In Corona-Zeiten sollten Herzpatienten besonders gewissenhaft darauf achten, ihre Medikamente einzunehmen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
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In Corona-Zeiten sollten Herzpatienten besonders gewissenhaft darauf achten, ihre Medikamente einzunehmen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Medizin und Atemnot

Corona-Ratschläge für Herzpatienten

Herzpatienten haben kein erhöhtes Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Einmal infiziert, ist die Gefahr für sie aber teils deutlich höher. Das hat Konsequenzen für den Alltag.

Frankfurt/Main/Berlin (dpa/tmn) - Abstand halten, Hygieneregeln beachten: Diese generellen Tipps im Kampf gegen Coronavirus und Covid-19 sind für Menschen mit Herzkrankheiten besonders wichtig.

Denn eine Infektion mit dem Virus kann für sie sehr gefährlich werden. Darüber hinaus gibt es noch weitere Punkte zu beachten:

- Das Herz stärken: Ein Ausbruch von Covid-19 kann Schwerstarbeit für das Herz bedeuten. Das gilt selbst dann, wenn die Krankheit das Organ nicht direkt befällt, erklärt die Deutsche Herzstiftung. So kann eine Lungenentzündung dafür sorgen, dass im Blut nicht mehr genug Sauerstoff vorhanden ist. Sinkt dann durch die Krankheit auch noch der Blutdruck, muss das Herz zum Ausgleich schneller schlagen. Das kann das Organ überlasten - gerade wenn es schon vorgeschädigt ist.

Für Patienten ist es jetzt daher besonders wichtig, ihr Herz in einen möglichst leistungs- und widerstandsfähigen Zustand zu versetzen. Die Experten der Stiftung raten daher, Herz-Kreislauf-Medikamente jetzt besonders gewissenhaft einzunehmen. Mindestens ebenso wichtig seien aber eine gesunde Ernährung und, soweit möglich, ausreichend Bewegung.

- Symptome ernst nehmen: Gelegentliche Atembeschwerden, nach dem Treppensteigen zum Beispiel, sind für viele Herzpatienten Alltag. Allerdings ist Atemnot auch ein frühes Anzeichen für Covid-19. Eine Verschlechterung der Beschwerden sollte man daher nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern beim Arzt abklären lassen - denn womöglich steckt dahinter gar nicht die gewohnte Herzkrankheit.

Tritt die Atemnot plötzlich und im Ruhezustand auf, sollte man sogar die 112 wählen - unabhängig von der Corona-Pandemie. Denn plötzliche, scheinbar grundlose Atemnot kann auch Hinweis auf einen Herznotfall sein.

- Weiter Hilfe holen: Manche Herzpatienten haben vielleicht Angst davor, sich im Krankenhaus anzustecken - und rufen deshalb nicht den Arzt, wenn es eigentlich sein müsste. Die Deutsche Herzstiftung weist jedoch darauf hin, dass alle Hilfsangebote für Herzpatienten, auch im Notfall, unabhängig von der Pandemie weiter zur Verfügung stehen.

Auch geplante Krankenhausaufenthalte sollten Patienten jetzt nicht von sich aus absagen, rät die Initiative Herzklappe. Ist zum Beispiel eine Herzklappen-Operation geplant, sollten sich Betroffene weiter darauf vorbereiten - zumindest solange sie keine anderweitigen Infos von ihrem Arzt erhalten. Nach einem solchen Eingriff ist allerdings besondere Vorsicht gefragt. Herzklappen-Patienten haben nach einer Operation ein allgemein höheres Infektionsrisiko, so die Initiative.

Ratgeber der Deutschen Herzstiftung

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