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Ärzte befürchten enormen Anstieg der Diabetes-Fälle durch Corona-Einschränkungen

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Von: Juliane Gutmann

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Zwei Kinder sitzen vor dem TV.
Maßnahmen, die die Corona-Pandemie eindämmen sollen, schützen die Bürger vor der Krankheit – aber führen zugleich zu weniger Bewegung im Alltag. © Imago

Covid-19 ist nicht nur eine potenziell gefährliche Krankheit: auch die mit der Pandemie einhergehenden Maßnahmen bergen Schattenseiten.

Um Kliniken und Intensivstationen zu entlasten, verhängt die Regierung in einigen Bundesländern aktuell wieder strengere Corona-Auflagen. Unter anderem sollen geschlossene Clubs, abgesagte Weihnachtsmärkte und strikte Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte dafür sorgen, dass sich die Corona-Inzidenzen wieder normalisieren und damit auch die schweren Krankheitsverläufe eingedämmt werden. Vor dem Hintergrund, dass nicht unbegrenzt Intensivbetten in Deutschland verfügbar sind, sind derartige Maßnahmen unumgänglich. Doch einschränkende Maßnahmen können bei einigen Personengruppen auch negative Effekte für die Gesundheit entfalten.

Wer während der letzten Corona-Lockdowns das Joggen und gesundes Kochen für sich entdeckt hat, dessen Gesundheit hat vielleicht sogar durch die Pandemie profitiert. Doch das Gros der Menschen ist im Rahmen der Lockdowns bequemer geworden. „Unter Corona haben sich Lebensstil und Lebensqualität vieler Menschen verschlechtert“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur dpa den Leiter des Else Kröner Fresenius Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ), Hans Hauner. Betroffen seien vor allem Männer, junge Menschen und Personen, die schon vor der Pandemie Gewichtsprobleme hatten.

Rund 40 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage unter rund 1.000 Erwachsenen haben seit Pandemie-Beginn an Gewicht zugelegt - im Durchschnitt 5,6 Kilogramm, wie die dpa im Juni 2021 informierte. Außerdem bewegt sich rund jeder Zweite weniger als zuvor. „Das betrifft vor allem die 18- bis 44-Jährigen“, so Hauner der dpa zufolge.

Mehr zum Thema: 2020 so viele dicke Kinder wie noch nie – aktuelle Zahlen zeigen erschreckende Entwicklung

Umfrage zum Thema Corona-Impfung

Corona-Pandemie treibt Diabetes-Zahlen in die Höhe

Zu wenig Bewegung gilt als Hauptrisikofaktor für diverse Krankheiten. So steigt das Krebsrisiko durch zu wenig Bewegung, wie die deutsche Krebsgesellschaft informiert. „Körperliche Aktivität senkt das Krebsrisiko, auch unabhängig davon, dass durch viel Bewegung ein gesundes Körpergewicht erhalten bleiben kann“, so die Gesellschaft. „Üben Sie so wenig wie möglich Tätigkeiten im Sitzen aus“, heißt es weiter. 

Auch in Hinblick auf Diabetes hat die Corona-Pandemie negative Auswirkungen. So warnen der Berliner Zeitung zufolge führende Diabetes-Experten vor einer Zunahme an Diabetes-Patienten in den kommenden zwei Jahren. „Die Auswirkungen von Covid bedeuten, dass wir jetzt mit einer Reihe verschiedener Diabetes-Typ-2-Krisen gleichzeitig zu kämpfen haben“, zitiert die Berliner Zeitung Andrew Boulton, Medizinprofessor und Präsident der International Diabetes Federation (IDF). Zurückzuführen seien die steigenden Diabetes-Fallzahlen vor allem auf die Corona-Lockdowns und die damit verbundene Gewichtszunahme vieler Menschen, heißt es weiter. (jg)

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