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Noch nie gab es so viele Ausfalltage im Job wegen psychischer Erkrankungen, berichtet die DAK. Allerdings meldeten sich Deutschlands Arbeitnehmer 2016 seltener krank.

DAK

Krankschreibungen wegen psychischer Leiden auf Höchststand

Die Arbeitnehmer in Deutschland haben sich im vergangenen Jahr seltener krankschreiben lassen. Die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen erreichten allerdings einen neuen Höchststand erreicht.

Die DAK registrierte im vergangenen Jahr rund 246 Ausfalltage je hundert Versicherten aufgrund von Seelenleiden, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen waren, wie die DAK am Freitag mitteilte. Die Zahl der Fehltage aufgrund dieser Diagnose hat sich in den vergangenen 20 Jahren damit mehr als verdreifacht.

Insgesamt fehlten 2016 zwar weniger Menschen aufgrund psychischer Erkrankungen im Job, im Einzelfall dauerten sie aber länger. Im Schnitt waren es 38 Fehltage, nach 35 Ausfalltagen im Jahr 2015. Die meisten Fehltage entfielen auf Depressionen, gefolgt von Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen und Burnout. Nach einem Höchststand im Jahr 2010 wurde die Diagnose Burnout seither allerdings deutlich weniger festgestellt.

Bei Frauen wurden im vergangenen Jahr rund 60 Prozent mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen diagnostiziert als bei Männern (311 Ausfalltage je hundert Versicherte zu 191 Ausfalltage). Damit kamen bei Frauen seelische Leiden erstmals auf Platz eins, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Bei Männern lagen nach wie vor die Muskel-Skelett-Erkrankungen an der Spitze.

Krankenstand sinkt insgesamt

Die positive Nachricht: Insgesamt meldeten sich Deutschlands Arbeitnehmer seltener krank. Der Gesamtkrankenstand sank 2016 demnach von 4,1 auf 3,9 Prozent. Der Anteil der Beschäftigten mit mindestens einer Krankmeldung war mit 45 Prozent so niedrig wie zuletzt vor zehn Jahren. Ein Grund könnte sein, dass die Erkältungswelle im vergangenen Jahr nicht ganz so stark ausfiel.

Insgesamt ließen sich mehr als die Hälfte aller Fehltage auf drei Krankheitsarten zurückführen. An erster Stelle standen Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen. Mehr als jeder fünfte Fehltag wurde damit begründet (22 Prozent). Danach folgten psychische Erkrankungen mit 17 Prozent Anteil am Gesamtkrankenstand. Rund 15 Prozent gingen auf das Konto von Schnupfen und Co.

Es zeigte sich aber auch ein deutlicher Ost-West-Unterschied. Mit 4,9 Prozent war der Krankenstand im Osten höher als im Westen, wo er bei 3,8 Prozent lag. Im Osten wurden damit 28 Prozent mehr Ausfalltage dokumentiert als im Westen. Für die Analyse wertete das Berliner Iges-Institut die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten aus.

afp

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