+
Arbeitnehmer sollten hin und wieder eine kurze Pause einlegen. Dadurch schützen sie sich vor einem Burn-out. Foto: Monique Wuestenhagen

Fit im Arbeitsalltag

Burn-out vermeiden: Im Job immer wieder Pausen einlegen

Wer überdurchschnittlich viel arbeitet, verausgabt sich. Ein Burn-out ist dann die Folge. Allerdings gibt es Möglichkeiten, seine Entstehung frühzeitig zu erkennen.

Berlin (dpa/tmn) - Der Wecker klingelt, doch man ist alles andere als ausgeschlafen. Jetzt zur Arbeit zu fahren fühlt sich an wie eine Strafe. Selbst wer seinen Beruf mag, kennt diese Situation. Ist das nur Müdigkeit? Oder sind es Anzeichen für ein Burn-out?

"Die Grenzen sind fließend", sagt die Diplom-Psychologin Julia Scharnhorst vom Berufsverband der Deutschen Psychologinnen und Psychologen. Die Entstehung eines Burn-outs sei ein Prozess. Dass man morgens ab und an müde ist, sei normal. "Wenn die Erschöpfung zum Dauerzustand wird, ist das aber ein Warnsignal." Viele Betroffene schlafen schlecht, sind ständig gereizt, resignieren schnell und machen Fehler im Job. Je früher man solche Zeichen richtig deutet, desto besser stehen die Chancen, den Prozess zu stoppen, sagt Scharnhorst.

Während der Arbeitszeit hilft es ihr zufolge, immer wieder kleine Pausen einzulegen. Außerdem sei es gut, sich ein Hobby zu suchen, das möglichst wenig mit dem Beruf zu tun hat. Wer im Büro arbeitet, geht in seiner Freizeit also am besten raus in die Natur. Abends vor dem Fernseher zusammenzubrechen, sei dagegen wenig sinnvoll, warnt Scharnhorst: "Dabei bleibt das Gehirn aktiv, und man schaltet nicht richtig ab."

Wer das Gefühl hat, bereits an einem Burn-out zu leiden, dem rät Scharnhorst zu einer ambulanten Psychotherapie - oder erstmal eine psychosomatische Rehamaßnahme über den Hausarzt zu beantragen. Dort kann man sich richtig ausschlafen und dann mit Therapeuten besprechen, wie man sein Leben ausgewogener gestalten kann.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Pflegepersonal protestiert: Wir arbeiten uns krank
OP-Schwestern und -Pfleger arbeiten oft länger – auf Kosten der eigenen Gesundheit. Das ist langfristig ein Problem, nicht nur für die Pflegekräfte, sondern auch für die …
Pflegepersonal protestiert: Wir arbeiten uns krank
Zu wenig Schwangere lassen sich gegen Grippe impfen
Die Grippewelle 2017 flaut langsam ab. Doch das Risiko sich einen Grippevirus einzufangen ist noch groß. Schwangere sind jedoch nur unzureichend durch eine Impfung …
Zu wenig Schwangere lassen sich gegen Grippe impfen
Antibabypille ist kein Krebsrisiko
Weltweit nehmen bis zu 150 Millionen Frauen regelmäßig die Pille. Die Hormonpräparate schützen vor einer ungewollten Schwangerschaft. Doch ist die Pille sicher? 
Antibabypille ist kein Krebsrisiko
Tuberkulose: Fälle in Deutschland nehmen zu
Vor 135 Jahren entdeckte der Mediziner Robert Koch den Tuberkelbazillus. Danach wurde der Kampf gegen die "Schwindsucht" einfach. Nun steigen die Tuberkulose-Fälle in …
Tuberkulose: Fälle in Deutschland nehmen zu

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare