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Wer über einen längeren Zeitraum Cortison eingenommen hat, sollte es nur langsam absetzen. Foto: Christin Klose

Apothekerverband rät

Cortison nicht abrupt absetzen

Cortison kann zur Behandlung ganz unterschiedlicher Krankheiten zum Einsatz kommen. Nimmt man davon über längere Zeit viel ein, gewöhnt sich der Körper daran. Nach der Behandlung solte das Hormon daher nicht abrupt abgesetzt werden.

Berlin (dpa/tmn) - Wer über einen längeren Zeitraum Cortison einnimmt, sollte es danach nicht abrupt absetzen. Dem Körper drohten sonst Entzugserscheinungen, warnt die Bundesvereinigung Deutscher Apotheker-Verbände (ABDA) in ihrer "Neuen Apotheken Illustrierten" (Ausgabe 15. April 2019).

"Es kommt zu einem Steroid-Entzug, der sich durch Schwäche, Müdigkeit, Übelkeit oder Gelenkschmerzen bemerkbar machen kann. Der Blutdruck sinkt, man ist verwirrt", erklärt Apothekerin Ursula Sellerberg vom ABDA. Die Krankheit, gegen die man das Hormon eingenommen hat, könne außerdem wieder aufflammen.

Grund ist der körpereigene Hormonhaushalt. Cortison wird, wie andere Steroidhormone, in der Nebennierenrinde gebildet. Der Körper produziert es auf Bedarf. Nimmt man zusätzlich Cortison ein, hält der Körper seinen Bedarf für gedeckt. Bei einer längerfristigen Einnahme bildet sich sogar die Nebennierenrinde zurück. Wenn die externe Zufuhr dann abrupt aufhört, kann der Körper das nicht auf Anhieb ausgleichen. Er braucht Zeit, die körpereigene Produktion wieder hochzufahren.

Die ABDA rät daher, die Cortison-Zufuhr langsam auszuschleichen. Wie und wann genau die Dosis zurückgefahren wird, sollte dabei immer der Arzt entscheiden.

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