Virusmutationen breiten sich weltweit aus. Auf dem Foto wird eine Schülerin der Mittelschule Tenero Contra in Italien zu einem Corona-Test geführt, um sie dort auf die britische Coronavirus-Mutation zu testen.
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Virusmutationen breiten sich weltweit aus. Auf dem Foto wird eine Schülerin der Mittelschule Tenero Contra in Italien zu einem Corona-Test geführt, um sie dort auf die britische Coronavirus-Mutation zu testen.

Drei statt zwei Impfstoffdosen

Booster-Impfung gegen Virusmutation: So wollen Hersteller die Schutzwirkung gegenüber neuen Virusvarianten erhöhen

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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Neue Formen des Coronavirus bilden sich weltweit aus. Erfahren Sie hier, was das für die Corona-Impfungen bedeutet und welche Strategien die Hersteller fahren.

Zählt man die bisher nachgewiesenen Mutationen des Coronavirus auf, wird klar: Die Pandemie ist noch längst nicht zu Ende. So wurden Infektionen mit neuen Virusvarianten rund um den Globus diagnostiziert. Da wäre etwa B.1.1.7, eine Coronavirus-Variante, die sich seit Ende 2020 in Großbritannien ausbreitet. Oder die Südafrika-Variante B.1.351, die wie B.1.1.7 auch in Deutschland nachgewiesen wurde. In den USA bereitet Medizinern indes die kalifornische Coronavirus-Mutante CAL.20C oder auch B.1.429 Sorge, da sie sich wie andere neuartige Virusvarianten schneller ausbreitet als das nicht-mutierte Virus.

Die Gefahr eines nicht ausreichenden Impfschutzes bei einer Infektion mit Virusmutationen sei aktuell noch überschaubar, so Wissenschaftsjournalist Volkart Wildermuth in einem Deutschlandfunk-Bericht. In Deutschland sei es vor allem die britische Variante B.1.1.7, die sich ausbreitet. Die Impfungen würden gegen diese gut wirken. Doch bei den Mutationen B.1.351 aus Südafrika und P1 aus Brasilien beeinträchtigt offenbar eine Mutation im Coronavirus-Spikeprotein die Bindung von Antikörpern, was bisher entwickelte Impfungen nicht mehr so gut anschlagen lässt wie im Fall einer herkömmlichen Sars-CoV-2-Infektion, heißt es auf deutschlandfunk.de.

Lesen Sie auch: Britische Corona-Mutation B.1.1.7: Neue Studie zeigt deutliche Unterschiede bei Covid-Symptomen.

„Mix and Match“ oder Booster-Impfung: Zugelassene Impfstoffe im Kampf gegen Virusmutationen

Wenn sich das Virus verändert, müssen Impfstoffe angepasst werden, um die Schutzwirkung für die Geimpften zu erhöhen. Hier kommt die sogenannte Booster-Impfung ins Spiel. Dabei handelt sich schlichtweg um das Verimpfen von mehr Impfstoff: Statt zwei Impfstoffdosen bekommt man drei verabreicht. Dadurch soll der Körper angeregt werden, noch mehr Antikörper gegen Coronaviren zu bilden. Der Ansatz ist vielversprechend, so konnte etwa Marylyln Addo vom Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg im Rahmen von Impfstoff-Forschungen gegen das Coronavirus MERS zeigen, dass eine dritte Impfung die Immunantwort noch einmal erheblich verstärkt, so Deutschlandfunk.

Ebenfalls ein Ansatz, der bereits zugelassene Impfstoffe umfasst: Die „Mix and Match“-Impfung. Wissenschaftsjournalist Volkart Wildermuth zufolge laufen bereits erste klinische Studien, die die Effekte von Impfungen mit zwei verschiedenen Vakzinen erproben. So wird etwa erforscht, wie sich eine Impfung mit dem Astrazeneca- und dem Biontech-Präparat auswirkt. Die Hoffnung der Forscher: Dadurch, dass jeder Impfstoff den Körper zu einer etwas anderen Immunantwort anregt, könnte eine Kombinations-Impfung einen noch besseren Schutz vor Covid-19 entfalten.

Falls die bisher entwickelten Impfstoffe auch im Mix-and-Match-Verfahren oder durch eine dritte Impfung nicht mehr ausreichend gegen neue Virusmutationen wirken würden, besteht einerseits die Möglichkeit, neue Präparate herzustellen. Aber auch die Anpassung von bereits bestehenden Vakzinen ist möglich. Dies könne Herstellern zufolge innerhalb von nur rund sechs Wochen geschehen. Bis die angepassten Impfstoffe allerdings in Produktion gehen und somit verfügbar wären, könnte ein halbes Jahr ins Land gehen, so Deutschlandfunk. (jg)

Weiterlesen: Wirkt Corona-Impfung gegen britische Virus-Mutation? Studie stimmt optimistisch – auch in puncto Afrika-Virus.

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