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Der Chagas-Erreger wird durch Bisse von Raubwanzen übertragen und dringt durch unbewusstes Verreiben in die Stichwunden ein.

Tropenkrankheit aus Lateinamerika

"Das neue Aids": Darum ist "Chagas" so gefährlich

New Orleans - In den USA weitet sich eine tödliche Infektion durch Wanzen aus. Die Krankheit mit dem Namen "Chagas" wird von Medizinern bereits als "das neue Aids" bezeichnet.

Über 300 000 Amerikaner sind schon mit „Chagas“ infiziert. Auslöser für das Leiden, das unbehandelt tödlich sein kann, ist der Kot einer Wanzenart, warnen US-Experten auf einem Kongress für Tropenmedizin. Die meisten Patienten haben sich im Urlaub oder auf Dienstreisen in Mexiko oder Südamerika angesteckt und die Erreger unbemerkt mit ins Land gebracht.

Die knapp zwei Zentimeter großen Blutsauger beißen ihre Opfer meistens nachts vorzugsweise in Lippen oder Augenpartien. Dabei scheiden die Wanzen Kot aus, in dem sich der Erreger befindet. Durch unbewusstes Verreiben dringt er in die Stichwunden ein und breitet sich im Köper aus. Fieber und Müdigkeit - die ersten Symptome der heimtückische Krankheit scheinen zunächst wie bei Aids fast harmlos und werden deshalb auch oft von den Ärzten nicht ernst genommen. Später kommt es zu rätselhaften Veränderungen und Ausbeulungen an den Augenlidern. Und dann ist es oft schon zu spät. Die Erreger greifen Herz und Kreislauf an und sind dann medizinisch fast nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen. Sie können oft jahrelang im Körper überleben und infektiös bleiben.

Bisher gibt es nach Angaben der US-Gesellschaft für Tropenmedizin nur zwei Medikamente gegen „Chagas“. Beide haben jedoch noch keine amtliche Zulassung und starke Nebenwirkungen. In einigen allerdings geringen Fällen kam es auch durch Bluttransfusionen zu Infektionen. Die Krankheit ist nach dem brasilianischen Arzt Carlos Chagas benannt, der sie als erster erkannt hatte.

Infektionen vor allem in Lateinamerika

Nach Angaben des Frauenhofer Instituts sind weltweit rund zehn Millionen Menschen mit "Chagas" infiziert, die meisten in Lateinamerika. Durch Touristen und Einwanderer könne die Tropenkrankheit aber auch nach Europa gelangen.

D. Sindermann

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