Neuer Ausbruch in Peking

Coronavirus könnte durch Mutation noch ansteckender werden

Die neue Infektionswelle in Peking hängt womöglich mit einer Mutation des Coronavirus zusammen. Forscher vermuten, dass der Erreger noch ansteckender werden könnte.

  • Vor Kurzem wurde eine neue Infektionswelle in Peking bekannt.
  • Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um eine Mutation des Coronavirus*.
  • Eine Studie legt nahe, dass Mutationen den Erreger noch ansteckender machen könnten.

Die Nachrichten einer neuen Infektionswelle in Peking sorgt für Beunruhigung - besonders, weil es sich um eine Mutation des Coronavirus handeln könnte. Dass sich ein Virus mit der Zeit verändert, ist allerdings normal.

Coronavirus-Mutationen: Wird der Erreger ansteckender?

Seit Beginn der Pandemie haben Forscher bereits hundert verschiedene Mutationen des Coronavirus registriert, berichtet die Deutsche Welle (DW). Die Mutationen entstehen, weil sich das Virus selbst kopieren muss, um sich zu vermehren - und dabei entstehen Fehler. Das hat zur Folge, dass sich das ursprüngliche Virus abschwächt oder aggressiver wird.

Forscher der medizinischen Forschungseinrichtung Scripps Research im US-Bundesstaat Kalifornien haben zum Beispiel herausgefunden, dass eine bestimmte Mutation des neuartigen Coronavirus mehr Zellen infizieren kann. Die Wissenschaftler untersuchten eine Mutation mit dem Code D614G, die vor allem in Europa und Nordamerika in Virenproben entdeckt wurde. Unter Labor-Bedingungen konnten sie nachweisen, dass diese Mutation über deutlich mehr sogenannte Spike-Proteine verfügt, wodurch das Virus leichter den Körper befallen kann. Ob diese Virenform häufiger schwere oder tödliche Krankheitsverläufe auslöst, ist aber nicht klar.

Auch interessant: Nochmal angesteckt? So wahrscheinlich ist eine Coronavirus-Infektion nach überstandener Krankheit.

Mögliche Mutation: Wie gefährlich ist das Virus in Peking?

Auslöser der neuen Infektionswelle in Peking scheint offenbar eine neue Variante des Erregers SARS-CoV-2 zu sein, wie Zeng Guang, Epidemiologe des Chinesischen Gesundheitsamts der Global Times berichtet. Nach bisherigem Erkenntnisstand liegt der Ursprung dieses mutierten Erregers* in Schneidebrettern im Xinfadi-Großmarkt in Peking, auf denen importierter Lachs präpariert worden war.

Laut Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité müssen Mutationen aber nicht prinzipiell negativ gesehen werden, wie er in einem NDR-Podcast Anfang Juni in Bezug auf aktuelle Studien erklärte. Eine Mutation könne einen Virus nämlich auch abschwächen, zum Beispiel, wenn sich das Virus noch besser in der Nase repliziere und besser übertragen würde: "Aber in der Nase werden wir nicht allzu krank davon. Das heißt, das Ganze wird auf lange Sicht zu einem Schnupfen, der sich für die Lunge gar nicht mehr interessiert. So etwas könnte passieren."

Ob es sich bei der neuen Variante des Coronavirus um eine abgeschwächte oder aggressivere Mutation handelt, muss erst noch überprüft werden. Der "Ursprung und das Ausmaß" dieses erneuten Ausbruchs wird untersucht, versicherte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag auf einer virtuellen Pressekonferenz.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Diese drei Faktoren entscheiden, ob Covid-19 kritisch verläuft.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Sakchai Lalit/AP/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Diese Menschen verbreiten das Coronavirus: Studie findet jetzt eine verhängnisvolle Verbindung - „Superspreader“
Nur wenige Menschen sollen einen japanischen Professor zufolge das Coronavirus verbreiten. Sie zu isolieren, würde die Pandemie eindämmen, so seine Einschätzung.
Diese Menschen verbreiten das Coronavirus: Studie findet jetzt eine verhängnisvolle Verbindung - „Superspreader“
Ob Föhn oder Hitzewelle: Was Sie gegen Wetterfühligkeit tun können
Sie leiden unter Luftdruckschwankungen und Hitzewellen? Viele reagieren mit Kreislaufproblemen. Was gegen Wetterfühligkeit hilft, erfahren Sie hier.
Ob Föhn oder Hitzewelle: Was Sie gegen Wetterfühligkeit tun können
Hausmittel gegen Mückenstiche und wie Sie nicht gestochen werden
Was sind die besten Mittel gegen Mückenstiche? Diese Frage stellen sich viele Menschen wieder in den Sommermonaten. Hier finden Sie die Antwort.
Hausmittel gegen Mückenstiche und wie Sie nicht gestochen werden
Hustenreiz nicht falsch interpretieren: Diese Ursache steckt derzeit häufig dahinter
Sie leiden in letzter Zeit häufig an Hustenreiz? Verfallen Sie nicht gleich in Panik - statt an eine Coronavirus-Infektion sollten Sie zuerst an einen anderen Auslöser …
Hustenreiz nicht falsch interpretieren: Diese Ursache steckt derzeit häufig dahinter

Kommentare