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Blaues Smartphone-Licht doch nicht schädlich für die Augen: Forscher kommen zu überraschendem Ergebnis

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Von: Juliane Gutmann

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Ein kleines Mädchen spielt auf einem Tablet PC.
Wie schädlich ist blaues LED-Licht für die Augen? Experten geben Entwarnung. (Archivbild) © Hans-Jürgen Wiedl/dpa

Blaues LED-Licht soll den Schlaf stören und die Netzhaut der Augen schädigen können – so die bisherige Annahme. Doch nun veröffentlichen Augen-Experten neue Erkenntnisse.

Computerbrillen sollen die Augen vor schädlichem blau-violettem Licht schützen, das von LED-Bildschirmen ausgeht. Auch sogenannte Blaulichtfilter, die am Smartphone* oder am PC ausgewählt werden können, sollen die Augen schonen. Doch sind diese wirklich nützlich? Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) als wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde hat sich mit der Frage beschäftigt. Und kommt zu einem Ergebnis, das viele verblüffen dürfte.

So heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung der DOG: „LED-Displays sind keine Gefahr für Augen oder Schlaf“. Zwar gehe blaues und energiereiches Licht von LED-Displays und -Bildschirmen aus, „dennoch ist die Lichtstärke bei der Nutzung elektronischer Geräte viel zu gering, um Netzhautschäden an den Augen hervorzurufen“, so Professor Michael Bach vom Universitätsklinikum Freiburg. Zum Vergleich führt die Fachgesellschaft DOG die natürliche Beleuchtungsstärke im Freien bei bedecktem Winterhimmel und bei Sonne auf: Bei ersterem können rund 5.000 lux gemessen werden, bei Sonne beträgt die Beleuchtungsstärke bis zu 100.000 lux. „Ein Computer-Bildschirm, sehr hell eingestellt, bleibt in 50 cm Abstand jedoch unter 500 lux“, geht aus der DOG-Mitteilung hervor.

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Keine Blaulicht-bedingten Augenschäden durch LED-Bildschirme

Augenexperte Bach zufolge sind Blaulicht-Augenschäden auch durch stundenlange Bildschirmarbeit nicht zu befürchten. Und auch Schlafstörungen sollen durch Smartphone-Nutzung am Abend nicht gefördert werden, wie eine Studie mit 167 Teilnehmern zeigte. Diese wurden in drei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe musste an sieben aufeinanderfolgenden Abenden ein iPhone mit aktiviertem Nachtmodus eine Stunde vor dem Schlafengehen nutzen, die zweite Gruppe mit deaktiviertem Nachtmodus und die dritte Gruppe durfte kein Smartphone nutzen. Das Ergebnis: Es gab keine signifikanten Unterschiede in Hinblick auf die Schlafqualität zwischen den drei Versuchsgruppen.

DOG-Präsident Professor Hagen Thieme sieht es als wichtig an, diese Forschungserkenntnisse in die breite Öffentlichkeit zu tragen. „Sie dienen der Aufklärung und schützen Verbraucherinnen und Verbraucher vor irreführender Werbung und verunsichernden Falschmeldungen, die rein kommerzielle Interessen verfolgen“, sagt der Direktor der Universitätsaugenklinik Magdeburg. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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