Krank ohne es zu merken: Im Fall von Covid-19 könnten asymptomatische Verläufe häufiger vorkommen, als viele Mediziner denken.
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Krank ohne es zu merken: Im Fall von Covid-19 könnten asymptomatische Verläufe häufiger vorkommen, als viele Mediziner denken.

Krank ohne Fieber, Husten, etc.

Neue Studie stellt unglaubliche These auf: Nur 13 Prozent der Corona-Infizierten könnten überhaupt Symptome entwickeln

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Eine Corona-Infektion muss nicht mit Beschwerden einhergehen. Eine neue Studie will belegen, dass nur ein Bruchteil der Infizierten Symptome zeigen.

Dringen Coronaviren über Mund oder Nase in den Körper ein, muss es zwangsläufig zur Erkrankung kommen: Davon gehen viele aus. Doch nicht immer führt Covid-19 zu typischen Symptomen wie Husten, Geruchs- und Geschmacksverlust* oder in schweren Fällen zu Luftnot oder Thrombosen. Es gibt auch Patienten, die nichts von ihrer Erkrankung mitbekommen – und davon sogar ziemlich viele, mag man einer US-amerikanischen Studie Glauben schenken. Die Wissenschaftler Rahul Subramanian, Qixin He und Mercedes Pascual von der University of Chicago kamen zu dem Schluss, dass nur etwa 13 bis 18 Prozent der Covid-19-Patienten überhaupt Symptome zeigen.

Für ihre Studie hatten die drei Wissenschaftler verschiedene Faktoren in eine Modellrechnung einfließen lassen: Darunter Antikörpertests, die in New York City von März bis April 2020 durchgeführt wurden, die im Zeitraum März bis Juni gemeldeten Covid-19-Fälle und die Veränderungen der Testkapazitäten innerhalb dieser Zeit. Nach Auswertung und Hochrechnung der Daten kamen die Forscher zu dem Schluss, dass nur 13 bis 18 Prozent der Corona-Patienten unter Symptomen wie Fieber und Husten litten. Wie der Business Insider weiter berichtete, hätten entsprechend nur einer von fünf oder einer von sieben Erkrankten überhaupt Symptome. Im Business-Insider-Interview sagte Studienautor Rahul Subramanian: „Es gibt eine Vielzahl von Menschen mit asymptomatischen Krankheitsverläufen — viel mehr als in vielen Studien angenommen wird.“

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Corona-Infizierter könnte bis zu vier Mitmenschen anstecken – und für bis zu 50 Prozent der Virusübertragungen verantwortlich sein

Wie viele Corona-Infektionen symptomfrei verlaufen, ist zwar nicht abschließend geklärt. Doch viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um eine hohe Zahl handeln könnte. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde „Centers for Disease Control and Prevention“ schätzt dem Business Insider zufolge beispielsweise, dass etwa 40 Prozent der Covid-19-Erkrankungen symptomfrei verlaufen. Die Zahl der asymptomatischen Krankheitsverläufe habe enormen Einfluss auf die Ausbreitung der Pandemie, so die Studienautoren aus Chicago. In ihrer Veröffentlichung schreiben sie: „Mit Hilfe eines epidemiologischen Modells, das die Testkapazität miteinbezieht, zeigen wir, dass viele Infektionen asymptomatisch sind, aber insgesamt wesentlich zur Übertragung in der Gemeinschaft beitragen. Ihre individuelle Übertragbarkeit bleibt ungewiss. Wenn sie genauso gut übertragen wie symptomatische Infektionen, kann sich die Pandemie schneller ausbreiten, als in aktuellen Modellen oft angenommen wird. Wenn dies nicht der Fall ist, dann erzeugt jeder symptomatische Fall im Durchschnitt eine höhere Anzahl von Sekundärinfektionen als typischerweise angenommen“.

Die Modellrechnung erlaubte den US-Forschern auch, Schätzungen bezüglich der Verbreitung von Covid-19 anzustellen. Laut Subramanian sei ein mögliches Szenario, dass ein asymptomatischer Patient drei bis vier andere Menschen anstecken könnte. Das Modell zeigt außerdem die Möglichkeit auf, dass symptomatische Patienten einen Reproduktionswert von vier bis acht haben könnten. Subramanian errechnete auch ein Szenario, in dem nicht-symptomatische Infektionen für mindestens 50 Prozent der Virusübertragungen verantwortlich sind, so der Business Insider. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Zur Studie

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