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In Deutschland sind bisher 47.278 Coronavirus-Infektionen gemeldet worden. (Stand 27.03.2020)

Ansteckender und tödlicher?

Covid-19 und Grippe im Vergleich: RKI mit neuer Einschätzung - "Jeder muss die Augen öffnen"

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Die Virusgrippe und eine Infektion mit Coronaviren zeigen gewisse Ähnlichkeiten. Ein Experte verrät, welche Infektionskrankheit mehr Gefahren birgt und wer gefährdet ist.

  • Eine Infektion mit Coronaviren kann tödlich enden - wie die Virusgrippe auch.
  • Je nach Krankheit gibt es aber Unterschiede - nicht nur in Hinblick auf die Risikogruppen.
  • Die Virusgrippe fordert jedes Jahr unzählige Todesopfer - weit mehr als eine Coronavirus-Infektion?

Update vom 21. März 2019: Die Coronapandemie stellt in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) ein Krankheitsgeschehen von bisher ungekannten Dimensionen dar. "Wir alle sind in einer Krise, die ein Ausmaß hat, das ich mir selber nie hätte vorstellen können", warnte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin bei seiner Lageeinschätzung vor Journalisten. Allen Bürgern und Entscheidungsträgern müsse der Ernst der Lage nun vollkommen klar sein. "Jeder muss das verstehen."

Der RKI-Chef warnte erneut davor, die Gefährlichkeit von Corona mit derjenigen der Grippe zu vergleichen. Auch die Grippe sei gefährlich, die sogenannte Krankheitslast des neuartigen Erregers aber viel höher. Corona übertrage sich viel leichter und führe insbesondere in den Risikogruppen* zu sehr viel mehr schweren Verläufen und Todesfällen. Es sei zu befürchten, dass die Beatmungsplätze in den Kliniken nicht reichten. Jeder müsse "die Augen öffnen vor dieser Realität".

Grippe und Covid-19 im Vergleich: Bis zu fünf Millionen schwere Grippefälle jährlich

Erstmeldung: Nach den ersten bestätigten Coronavirus-Fällen in Bayern* erklärte Bundesgesundheitsminister Spahn in der Tagesschau, dass man gut vorbereitet sei. Er würde die Meldeketten noch engmaschiger machen und Fluggesellschaften und Kliniken zusätzliche Meldepflichten auferlegen wollen, so Spahn im Interview. Inzwischen 47.278 bestätigte Coronavirus-Infektionen in Deutschland und 281 Todesfälle zwingen die Bundesregierung zu drastischeren Maßnahmen, sie richtete einen Krisenstab ein. Die aktuellen Maßnahmen der Regierung umfassen strenge Grenzkontrollen und Ausgangsbeschränkungen.

Viele Bürger sind beunruhigt wegen immer neuer Fälle der SARS-ähnlichen Lungenkrankheit, die durch neuartige Coronaviren* ausgelöst wird. Bisher sind im Jahr 2020 weltweit 537.808 Coronavirus-Infektionen und 24.127 Todesfälle  gemeldet worden, wie das Coronavirus Resource Center der Johns Hopkins Universität meldete (Stand 27.03.2020). 123.312 Menschen seien bereits wieder gesund. Zum Vergleich: Weltweit kommt es der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge zu drei bis fünf Millionen schweren Grippefällen jährlich. Davon versterben bis zu 650.000 Menschen an der Viruserkrankung.

Neuartiges Coronavirus: Menschliches Immunsystem nicht darauf vorbereitet

Doch es existiert eine Grippeschutzimpfung, die vor Influenza* schützt – eine Impfung gegen den neuen Erreger Sars-CoV-2 ist noch nicht auf dem Markt. "Zwar gibt es bereits eine Reihe klinischer Tests von Medikamenten in China, und es sind Impfstoffe gegen Covid-19 in der Entwicklung, bisher aber gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapien für Covid-19*", zitiert der Spiegel die Weltgesundheitsorganisation WHO. Bei Influenza hingegen gebe es sowohl schützende Impfungen als auch zugelassene antivirale Medikamente. Auch der Fakt, dass unser Immunsystem nicht auf den neuartigen Coronavirus vorbereitet ist, erhöht die Gefahr schwerer Krankheitsverläufe, die bei Risikogruppen* sogar zum Tod führen können.

