Grippesaison fällt aus

So wenig Grippe-Fälle wie nie zuvor: Durch Corona-Maßnahmen haben Influenzaviren keine Chance

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Mit dem Start der Corona-Pandemie verschwanden die Grippe-Kranken aus den Wartezimmern. Das hat einen einfachen Grund, wie Mediziner informieren.

Von Oktober bis April kommt es in der Regel gehäuft zu Infektionen mit Influenzaviren, die eine schwere Grippe auslösen können. Doch im letzten Jahr war alles anders – auch in Hinblick auf die Grippe-Zahlen. So ist die Grippewelle 2020/21 praktisch ausgefallen, wie Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) belegen. Gerade einmal 519 Fälle haben die Behörden gezählt (Stand 22. April 2021), wie die Tagesschau informiert. So wenige, wie seit Beginn der Grippeüberwachung im Jahr 1992 nicht. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am RKI meldete für die aktuelle Saison 2020/21 bisher insgesamt 13 laborbestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit der Grippe. Zum Vergleich: 2017/2018 kamen etwa 25.100 Menschen in Deutschland durch eine Virusgrippe ums Leben. 

„Es hat in dieser Saison überhaupt keine Grippewelle gegeben“, zitiert die Tagesschau eine RKI-Sprecherin. Auch die meisten anderen Länder der Nordhalbkugel seien von der Welle verschont geblieben. Doch nicht nur die Grippe-Fälle sind seit Beginn der Corona-Pandemie stark gesunken, auch andere Krankheiten sind seitdem auf dem Rückzug. So halten die Corona-Abstandsregeln auch andere Erkältungskrankheiten und Norovirus-Infektionen in Schach, wie das ZDF informiert. Apotheken würden zudem kaum noch Mittel gegen Läuse verkaufen.

Grippe kann mit Fieber einhergehen. Seit Anbeginn der Corona-Pandemie kommt es allerdings weitaus seltener zu Influenza-Infektionen.

Lüften, Händehygiene, Maske: Corona-Maßnahmen reduzieren Grippe-Fälle

Nicht nur Abstandsregeln helfen dabei, Virusübertragungen wie die der Influenzaviren als Grippe-Verursacher einzudämmen. Auch andere seit Corona gültige Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Grippe kaum Fuß fassen konnte seit einem Jahr. So haben Ausgangsbeschränkungen während harter Lockdowns den Kontakt zu anderen minimiert und damit das Ansteckungsrisiko. Auch die beiden anderen AHA-Regeln, Hygiene-Regeln und Alltagsmaske führen dazu, dass Viren weniger schnell in Umlauf geraten können.

Auch die Empfehlungen zum Lüften von Räumen, Homeoffice-Regelungen und zeitweisen Schulschließungen haben positiven Einfluss, wie das RKI dem Spiegel zufolge bestätigte: Da die Maßnahmen „mehr oder weniger in allen Ländern weltweit gegen die Coronapandemie genutzt wurden“ laut RKI, hätten Grippeviren weltweit und auch schon im Sommer 2020 auf der Südhalbkugel kaum noch messbar zirkuliert. (jg)

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