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Corona-Infektion: Symptome stark von Altersgruppe abhängig

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Von: Nail Akkoyun

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Frühzeitige Corona-Symptome fallen je nach Altersgruppe meist unterschiedlich aus. Dies zeigt eine neue Studie.
Brustschmerzen, andauernder Husten, Bauchschmerzen - diese frühzeitigen Corona-Symptome fallen je nach Altersgruppe meist unterschiedlich aus. Dies zeigt eine neue Studie. (Symbolbild) © Imago

Einer neuen Studie zufolge unterscheiden sich frühe Corona-Symptome je nach Altersgruppe erheblich. Ein KI-Modell macht diese Erkenntnis möglich.

London/Kassel – Die Symptome einer Corona-Infektion sind vielfältig, neben typischen Erkältungsanzeichen wie Husten, Halskratzen und einer laufenden Nase, können unter anderem auch Bauchschmerzen oder Atemnot auf das Coronavirus hindeuten. Gerade in den anstehenden kälteren Jahreszeiten wäre es aber praktisch, schnell zu erkennen, ob es sich um die Grippe oder doch tatsächlich um Corona* handelt.

Forscherinnen und Forscher des King’s College London haben sich dieser Frage nun angenommen. In einer neuen Studie versuchte das Team, eine künstliche Intelligenz (KI) darauf zu trainieren, anhand früher Symptome die Wahrscheinlichkeit einer Covid-19-Infektion zu bestimmen.

Die in der Fachzeitschrift „The Lancet Digital Health“ erschienene Studie offenbarte zudem auch Unterschiede der frühen Symptome in den verschiedenen Altersgruppen: Beispielsweise unterscheiden sich die Symptome in den ersten drei Tagen bei 16 bis 39-Jährigen deutlich von denen der über 60- beziehungsweise über 80-Jährigen.

KI-Modell untersucht frühe Symptome um Corona-Infektion zu erkennen

Bei früheren Forschungsansätzen hätten viele KI-Modelle nur die Symptome zum Höhepunkt einer Erkrankung berücksichtigt, erklärten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Zu Beginn einer Corona-Infektion könnten gewisse Symptome aber bessere Indikatoren sein als im späteren Krankheitsverlauf. In einer Pressemitteilung hieß es weiter, dass mithilfe der neuen Resultate frühzeitig Empfehlungen für eine häusliche Isolation sowie Tests angepasst werden könnten.

Hochschule:King’s College London
Gründung:1829
Studierendenanzahl:27.629 (Stand: 2016)
Aufnahmequote:13 Prozent (Stand: 2014)

Für die Studie wurden Daten der Covid Symptom Study App genutzt. Diese wurde von Zoe entwickelt, einem Unternehmen im Bereich der Gesundheitswissenschaften. Zoe kooperierte zum Zweck der Entwicklung mit dem King’s College London und dem Massachusetts General Hospital in Boston. Nutzerinnen und Nutzer der App können dabei Angaben zu ihren Covid-19-Symptomen machen und ihre PCR-Testergebnisse mit dem Forscherteam teilen.

Das Team untersuchte für ihre Studie die Angaben von 182.991 erkrankten Personen zu 18 Symptomen der ersten drei Tage nach Einsetzen der Krankheitsanzeichen. Zur Verfügung gestellt wurden die Daten zwischen Ende April und Mitte Oktober 2020. Mit diesen Daten wurde die KI trainiert, welche dann zwischen Mitte Oktober und Ende November 2020 die Daten von 15.049 weiteren Probandinnen und Probanden analysierte.

Studie: Geruchsverlust und Brustschmerzen sind die häufigsten Corona-Symptome

Relevante Symptome für die frühzeitige Entdeckung einer Covid-19-Infektion waren demnach Geruchsverlust, Brustschmerzen, andauernder Husten, Bauchschmerzen, Blasen an den Füßen, strapazierte Augen sowie ungewöhnliche Muskelschmerzen.

Geschlechterübergreifend traten am häufigsten Geruchsverlust und Brustschmerzen auf. Obwohl Fieber zu den bekannten Corona-Symptomen zählt, war es in den ersten drei Tagen häufig nicht aussagekräftig. Eine Studie der Harvard-Universität zeigte zuletzt, welche Menschen Corona-Superspreader* sein können.

Frühe Corona-Symptome je nach Altersklasse unterschiedlich

Allerdings unterschieden sich die Symptome, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinwiesen, in den verschiedenen Altersgruppen. Während etwa anhaltender Husten bei Menschen zwischen 40 und 59 Jahren ein deutliches Zeichen auf eine Erkrankung war, deutete bei jüngeren Personen stattdessen mehr der Geruchsverlust auf eine Sars-Cov-2-Infektion und die Infektionskrankheit Covid-19 hin.

Der Künstlichen Intelligenz zufolge waren bei Menschen über 80 Jahren wiederum Durchfall, Halskratzen oder Muskelschmerzen erste Anzeichen. Doch auch bei geimpften und ungeimpften Personen unterscheiden sich die Corona-Symptome*.

Neues KI-Modell erkennt Corona-Infektionen anhand Symptome häufiger als andere Modelle

Die vom King’s College London mitentwickelte KI ermittelt eine Covid-19-Erkrankung zwar nicht immer, besitzt aber dennoch eine höhere Genauigkeit als andere Algorithmen, die eine Corona-Infektion diagnostizieren, beziehungsweise voraussagen sollen. Die Sensitivität, also der Wert, mit dem Corona-Positive auch korrekt vorhergesagt wurden, lag bei 73 Prozent. Hinlegen lag die Spezifität, also die Wahrscheinlichkeit, dass Corona-Negative auch als korrekt negativ vorhergesagt werden, bei 72 Prozent.

Die Autorinnen und Autoren der Studie hoffen nun, dass das Modell Anklang findet. Liane dos Santos Canas, Erstautorin der Forschungsarbeit, hofft zudem, dass das Wissen über die unterschiedlichen Symptome dabei helfen kann, Menschen so früh wie möglich zu Tests zu bewegen, sodass das Risiko einer Weiterverbreitung minimiert wird. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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