Frau hat Kopfschmerzen
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Kopfschmerzen sind ein Symptom, welches einige Corona-Patienten auch nach überstandener Infektion zeigen.

Noch lange krank nach Infektion

Jeder dritte Corona-Patient hat sechs Wochen nach Genesung noch Beschwerden – Symptom-Tagebuch hilft behandelnden Ärzten

Nach überstandener Corona-Infektion sind Betroffene oftmals noch lange Zeit geschwächt. Ein Symptom-Tagebuch verbessert die Behandlungsmöglichkeiten.

Update vom 16.12.2020: Auch wer nur an leichtem Covid-19 gelitten hat, ist oftmals noch lange nach überstandener Krankheit geschwächt. So das Ergebnis einer Schweizer Studie. Jeder dritte Patient leidet demnach noch sechs Wochen danach an Symptomen wie Müdigkeit, Atemnot und dem Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Zu diesem Schluss kamen Forscher der Universität Genf, nachdem sie die Daten von mehr als 700 Corona-Patienten ausgewertet hatten, die die Coronavirus-Infektion zuhause auskuriert hatten.

Artikel vom 14.12.2020: Berichte über „Long-Covid*“ nehmen weltweit zu. Es ist aber wenig bekannt über diese Krankheit, die einer akuten Covid-19 Infektion folgen kann. Ebenso unklar sind die Häufigkeit, die Risikofaktoren oder die Möglichkeit, ob ein langwieriger Verlauf der Krankheit vorhergesagt werden kann. In einer Studie am King’s College in London wurden Daten von über 4.000 Covid-19 Patienten analysiert, die ihre Symptome mittels einer App über einen Zeitraum von mehreren Wochen dokumentiert hatten. Insgesamt 20 Prozent der Studienteilnehmer hatten Symptome, die länger als vier Wochen anhielten, bei knapp sieben Prozent hielten die Beschwerden sogar länger als acht Wochen an. Long-Covid war hier vorwiegend durch Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, erschwerte Atmung oder fehlender Geruchssinn gekennzeichnet.

Um Langzeitfolgen zu dokumentieren und so für ein besseres Verständnis über den Corona-Krankheitsverlauf zu sorgen, hat die gemeinnützige Organisation Data4Life ein Symptom-Tagebuch entwickelt, in welchem schnell und einfach neben den Symptomen einer akuten Corona-Krankheit auch die Long-Covid-Beschwerden dokumentiert werden können. Ziel ist es unter anderem, Ärzten einen besseren Überblick über die Erkrankung und ihre Ausprägung zu geben und somit die Therapiemöglichkeiten zu verbessern.

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Mit einem Symptom-Tagebuch auch langfristig bestehende Beschwerden erfassen

“Wir sind sicher, dass die Betroffenen, deren Ärzte und langfristig auch die Wissenschaft durch unser Symptom-Tagebuch inklusive der Long-Covid-Erweiterung schneller relevante Erkenntnisse gewinnen können, die allen zugute kommen”, erklärt Christian Weiß, CEO der von der Hasso-Plattner-Foundation finanzierten, gemeinnützigen Data4Life gGmbH das Engagement der Organisation. Noch fehle einer Pressemitteilung des Unternehmens zufolge das Bewusstsein bei Menschen und Ärzten, dass nach einer initial überstandenen Covid-19 Erkrankung auch längerfristige Beschwerden bestehen können. Manche Betroffene fühlen sich bereits einige Tage oder Wochen besser, bevor Beschwerden zurückkehren oder gar neue Symptome hinzukommen. Dabei scheint Long-Covid nicht nur bei Menschen mit schweren, sondern auch bei Menschen mit leichten Krankheitsverläufen aufzutreten

“Da die Erkrankung Long-Covid erst seit einigen Monaten beschrieben wird, lassen sich bezüglich möglicher Langzeitfolgen und bleibender Schäden bisher noch keine abschließenden Aussagen treffen. Wir wissen inzwischen, dass auch bei Menschen, bei denen die initiale Covid-19-Infektion mild verlief, Beschwerden über Wochen hinweg fortbestehen können. Um Long-Covid – auch im Vergleich zu anderen respiratorischen Erkrankungen – besser zu verstehen, kann eine detaillierte Dokumentation der Symptome über einen längeren Zeitraum hinweg helfen”, erklärt PD Dr. Cornelius Remschmidt, Chief Medical Officer von Data4Life. “Mit dem digitalen Symptom-Tagebuch unterstützen wir die Betroffenen dabei, ihre Symptome auch über einen längeren Zeitraum präzise und übersichtlich zu erfassen und auf eigenen Wunsch mit dem Arzt zu teilen”, erklärt Remschmidt die Weiterentwicklung des Symptom-Tagebuchs von Data4Life. *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Mehr Quellen: https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M20-5926

Weiterlesen: Geruchs- und Geschmacksstörungen durch Corona: Ärzte therapieren mithilfe von „Riechtraining“.

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Langsam Luft holen: Atemübungen wie diese sind typisch für ein Achtsamkeitstraining. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Interessierte können Achtsamkeit in mehrwöchigen Kursen erlernen - hier zum Beispiel bei Trainer Mathias Gugel. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Mathias Gugel ist Diplom-Pädagoge und Achtsamkeitstrainer in Berlin. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
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