Arzneimittel-Engpässe möglich: Deutsche Apotheken könnten die Folgen der Coronavirus-Epidemie bald zu spüren bekommen.
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Arzneimittel-Engpässe möglich: Deutsche Apotheken könnten die Folgen der Coronavirus-Epidemie bald zu spüren bekommen.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Gefährlicher Medikamenten-Engpass in Deutschland? Coronavirus-Epidemie mit gravierenden Folgen

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Vor allem in China herrscht Ausnahmezustand wegen des neuartigen Coronavirus - das hat drastische Folgen für die Wirtschaft. Auch der Pharmasektor ist betroffen.

  • Weltweit kam es bisher zu 31.500 gemeldeten Coronavirus-Infektionen*, 639 Todesfälle sind bekannt (Stand 07.02.2020)
  • Strenge Einreise- und Ausfuhrbestimmungen gelten in China.
  • Auch das deutsche Gesundheitssystem ist von China als großem Wirkstoffproduzenten abhängig.

Die wenigsten Arzneimittel werden in Deutschland hergestellt. Die meisten Pharmakonzerne lagern ihre Produktion in weit entfernte Länder aus, unter anderem um Personalkosten zu sparen. Auch China zählt zu den asiatischen Staaten, in welchen wichtige Wirkstoffe für Medikamente hergestellt werden - was das deutsche Gesundheitssystem in der jetzigen Situation vor Probleme stellen könnte. Denn durch den Ausbruch des Coronavirus wurden weite Teile Chinas isoliert, was drastische Auswirkungen auf die Wirtschaft hat.

Coronavirus-Ausbruch mit möglichen Folgen für den deutschen Arzneimittelmarkt

Das Paradoxe: Die zentralchinesische Provinz Hubei und auch die darin liegende Metropole Wuhan wurde von der Welt abgeschottet, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, was allerdings tausende Patienten weltweit in Gefahr bringen könnte. Nicht nur Einwohner aus Risikogebieten sind von Ausreiseverboten betroffen, auch der Warenstrom von China ins Ausland wird durch Quarantänen und durch andere Coronavirus-bedingte Faktoren beeinflusst. Davon betroffen sind auch Wirkstoffproduzenten für Arzneimittel, die in der Provinz Hubei ihren Sitz haben.

Engpässe im deutschen Arzneimittelmarkt sind eine mögliche Folge, wie der Spiegel meldet. Zwar gebe es dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zufolge bislang keine Warnung vor Liefer- und Versorgungsengpässen. Doch die Gefahr wäre real, so das Nachrichtenportal. Eine Recherche des BfArM habe ergeben, dass für 19 Arzneimittel ein Wirkstoffhersteller in der Stadt Wuhan gemeldet sei, zitiert der Spiegel eine interne Nachricht des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie. 17 Präparate seien versorgungsrelevant.

Lesen Sie auch: Schützt eine Maske vor einer Coronavirus-Infektion? Wer einen Mundschutz tragen sollte.

Im Video: So schadet das Coronavirus der Wirtschaft auf der ganzen Welt

Europa ist abhängig von produzierenden Staaten wie China

Betroffen sind nicht nur Schmerzmittel und Blutdrucksenker: Auch Antibiotika, Herzmedikamente und Chemotherapien werden mittlerweile zum Großteil außerhalb Europas produziert. Deutschland und andere europäische Länder sind entsprechend abhängig von großen Produzenten mit Sitz in China oder anderen asiatischen Ländern.

"Sollten sich Hinweise auf eine Nichtverfügbarkeit von Arzneimitteln durch den Ausbruch des Coronavirus ergeben, wird das BfArM diese umgehend und in geeigneter Form kommunizieren", sagte ein Sprecher des BfArM. Das Institut stehe in engem Austausch mit der Europäischen Arzneimittelagentur.

Quellen: www.bundesgesundheitsministerium.de; www.spiegel.de 

Weiterlesen: Wie im Dritte-Welt-Land: Hier werden in Deutschland Medikamente knapp.

Umfrage zum Thema

jg

WHO erklärt Gesundheitsnotstand wegen Coronavirus

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