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Brustrekonstruktion nach Krebs-OP: Durch eine Brustamputation haben viele Brustkrebspatientinnen das Gefühl, einen Teil ihrer Weiblichkeit zu verlieren. Ihnen kann ein Wiederaufbau der Brust helfen.

Teil der Weiblichkeit zurück gewinnen

Die Brust gehört für viele Patientinnen zu ihrer Identität als Frau. Muss sie aufgrund eines Tumors amputiert werden, schädigt dies oft ihr Körpergefühl nachhaltig. In diesen Fällen kann die plastische Chirurgie helfen.

Jede achte Frau erkrankt nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Dank verbesserter Früherkennungsprogramme können Tumore bei den meisten Betroffenen heute brusterhaltend entfernt werden. Für Patientinnen, die aufgrund der Tumorart, Lokalisation und Ausdehnung der befallenen Brust mit tiefen Eingriffen oder sogar einer Amputation einer oder beider Brüste leben müssen, ist die Operation nicht nur körperlich belastend, sondern hinterlässt auch tiefe seelische Einschnitte. Denn viele Frauen haben das Gefühl mit der Brust auch einen wichtigen Teil ihrer Weiblichkeit zu verlieren. Hilfe bei der Rekonstruktion der Brust bieten moderne Verfahren der plastischen Chirurgie, die es ermöglichen, bei nahezu jeder Frau ihre ursprüngliche Brustform wiederherzustellen. Inzwischen gibt es verschiedene Möglichkeiten für den Wiederaufbau der Brust, der mit einer Prothese, Eigengewebe oder einer Kombination beider Verfahren vorgenommen werden kann.

Individuelle Rekonstruktionsverfahren

Die Wiederherstellung mit einer Silikonprothese, die aus einer mit formstabilem Silikongel gefüllten Silikonhülle besteht, eignet sich vor allem für Patientinnen mit kleinen und mittelgroßen Brüsten, die nicht bestrahlt wurden. Auf dem Gebiet der Implantate hat es in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte bei der Weiterentwicklung der Materialien gegeben: „Die heute verwendeten Prothesen sind formstabil, auslaufsicher, gesundheitlich unbedenklich und haben eine lange Lebensdauer“, erläutert Dr. Burkhard Miericke, Chefarzt der Abteilung Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende.

"Neben dem rein operativen Eingriff ist es die Aufgabe des behandelnden Arztes, die Patientin psychologisch zu unterstützen und ihre Ängste und Wünsche zu berücksichtigen." Dr. Burkhard Miericke

Bei Frauen mit ausreichender Gewebsreserve besteht mit der Eigengeweberekonstruktion die Möglichkeit, das eigene, natürliche Gewebe zum Brustaufbau zu benutzen. Dafür wird Gewebe aus dem Rücken (Latissimus) oder aus dem Unterbauch (TRAM-Flap) entnommen und an einem Muskel gestielt zur Brust verlagert oder Gewebe mit mikroskopischem Gefäßanschluss an die Brust verlagert.

Der entscheidende Vorteil dieser Verfahren liegt darin, dass die Brust lediglich mit Haut- und Fettgewebe aufgebaut wird und die Patientin das Gefühl des natürlichen Aufbaus, ohne Fremdkörper, bekommt. Bei Verlust einer größeren Brust kann die Wiederherstellung mit einer Kombination aus Eigengewebsrekonstruktion und Protheseneinlage erfolgen. Welches operative Verfahren gewählt wird, hängt von den Wünschen, der Vorbehandlung und Körperstruktur der Patientin ab. Bei der Beratung zeigt der Plastische Chirurg auf, welches Verfahren am ehesten zu empfehlen ist und mit welchen Verfahren welches Ergebnis erzielt werden kann. „Neben dem rein operativen Eingriff ist es die Aufgabe des behandelnden Arztes, die Patientin psychologisch zu unterstützen und ihre Ängste und Wünsche zu berücksichtigen. In Kooperation mit dem, nach den Qualitätskriterien der Europäischen Brustkrebskonferenz, zertifizierten Brustzentrum der Universität Göttingen ist es dem Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende ein großes Anliegen, Frauen mit dieser schwerwiegenden Diagnose umfassend zu helfen. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist es, dass die Patientin eine positive Perspektive bekommt“, betont Burkhard Miericke.

Von Heike Kollros

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