

Weiter fragte Frau L., ob sie ihren Vater mit in den Urlaub könne.

Ich habe ihr geantwortet: Sofern keine gravierenden Einschränkungen bestehen, keine Pflegeabhängigkeit vorliegt und der Vater mobil ist und medizinisch in einem guten Zustand, gibt es keinerlei Einwände. Im Gegenteil: die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, auch in der Familie, fördert die soziale Integration und ist unbedingt empfehlenswert.

Lesen Sie hier weitere Antworten zum Thema Schlaganfall.

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