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Wer Alkoholprobleme hat, hat oftmals Angst, sich Familie und Freunden anzuvertrauen.

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Diese 13 Anzeichen verraten, ob Sie zu viel Alkohol trinken

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Ein Gläschen am Abend entspannt nach einem stressigen Bürotag. Auf lustigen Partys darf's dann auch gerne mal eins mehr sein. Doch ab wann ist es zu viel?

Viele Deutsche trinken gern mal ein Gläschen zwischendurch. Besonders nach einem anstrengenden Tag im Büro gibt es wohl für viele nichts schöneres, als sich bei einem guten Essen oder vor dem Fernseher mit einer Flasche Bier oder etwas Wein zu entspannen.

Schlechtes Gewissen haben die wenigsten: Schließlich hat auch die liebe Großmutter bis ins hohe Alter ein Glas Rotwein am Abend getrunken – wegen der vielen Antioxidantien darin. Doch wer an einem Abend schon mal mehr als das gepriesene Glas trinkt, kommt wohl sicherlich ins Grübeln.

Ist mein Alkoholkonsum noch unbedenklich?

Laut einer aktuellen britischen Studie trinken vor allem Mittvierziger und aufwärts regelmäßig große Mengen Alkohol. Der britische National Health Service geht sogar noch weiter: Dieser vermutet, dass etwa jeder zehnte Mann und jede 20. Frau in Großbritannien bereits stark alkoholabhängig ist. Dagegen sollen es laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland etwa drei Millionen Menschen sein.

Woran erkenne ich, ob ich schon die Grenze überschritten habe?

Es gibt eindeutige Anzeichen dafür, behauptet der Psychiater Paul McLaren von der Londoner Beratungsstelle Priory’s Fenchurch Street Wellbeing Centre gegenüber der britischen Huffington Post. "Alkohol ist potentiell für jeden Konsumenten schädlich, und die Auswirkungen von Alkohol können bei jedem Menschen unterschiedlich sein. Es reicht nicht, nur zu wissen, wie viele Alkoholeinheiten als unbedenklich gelten. Darüber hinaus sollte man sich klar machen, wie man persönlich mit Alkohol umgeht, welche Methoden zur Stressbewältigung man im Allgemeinen anwendet und wie der eigene Körper auf Alkohol reagiert."

Wer es genauer wissen möchte, der sollte sich laut McLaren folgende Fragen stellen:

  • Wie wichtig ist mir Alkohol?
  • Gehe ich lieber einen trinken, als etwas anderes zu unternehmen?
  • Beeinflusst es meinen restlichen Tagesablauf, wenn ich etwas trinken gehe?
  • Hängt die Wahl meiner Verkehrsmittel von meinem Alkoholkonsum ab?
  • Beeinflusst mein Alkoholkonsum meine Freizeitaktivitäten und meine Liebsten?
  • Mache ich meine Reiseziele davon abhängig, ob ich an diesen Orten Alkohol trinken kann?
  • Bin ich eher bereit, für Alkohol Geld auszugeben, als für andere Dinge?
  • Weiß ich bereits vor dem Trinken, dass ich danach einen Kater haben werde?

Wer diese Fragen mit "Ja" beantworten kann, sollte sich schleunigst Gedanken über seinen Alkoholkonsum machen, so McLaren. Auch weitere Verhaltensweisen, wie das Verstecken von Flaschen oder das Trinken während der Arbeitszeit, können ein Indiz sein, dass etwas nicht stimmt.

Hier erfahren Sie 13 weitere Anzeichen für zu hohen Alkoholkonsum

1. Ohne Alkohol fällt es Ihnen schwerer, Spaß zu haben oder dich zu entspannen.

2. Sie konsumieren regelmäßig mehr als 14 Alkoholeinheiten pro Woche. Das sind eineinhalb Flaschen Wein mit niedrigem Alkoholgehalt (11 Volumenprozent), eine Dreiviertel-Flasch Wein mit hohem Alkoholgehalt (14 Volumenprozent) oder sechs bis acht Dosen Bier (abhängig vom jeweiligen Alkoholgehalt).

3. Sie fragen sich, wo Sie den nächsten Drink herbekommen könnten und machen Unternehmungen mit Freunden, der Familie oder mit Arbeitskollegen davon abhängig, ob Sie dabei Alkohol trinken können.

