Eine Person erhält eine Impfung am Oberarm.
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Die Virusvarianten könnten die Wirksamkeit der Vakzine beeinträchtigen. Vor schweren Krankheitsverläufen schützen sie aber weiterhin.

Corona-Pandemie

Verringerte Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe bei Mutationen? Das planen die Hersteller

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Während die Impfungen gegen das Coronavirus weltweit langsam Fahrt aufnehmen, bilden sich immer mehr Virusvarianten. Könnten die Impfstoffe bald ihre Wirkung verlieren?

In Großbritannien und mittlerweile rund 100 weiteren Ländern lässt die Coronavirus-Variante B.1.1.7 die Fallzahlen nach oben schnellen – in Südafrika entwickelte sich hingegen die Mutante B.1.351 und in Brasilien die Variante P1. Dabei nimmt die Impfkampagne in vielen Ländern aktuell erst an Fahrt auf. Viele fürchten deshalb, dass die neu entwickelten Impfstoffe schon bald wieder ihre Wirkung verlieren könnten. Experten geben allerdings Entwarnung.

Wirken die Impfstoffe auch gegen die Coronavirus-Mutationen?

Was die in Deutschland verbreitete britische Virusvariante B.1.1.7 angeht, schützen die Impfstoffe offenbar weiterhin gut. „Hinweise auf eine substantiell verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht“, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI). Anders sieht es bei der südafrikanischen Mutante B.1.351 und der brasilianischen Variante P1 aus. Beide zeichnen sich durch eine Mutation im Spikeprotein aus, die scheinbar die Bindung von Antikörpern beeinträchtigt. Dementsprechend wirken Impfstoffe nicht mehr so gut. Einem Beitrag des Deutschlandfunks zufolge verringert sich zum Beispiel die Wirksamkeit der Vakzine von Johnson&Johnson und Novavax bei der Mutante in Südafrika auf 50 bis 60 Prozent. Astrazeneca zeigt sogar eine noch geringere Wirksamkeit und kann selbst milde Krankheitsverläufe kaum verhindern.

Dennoch gibt es noch keinen Grund zur Sorge: Denn auch bei der südafrikanischen Variante konnten Krankenhausaufenthalte mit Johnson&Johnson sowie Novavax verhindert werden – gegen schwere Verläufe von Covid-19 sind sie also durchaus wirksam. Zur Wirksamkeit der mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer gibt es noch keine klinischen Studien. Experten sprechen sich aber dennoch für eine Impfung aus.

Wie lässt sich die Wirksamkeit der vorhandenen Impfstoffe gegen die Corona-Mutationen erhöhen?

Eine verringerte Wirksamkeit bei den Coronavirus-Mutationen bedeutet keinesfalls, dass die derzeit verfügbaren Impfstoffe bald überflüssig sind. Es gibt zwei Ansätze, mit denen sich die Wirksamkeit dieser Impfstoffe erhöhen lassen könnten:

  • Booster-Impfung: Hier wird nach den üblichen zwei Impfdosen eine dritte Dosis verabreicht, um den Antikörperspiegel zu steigern. Bei anderen Impfungen konnten hier schon Erfolge festgestellt werden.
  • „Mix and Match“: Hier werden verschiedene Vakzine miteinander kombiniert. Es werden bereits klinische Studien durchgeführt, die zum Beispiel die Wirksamkeit einer Kombination aus Astrazeneca und Biontech überprüfen. Eigentlich sollen damit Lücken bei der Impfstoffversorgung überbrückt werden – allerdings ist es möglich, dass damit auch die Wirksamkeit erhöht wird, da jeder Einzelimpfstoff zu einer etwas anderen Immunantwort führt. Die Ergebnisse der Studien müssen noch abgewartet werden.

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Keine Wirkung mehr bei Mutationen? So schnell könnten neue Impfstoffe entwickelt werden

Aktuell zeigen die Impfstoffe auch eine Wirksamkeit bei den meisten vorhandenen Varianten. Es kann aber durchaus sein, dass irgendwann tatsächlich neue Vakzine nötig werden. An diesem Thema wird aber schon heute in den Laboren gearbeitet, wie deutschlandfunk.de informiert. Im Prinzip muss nur die Information für das mutierte Spikeprotein in das bereits vorhandene Impfstoffkonstrukt integriert werden – damit wird die Entwicklung des Impfstoffes enorm verkürzt und kann innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen sein. Gleichzeitig prüfen die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA), das deutsche Paul-Ehrlich-Institut und die anderen europäischen Zulassungsbehörden Wege, um eine beschleunigte Zulassung zu ermöglichen. Wichtig ist hierbei, dass es sich um dasselbe Herstellungsverfahren handelt und die Qualität des Vakzins gewährleistet ist. Zudem muss die Wirksamkeit des angepassten Impfstoffes in klinischen Phase-3-Studien bei einigen hundert Teilnehmern belegt werden. Ähnliches wird bereits jedes Jahr bei der Grippe-Impfung vollbracht. Auf diese Weise könnte ein neuer Impfstoff innerhalb von knapp einem halben Jahr auf den Markt gebracht werden. (fk)

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