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Wenn die Nase läuft und der Hals kratzt, suchen viele im Internet nach Tipps und Hausmitteln. Dabei sollte man nicht jeder Information vertrauen. Foto: Silvia Marks

Darauf kommt es an: Gesundheits-Infos im Netz

Das Internet ist für viele ein selbstverständliches Rechercheinstrument - auch wenn es um die Gesundheit geht. Dagegen ist nichts zu sagen. Doch es sind Vernunft und etwas Skepsis gefragt, damit aus Information nicht Desinformation wird.

Berlin (dpa/tmn) - Die Nase tropft, der Hals schmerzt. Welches Hausmittel hilft jetzt? Der Arzt hat ein bestimmtes Medikament verschrieben. Wie bewerten andere diese Arznei? Ein Verwandter oder Freund hat eine schwere Krankheit. Was muss man zu dieser Diagnose wissen?

Viele Menschen öffnen bei solchen Fragen den Internet-Browser und recherchieren los. Das Netz steckt voller hilfreicher Informationen - nur finden und richtig einordnen muss man sie. Die meisten starten ihre Recherche mit einer Suchmaschine. Das Problem: Viele schauen sich nur die am höchsten aufgelisteten Webseiten an. "Die Toptreffer sind aber keine Garantie, dass die Seiten auch aktuelle und ausgewogene Inhalte zu einem Thema liefern", erläutert Klaus Koch vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Stiftung Warentest hat vor einigen Jahren eine Reihe großer Gesundheitsportale im Internet getestet. Gunnar Schwan hat das Projekt damals geleitet. Er weiß, worauf es bei guten Gesundheitsseiten ankommt. "Sie müssen ausgewogen und aktuell berichten und transparent sein", sagt er. Es sollten zum Beispiel immer mehrere Behandlungsoptionen beschrieben werden. Unter einem Text sollten Angaben zum Autor und seiner Qualifikation stehen.

Es lohnt sich auch ein Blick auf das Datum der Veröffentlichung. "Ein Text sollte nicht älter als zwei Jahre sein", sagt Schwan. Falls doch, müsse ein Vermerk darunter stehen, dass die beschriebenen Inhalte noch dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen.

Die Experten nennen zwei Siegel für Gesundheitsportale, die eine Orientierung bieten: das Hon-Siegel der Schweizer Health on the Net Foundation und das afgis-Siegel vom Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem. Die Zertifikate geben einen Anhaltspunkt für Verlässlichkeit. Eine Garantie für ausgewogene und richtige Informationen sind sie aber nicht, betont Koch.

Warentester Schwan warnt davor, sich nur auf einem Portal zu informieren. "Man sollte immer mehrere Webseiten zu einem Thema lesen." Damit bekommt man eher ein ausgewogenes Bild und kann Widersprüche bei den Angaben aufdecken und bewerten.

Fachlich korrekte und neutrale Informationen braucht man in Internet-Foren zu Medizinthemen nicht unbedingt zu erwarten. Dennoch können sie manchmal eine nützliche, ergänzende Anlaufstelle sein. "Dort kann man sich etwa über gemachte Erfahrungen mit bestimmten Mitteln und Behandlungen austauschen", erklärt Schwan. Man sollte aber im Hinterkopf haben, dass dort häufig Laien ihr Wissen teilen.

Während und nach der Recherche stellt sich noch eine andere Frage: Wie kann man Informationen einordnen? Die Experten sehen in ihnen in der Regel nur eine Ergänzung zum Rat des Arztes. "Sie helfen, um sich auf den Termin beim Arzt vorzubereiten, um gezielter nachfragen zu können", sagt Gretje Stelzenmüller von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch im Nachgang kann man zusätzliche Infos recherchieren.

Manche Leute wollen mehr über die Krankheiten von Angehörigen erfahren. Oder wissen, wie andere Patienten mit einer bestimmten Erkrankung leben. Dafür sei die Recherche im Internet sehr sinnvoll, sagt Stelzenmüller. Sie warnt jedoch auch: "Informationen aus dem Netz können auch irreführend sein oder missverstanden werden. Deshalb sollte man sich nicht nur auf das Internet stützen."

Checkliste der Verbraucherzentrale NRW

Untersuchung Verbraucherzentrale NRW

afgis-Siegel

hon-Siegel

Stiftung Warentest zu Gesundheitsportalen

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