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Arbeitsausfall durch psychische Erkrankungen so hoch wie nie

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Von: Isabel Wetzel

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Ein Mann sitzt mit gesenktem Kopf vor einem Fenster im Dunkeln: Immer mehr Menschen in Deutschland werden wegen Depressionen krankgeschrieben.
Die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen steigt auf einen neuen Höchststand. Die häufigste Ursache sind Depressionen. (Symbolfoto) © Sina Schuldt/dpa

Die Corona-Pandemie belastet die Menschen stark – vor allem auch am Arbeitsplatz. Der Ausfall durch psychische Erkrankungen erreicht einen neuen Höchststand.

Berlin – Der Arbeitsausfall wegen psychischer Erkrankungen ist 2021 auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Das berichtet die DAK-Gesundheit. Wie die Krankenkasse am Mittwoch (02.03.2022) in Berlin mitteilte, lag das Niveau mit 276 Fehltagen pro 100 Versicherte 41 Prozent höher als noch vor zehn Jahren. Für den Psychreport der DAK-Gesundheit ließ die Kasse nach eigenen Angaben die Daten von 2,4 Millionen versicherten Erwerbstätigen auswerten.

„Unser Report zeigt, dass viele Menschen mit psychischen Erkrankungen extrem unter den anhaltenden Belastungen der Pandemie leiden“, erklärte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Die Betroffenen finden aktuell auch schwerer wieder in ihren Berufsalltag zurück.“ Das habe dabei viel mit den besonderen Arbeitsbedingungen unter Corona zu tun.

Psychische Gesundheit in der Pandemie: Meiste Ausfälle wegen Depression

Der häufigste Grund für eine Krankschreibung war demzufolge Depression. Ein Grund dafür kann neben der äußeren Umstände auch die Erkrankung selbst sein. Bereits zu Beginn der Pandemie hatte eine Oxford-Studie gezeigt, dass nach Corona-Infektionen vermehrt psychische Erkrankungen auftreten.

Den stärksten Zuwachs gab es bei Anpassungs- und Angststörungen – das war ein Anstieg um rund 16 Prozent seit 2019. Das galt für Männer und Frauen gleichermaßen. Der Untersuchung zufolge stieg auch die Dauer psychischer Krankschreibungsfälle auf einen neuen Höchstwert: Knapp 40 Tage fielen die Versicherten deswegen im Schnitt aus.

Psychische Belastung durch Corona: Vor allem Frauen und Mitarbeitende im Gesundheitswesen betroffen

Laut Report verzeichneten Frauen ab 55 Jahren während der Corona-Pandemie* die mit Abstand höchsten Steigerungsraten unter allen Beschäftigten. Bei den 55- bis 59-Jährigen kamen auf 100 Versicherte demnach insgesamt 511 Fehltage, 14 Prozent mehr als vor Corona.

Besonders schwer betroffen waren im vergangenen Jahr laut DAK Beschäftigte im Gesundheitswesen. Sie waren laut Report deutlich öfter wegen psychischer Krankheiten abwesend als beispielsweise Mitarbeiter:innen im Einzelhandel oder in Banken. Im Gesundheitswesen kamen rund 44 Prozent mehr Ausfalltage wegen psychische Erkrankungen vor als im Durchschnitt aller untersuchten Branchen. (iwe mit dpa/AFP)

Seit Oktober 2021 ist bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eine wichtige Änderung in Kraft: Es hieß Abschied nehmen vom „Gelben AU-Schein“.

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