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Bluthochdruck: Checkliste der Alarmsignale

Bluthochdruck: Checkliste der Alarmsignale

Bluthochdruck ist Gift fürs Herz und die Gefäße – aber oft bemerken die Betroffenen lange überhaupt nicht, dass sie unter dieser Volkskrankheit leiden. Hier eine Checkliste:

 „Viele Patienten leben trotz ihrer gefährlichen Werte zunächst nicht schlecht, sie haben in der Regel keine Schmerzen“, berichtet Professor Dr. Jürgen Scherberich. Der Experte ist Chefarzt der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen/ Klinische Immunologie am städtischen Klinikum in Harlaching. Umso ernster sollte man Alarmsignale des Herzkreislauf- Systems nehmen, die der Körper früher oder später aussendet.

Die wichtigsten Symptome hat die tz in einer Checkliste zusammengestellt. Die kann natürlich eine fachkundige Untersuchung nicht ersetzen – zumal jedes Einzelmerkmal auch andere Ursachen haben kann. Wer aber gleich eine Vielzahl seiner Beschwerden in dieser Liste wiederfindet, der sollte sich auf jeden Fall von seinem Hausarzt einmal gründlich durchuntersuchen lassen.

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Alarmsignal 1:

Sie haben morgens häufig Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen oder Leistungsschwäche. „Das könnte auf bluthochdruckbedingte Gefäßveränderungen hindeuten. Gegen 5 Uhr schaltet z. B. die Nebenniere sozusagen von Schlaf- auf Tagmodus um. Die Produktion des Hormons Cortisol und anderer blutdrucksteigernder Hormone wird angekurbelt, der Blutdruck steigt. Vor allem bereits vorgeschädigte Gefäße werden dadurch zusätzlich belastet“, erklärt Professor Scherberich. „Statistiken belegen, dass die meisten Herzinfarkte und Schlaganfälle im Zeitraum zwischen 5 und 11 Uhr passieren.“

Alarmsignal 2:

Ihnen wird morgens oft schwindlig. Professor Scherberich: „Patienten mit hohem Blutdruck haben oft instabile und schwankende Werte. Es kann auch zu relativen Blutdruckabfällen kommen, die diesen Schwindel verursachen.“

Alarmsignal 3

Sie fühlen sich morgens schlapp und kommen nur schwer aus dem Bett. „Zunehmende Leistungsschwäche kann ein Indiz dafür sein, dass Ihr Herz nicht mehr ausreichend stark pumpt (Herzinsuffizienz)“, weiß der Experte.

Alarmsignal 4

Ihre Augen werden binnen kurzer Zeit immer schlechter. „Denken Sie mal darüber nach, wie oft Sie in den letzten Jahren die Brille gewechselt haben“, rät Scherberich. „Wenn Sie innerhalb von ein bis zwei Jahren mehr als einmal die Brille wechseln müssen, dann sollten Sie auf jeden Fall Ihren Blutdruck professionell messen lassen.“ Bei der Blutdruckanalyse sind die Augen für die Fachmediziner übrigens wie ein Spiegel. Sie können bei einer speziellen Untersuchung des Augenhintergrunds sogar erkennen, wie lange ein Patient bereits an zu hohem Blutdruck leidet.

Alarmsignal 5

Geschwollene Füße am Abend. Scherberich: „Das kann ein Hinweis auf eine Herzschwäche sein, möglicherweise auch auf eine Niereninsuffizienz.“

Alarmsignal 6

Schäumender Urin. „Das ist ein Indiz für Eiweißausscheidungen, die möglicherweise von blutdruckbedingten Gefäßschäden in der Niere oder vom Herzen aus (Herzschwäche,- insuffizienz) herrühren“, sagt Scherberich.

Alarmsignal 7

Sie bekommen beim Treppensteigen zunehmend schwerer Luft. „Wer nach ungefähr zehn Stufen schon heftig ins Schnaufen kommt, der hat unter Umständen eine Herzschwäche, an der ein Bluthochdruck ursächlich beteiligt sein kann.“

Alarmsignal 8

Sie legen sich ein zusätzliches Kissen unter den Kopf, weil Sie dann besser atmen können.„Dann haben Sie möglicherweise Wasser in der Lunge, was auf eine Herzinsuffizienz schließen lässt“, erklärt der Facharzt für Innere Medizin.

Alarmsignal 9

Sie gehen nachts häufig auf die Toilette. Der Professor: „Nachts werden die Organebesserdurchblutet. Herz und Nieren kompensieren, was sie tagsüber nicht schaffen. Wer nachts in der Regel öfter als zwei, drei Mal auf die Toilette muss, der sollte sich auf Herz und Nieren untersuchen lassen.

ANDREAS BEEZ

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