Coronavirus-Infektionen und Grippe – weitere Unterschiede im Überblick:

  • Covid-19 verläuft nach aktuellem Wissensstand häufiger lebensbedrohlich als eine Grippe. Rund 15 Prozent der Coronavirus-Infektionen verlaufen so schwer, dass Patienten zusätzlich mit Sauerstoff versorgt werden müssen. Bei fünf Prozent der Betroffenen ist sogar künstliche Beatmung nötig. Auch die Todesrate soll im Fall von Corona höher liegen als bei der normalen Grippewelle. Diese Einschätzung ist allerdings als vorläufig einzustufen, zu viele Variablen über das Coronavirus seien noch unbekannt.
  • Coronaviren scheinen ansteckender zu sein als Grippe-Erreger. Auch hier können Mediziner noch keine abschließende Bewertung abgeben, weil noch zu wenig über das neuartige Virus bekannt ist.
  • Covid-19 hat eine längere Inkubationszeit als die Grippe. Bis zu 14 Tage soll es bei einer Ansteckung mit Coronaviren* dauern, bis Betroffene erste Symptome zeigen. Bei einer Grippe sind es in der Regel zwei bis drei Tage. 
  • Kinder und Schwangere zählen nach derzeitigem Wissensstand nicht zu den Covid-19-Risikogruppen. Bei Grippe hingegen gehören sie zu den Patienten, bei welchen schwere Krankheitsverläufe möglich sind.

Weiterlesen: Coronavirus: Die typischen Symptome einer Infektion mit Sars-CoV-2.

Video: Grippe oder Corona-Virus - Was ist schlimmer?

Zum Tode führte eine Infektion mit Coronaviren bislang hauptsächlich bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Zu den Risikogruppen* zählen:

  • Menschen mit Herzkrankheit 
  • Krebspatienten
  • ältere Menschen
  • immungeschwächte Personen (etwa durch Autoimmunkrankheiten)

Lesen Sie auch: Schützt eine Maske vor einer Coronavirus-Infektion? Wer einen Mundschutz tragen sollte.

Bislang kein Medikament gegen das Coronavirus gefunden

Bei der Virusgrippe verhält es sich ähnlich. Auch hier seien junge, gesunde Menschen weit weniger gefährdet als ältere Menschen mit Vorerkrankungen oder Immunschwäche, so Kräusslich.

Wie bei einer Grippeinfektion gibt es auch bei einer Infektion mit Coronaviren bislang kein Medikament*, das gegen die Viren wirkt. Man kann allerdings die Symptome wie Atemwegsinfektionen oder Schwierigkeiten beim Abhusten behandeln. Die Behandlung ist also bei beiden Krankheiten symptomatisch. "Man wartet darauf, bis das Immunsystem des Körpers mit dem jeweiligen Erreger fertig wird", so Virologe Kräusslich.

Umfrage zum Thema

Mehr zum Thema: Erster Coronavirus-Patient in München auf Isolierstation.

Weiterlesen: Coronavirus: Was sind die Symptome? Lungenkrankheit breitet sich aus.

Frankfurt: Die Tourismusbranche in Frankfurt spürt die Auswirkungen des Coronavirus* deutlich. Insbesondere Hotels und Messen sind vom abnehmenden Tourismus aus China betroffen. Grund zur Sorge besteht jedoch nicht.

Wiesbaden: Das Land Hessen sieht sich gut auf mögliche Coronavirus-Fälle vorbereitet*, teilte Sozialminister Kai Klose mit.

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

*Merkur.de und fnp.de gehören zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

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