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Behandlungskosten von Corona-Intensivpatienten: In den schlimmsten Fällen bis zu 92.000 Euro

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Von: Franziska Kaindl

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Blick in das Patientenzimmer einer Intensivpatientin auf der Coronastation, die Mitarbeiterin Pflegerin versorgt die im Koma liegende Frau.
Die Corona-Pandemie sorgt für eine hohe Auslastung der Intensivbetten. © Christoph Reichwein/Imago

Aufgrund der Corona-Pandemie sind viele Intensivstationen in Deutschland überlastet. Die Behandlung der Covid-Patienten bringt dabei hohe Kosten mit sich.

Aktuell befinden sich deutschlandweit 3.348 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, wie die DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.) meldet (Stand: 7. Januar). Nicht nur Ärzte und Pfleger sind aufgrund dieser Situation überlastet – die Behandlung eines Corona-Patienten* kostet auch sehr viel Geld. Wie viel es wirklich ist, haben zuletzt Angaben von Krankenkassen und der Landeskrankengesellschaft Thüringen erfasst. In dem Bundesland sind aktuell 197 Patienten wegen Covid-19 in Behandlung.

Corona-Fälle auf Intensivstationen: Bis zu 33.000 Euro pro Patient

Für die Versorgung eines einzelnen Corona-Patienten fallen regelmäßig Kosten im fünfstelligen Bereich an. Rund 1.500 bis 3.000 Euro täglich seien es, wie Andreas Weichert, Referatsleiter Krankenhausfinanzierung der Landeskrankenhausgesellschaft, laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur, erklärte. Die durchschnittliche Liegezeit der Covid-19-Patienten wurde von Intensivmedizinern auf zwei bis drei Wochen geschätzt. Angaben von AOK und Barmer zufolge würden die Kassen im Schnitt circa 32.000 bis 33.000 Euro für die Behandlung eines invasiv beatmeten Patienten auf einer Intensivstation zahlen. Bei Patienten, die nicht beatmet werden müssen, seien es hingegen durchschnittlich 8.000 Euro.

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Corona-Behandlung: Warum sind die Kosten so hoch?

Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hängt vom Krankheitsverlauf, der Schwere der Erkrankungen und der Dauer der Behandlung ab. Sie liegen aber meistens höher als bei anderen Intensivpatienten, wie Weichert erklärt: „Der Aufwand für die Behandlung schwer erkrankter Corona-Patienten ist wesentlich höher als beispielsweise der Aufwand für onkologische Patienten beziehungsweise für die Versorgung von Unfallopfern.“ Hintergrund sei, dass es viel Personal brauche, um einen Patienten vom Rücken auf den Bauch zu legen. Außerdem müssten Pfleger und Ärzte mehr Schutzmaßnahmen beachten, um sich selbst vor einer Infektion zu schützen. Besonders die künstliche Beatmung der Patienten treibe aber die Kosten in die Höhe.

„Die Abweichungen können im Einzelfall beträchtlich sein. So schlagen die zehn Prozent der beatmungspflichtigen Patienten mit den höchsten Kosten mit über 77.000 Euro zu Buche“, so eine AOK-Sprecherin gegenüber Bild.de. Bei Patienten, die eine Behandlung mit einer „künstlichen Lunge“ (ECMO) erhalten haben, lägen die Behandlungskosten im Durchschnitt sogar bei 92.000 Euro. In die Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sind im Zeitraum vom 1. März 2020 bis zum 31. Mai 2021 die Daten von insgesamt 182.000 Corona-Fälle eingeflossen.

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Diskussion um höhere Krankenkassenbeiträge für Ungeimpfte

Mittlerweile plädiert der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) für höhere Krankenkassenbeiträge bei Ungeimpften. Auch der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) sprach sich dafür laut FAZ aus: „Ich bin ausdrücklich dafür, die Kassenbeiträge anzuheben, wenn jemand, der sich impfen lassen könnte, die Injektion bewusst verweigert.“ Allerdings gibt es auch Kritik an dem Vorstoß: „Obwohl ich ein klarer Befürworter einer Impfpflicht für Erwachsene bin, ist jetzt nicht die Zeit gekommen, schon über mögliche Strafen nachzudenken“, erklärte der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) laut Bild. Auch der GKV-Spitzenverband lehnt den Vorschlag ab: „Eine tragende Säule in der GKV ist das Solidarprinzip. Das bedeutet, dass sich die Höhe der Beiträge an der finanziellen Leistungsfähigkeit des Versicherten orientiert. Der Anspruch auf medizinische Leistungen wiederum ist unabhängig von der jeweiligen Beitragshöhe, sie richten sich alleine nach der medizinischen Notwendigkeit.“ (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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