Zugunglück an Bahnübergang in Penzberg: Eine tote Person, 30 verletzte Bahninsassen

Zugunglück an Bahnübergang in Penzberg: Eine tote Person, 30 verletzte Bahninsassen

DAK-Studie

Arbeitslose sind gestresster als Manager

Berlin - Bohrende Unzufriedenheit und innerer Druck entstehen laut einer neuen Studie oft eher wegen mangelnder Anerkennung als wegen Therminhektik bei beruflichem Erfolg.

Arbeitslose und Alleinerziehende leiden nach einer neuen Untersuchung häufiger unter chronischem Stress als leitende Angestellte und Beamte. Das zeigt die am Dienstag in Berlin veröffentlichte Erhebung der DAK-Gesundheit. Auch Studentinnen sind stärker betroffen. Gefragt wurde bei Menschen zwischen 25 und 40 Jahren, wer sich besonders oft überfordert, nicht anerkannt oder von Sorgen geplagt fühlt.

„Nicht der vielbeschäftigte Manager ist es, der am stärksten von Stress belastet ist, sondern die Studentin, die Alleinerziehende und der Arbeitslose“, sagte Thomas Bodmer, Vorstandsmitglied der Kasse. Bei den Berufstätigen sind demnach weniger gut Ausgebildete stärker von chronischem Stress betroffen. Auch Beamte im mittleren Dienst sind mehr gestresst als Beamte im gehobenen Dienst.

Insgesamt hätten sich die Fehltage im Job wegen psychischer Erkrankungen seit 2000 verdoppelt, erläuterte Jörg Marschall vom Forschungsinstitut IGES. Fast jeder Zehnte leide unter einer so genannten Gratifikationskrise - also unter dem Problem, dass die eigene Arbeit nicht angemessen anerkannt werde oder widersprüchliche Anforderungen auf einen einstürmten, die kaum gleichzeitig zu befriedigen seien.

Krankheiten der Promis

Krankheiten der Promis

„Frauen sind mehr gestresst als Männer“, sagte Marschall. Zur Belastung werde bei ihnen oft die Verantwortung für andere, eine Vielzahl an Sorgen - oder insgesamt das Gefühl, das alles zuviel werde. „Erwerbslose haben eine höhere Stressbelastung als Erwerbstätige“, unterstrich der Forscher, der die Stressbelastung anhand einer über das Vorkommen von Hektik und Zeitnot hinausgehenden Skala gemessen hatte. Marschall: „Je höher der berufliche Status, desto geringer der Stress.“

Arbeitslose machen sich demnach sehr viel mehr Sorgen. „Sie sagen: Ich schaffe es einfach nicht, die Leistung zu bringen, die von mir erwartet wird“, so Marschall. Ähnlich sei es bei Studierenden. „Auch sie haben oft die Befürchtung, ihre Aufgaben nicht erfüllen zu können.“ Die am meisten gestresste Gruppe bildeten aber die alleinerziehenden Mütter.

Alarm schlug Bodmer wegen der möglichen Folgeschäden von chronischem Stress. Von Herz-Kreislauf-Problemen bis Rückenschmerzen könnten viele Krankheiten daraus erwachsen.

Der Hamburger Verhaltenstherapeut Helmut Peter wies aber darauf hin, dass noch weitgehend unerforscht sei, wann Stress wirklich krank macht. So sei das persönliche Empfinden mitentscheidend. Es sei auch naheliegend, dass Studierende mit unklarer Zukunftsaussicht zunächst unter Stress litten - dieser könne dann aber auch wieder zurückgehen, ohne Krankheiten zu verursachen.

Um Stress als Krankheitsrisiko zu vermindern, empfiehlt die DAK-Gesundheit ein mehrere Wochen dauerndes Online-Coaching, das den Betroffenen mit Rüstzeug dagegen ausstatten soll.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Was bei Sonnenstich und Hitzschlag zu tun ist
Ob im Liegestuhl oder beim Radfahren: Den Sommer genießen alle am Liebsten im Freien. Ein zu langer Aufenthalt in der prallen Sonne oder eine Fahrt in einem überhitzten …
Was bei Sonnenstich und Hitzschlag zu tun ist
Frau putzt sich die Nase - kurz darauf bricht ihre Augenhöhle
Eine Frau putzt sich so fest die Nase, dass ihre Augenhöhle bricht. Schlimmer noch: Laut medizinischem Bericht ist sogar von einem Bruch im Schädel die Rede.
Frau putzt sich die Nase - kurz darauf bricht ihre Augenhöhle
Die Diät-Lüge: Warum Low-Carb Sie krank und dick machen kann
Schnell zur Bikinifigur: Das verspricht die Diät Low-Carb. Doch Ärzte warnen davor, zu wenig Kohlenhydrate zu essen. Wie gesund ist die Ernährung wirklich?
Die Diät-Lüge: Warum Low-Carb Sie krank und dick machen kann
So hoch geht es bei Frauen untenrum her, während sie schlafen
Im Schlaf regeneriert sich unser Körper. Aber wer glaubt, dass er ruht, irrt gewaltig. Besonders während der REM-Phase geht es in den unteren Regionen mächtig ab.
So hoch geht es bei Frauen untenrum her, während sie schlafen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.