DAK-Gesundheitsreport vorgestellt

An welchen Krankheiten die Münchner leiden

München - Stress in Beruf und Privatleben: Depressionen und Angst machen immer mehr Menschen in München krank - und sind Grund für Fehltage im Job. Das geht aus dem DAK-Gesundheitsreport hervor.

Nirgendwo sonst im Freistaat sind Arbeitnehmer so selten krank wie in Starnberg und München. Gründe für Fehltage sind dem DAK-Gesundheitsreport 2014 zufolge immer öfter Depressionen. Besonders in der Landeshauptstadt.

Für die Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreport 2014 wertete die Krankenkasse die Zahlen ihrer Versicherten aus. Durchschnittlich fehlen Arbeitnehmer in Bayern an 3,5 Prozent ihrer Arbeitstage, in Starnberg sind es 2,7 Prozent, in München 2,8 Prozent. Die häufigsten Fehltage wegen Krankheit hatten die Versicherten in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld mit 4,2 Prozent, gefolgt von Schweinfurt und Umgebung mit 4,1 Prozent.

Bezogen auf die Stadt München nahmen den Angaben nach die Krankschreibungen wegen Depressionen und Angstzuständen um satte 10 Prozent zu. Wegen psychischer Erkrankungen fehlten somit 17,6 Prozent der Krankgeschriebenen - das entspricht jedem sechsten Ausfalltag. Durchschnittlich fehlte jeder DAK-Versicherte an 1,8 Tagen aufgrund psychischer Erkrankungen.

Am häufigsten leiden die Menschen in München an Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen. Sie waren mit 19 Prozent Hauptgrund für Krankschreibungen (jeder fünfte Fehltag). Erkrankungen des Atmungssystems stiegen um 6 Prozent und nehmen nun mit 18,3 Prozent den zweiten Platz ein.

Deutlich gesunken dagegen ist die Zahl der Fehltage wegen Verletzungen. Sie ging um 11 Prozent zurück, was der DAK zufolge auch an der kürzeren durchschnittlichen Erkrankungsdauer liegt.

Jüngere sind seltener krank

Die DAK untersucht in dem am Mittwoch veröffentlichten Gesundheitsreport speziell die Situation der 25- bis 39-Jährigen, bei denen Anforderungen aus Beruf und Familie zusammenkommen. Fazit: Obwohl viele Männer und Frauen ab 25 Jahren wegen Mehrfachbelastung unter Druck stehen, wirkt sich das kaum bei den Krankschreibungen aus. Sie fallen der Studie zufolge im Job seltener aus als jüngere Kollegen und sind kürzer krankgeschrieben als die Älteren. Sie haben mit rund 9 Tagen je Person 38 Prozent weniger Ausfalltage als die Ab-40-Jährigen (rund 15 Fehltage).

Chronische Krankheiten auf dem Vormarsch 

„Der in dieser Gruppe niedrigere Krankenstand darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in diesem Alter bereits erste Ansätze für chronische Krankheiten bilden", sagte Thomas Böhle, Personalchef der Stadt München. So sind im Freistaat in der Rushhour des Lebens bereits vier von zehn Beschäftigten mit Rückenproblemen in Behandlung. Knapp sieben Prozent der Männer sind wegen Bluthochdruck in Behandlung, der häufig in Verbindung mit Stress und Bewegungsmangel steht. Böhle fordert von Unternehmen ein entsprechendes betriebliches Gesundheitsmanagement, um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten. Günter Köll von der DAK betonte, dass es auch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Bayern noch viel Nachholbedarf gebe.

wes

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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