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Neben der klinischen Erprobung eines Ebola-Impfstoffs in den USA und Großbritannien haben auch in Afrika entsprechende Tests begonnen.

Deutsche Ärzte stufen Ebola-Medikament als aussichtsreich ein

Ärzte in Deutschland haben ein noch nicht zugelassenes Medikament als möglicherweise aussichtsreich für die Behandlung von Ebola-Kranken eingestuft.

Das Team um Timo Wolf von der Frankfurter Universitätsklinik berichtete in dem Fachmagazin "The Lancet" am Freitag über seinen Erfolg bei der Behandlung eines Arztes aus Uganda. Ein experimentelles Medikament namens FX06 kam in Frankfurt zum Einsatz.

Der 38-jährige Patient war Anfang Oktober von Sierra Leone nach Frankfurt am Main zur Behandlung geflogen worden, fünf Tage nachdem bei ihm Ebola-Symptome aufgetreten waren. Drei Tage später kam es bei dem Mann zu Lungen-, Nieren- und Darm-Versagen sowie zu Blutungen, was typisch für einen schweren Verlauf der Ebola-Krankheit ist. Er wurde künstlich beatmet und an die Dialyse angeschlossen. Neben Antibiotika erhielt er auch das experimentelle Medikament FX06, das die Blutgefäße von innen versiegeln soll.

"Obwohl der Patient lebensgefährlich erkrankt war, konnten wir ihn lange genug unterstützen, damit sein Körper mit der Produktion von Antikörpern beginnen und das Virus durch seine Abwehrkräfte bekämpft werden konnte", sagte Wolf. Die Kombination aus intensivmedizinischer Behandlung und dem Medikament habe geholfen, den Patienten zu stabilisieren und zu retten.

Nach einer Beobachtung von 30 Tagen konnten in dem Blut des Patienten keine Spuren des Ebola-Virus mehr gefunden werden. Er wurde aus dem Krankenhaus entlassen. Ein anderer Patient, der ebenfalls mit FX06 behandelt worden war, starb allerdings wenig später in Leipzig. Dennoch hoben die Autoren des Berichts in "The Lancet" hervor, dass das Medikament "ein potenziell wertvoller Kandidat für eine Therapie" von Ebola sei. Sie riefen zu klinischen Studien zu dem Medikament auf.

Das Ebola Evakuierungsflugzeug "Robert Koch"

Das Ebola Evakuierungsflugzeug "Robert Koch"

Das Medikament war an einem Krankenhaus in Wien entwickelt worden und wird von der kleinen österreichischen Firma MChE-F4Pharma hergestellt. Es wurde bereits an Mäusen im Labor getestet, die mit dem Dengue-Virus infiziert waren. Es wurde auch an 234 europäischen Patienten im Zusammenhang mit den Folgen von Herzinfarkten getestet. An der jüngsten Ebola-Epidemie starben bisher mehr als 6900 Menschen vor allem in den drei am stärksten betroffenen Ländern Westafrikas - Guinea, Sierra Leone und Liberia.

AFP

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