4. Sie trinken aus Gewohnheit und wenn Sie einmal angefangen haben, können Sie nur schwer aufhören.

5. Wenn Sie nach einer durchzechten Nacht aufwachen, möchten Sie am liebsten gleich weiter trinken.

6. Sie wachen regelmäßig mit Filmrissen auf, weil Sie sich am Abend zuvor maßlos betrunken haben.

7. Ihr Alkoholkonsum löst Ängste, alkoholbedingte Depressionen und Selbstmordgedanken in Ihnen aus.

8. Sie leiden unter körperlichen Entzugssymptomen wie Schwitzen, Zittern oder Übelkeit und Sie können diese Symptome nur durch den Konsum von Alkohol abstellen.

9. Einige Ihrer Angehörigen haben bereits Bedenken zu Ihrem Alkoholkonsum geäußert.

10. Sie erzählen Ihren Angehörigen nicht, wie viel Sie wirklich trinken.

11. Sie gehen Risiken ein - und fahren beispielsweise betrunken oder leicht angetrunken Auto.

12. Sie trinken in der Mittagspause Alkohol und arbeiten danach weiter.

13. Sie versuchen, Ihre Alkoholfahne durch Kaugummi oder Mundsprays zu verbergen.

Allerdings sieht man nicht immer einem Alkoholabhängigen an, wie schlecht es bereits um ihn steht. Manche schaffen ihren Alltag noch gut oder verhalten sich nach außen ganz normal. "Jeder sollte sich überlegen, ob seine finanzielle Situation oder die Fähigkeit, seinen Alltagsverpflichtungen nachzukommen, davon beeinflusst wird, wie viel Alkohol man trinkt", ergänzt die Therapeutin Claire Rimmer von der Suchtabteilung des Priory Hospital in Altrincham in der englischen Grafschaft Cheshire.

"Versuchen Sie manchmal, sich 'selbst zu medikamentieren', wenn es zuhause, im Privatleben oder auf der Arbeit Probleme gibt? Haben Sie in Bezug auf Ihren Alkoholkonsum schon einmal gelogen oder halten Sie es vor anderen geheim, wie viel Sie trinken, indem Sie zum Beispiel Flaschen oder Dosen verstecken?"

Doch was tun, wenn die Anzeichen auf mich zutreffen?

Dann ist meist schon der erste Schritt getan, so Rimmer. Schließlich muss man zuerst einmal selbst erkennen, dass man ein Problem hat. Danach sollten Sie mit Familie und Freunden darüber sprechen.

Wer noch nicht so tief im Suchtstrudel gefangen ist, sollte sich als nächstes als Ziel setzen, die Alkoholeinheiten zu reduzieren – oder besser ganz mit dem Trinken aufzuhören. Hierzu empfiehlt sich, ein genaues Datum festzulegen, ab dem Sie nichts mehr trinken möchten.

Zudem sollten Einladungen oder schlechter Einfluss seitens Freunden erst einmal soweit es geht gemieden werden. Und Sie sollten sich "darauf einstellen, dass es schwierig werden und sich in Ihrem Leben einiges ändern könnte", erklärt Rimmer. Ein neues Hobby kann dabei helfen, die Gedanken neu zu sortieren und auf andere Dinge zu lenken.

Wer auf Partys allerdings mal eine Ausnahme machen möchte, dem empfiehlt es sich schließlich, nur Getränke mit niedrigem Alkoholgehalt oder vermehrt Wasser oder Softdrinks zu sich zu nehmen und Trinkrunden gänzlich auszulassen.

Von Jasmin Pospiech

Leid und Tod durch Drogen: 187 000 sterben durch Sucht

Clevere trinken mehr:

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Kommentare

Sohn des Drachen
(0)(0)

Was sagt denn der Söder dazu? Vermutlich dass unser weltberühmtes bayrisches Bier zur bayrischen Leitkultur gehört, dass Mönche mit Bier "fasten" etc. etc.

Rauchendes_GNU
(2)(0)

"... stark alkoholabhängig" - die Formulierung ist Blödsinn. Entweder man IST abhängig = suchtkrank, oder man ist es nicht. Allerdings ist der Übergang vom mißbräuchlichen Konsum zur Abhängigkeit fließend.

Auch die Bildunterschrift "Angst, sich der Öffentlichkeit anzuvertrauen" ist zumindest irreführend - niemand erwartet, daß jemand mit Alkoholproblemen sich "der Öffentlichkeit" (am besten in asozialen Medien?) anvertraut. Tatsächlich fürchten Betroffene nicht zu unrecht, daß ihre Umgebung zumindest mit Unverständnis oder Herunterspielen reagiert, weil sie durch das Eingeständnis, daß jemand seinen Alkoholkonsum nicht im Griff, sondern im Gegenteil dieser ihn im Griff hat, einen Spiegel vorgehalten bekommt, in den sie nur äußerst ungern schauen möchte. Leider ist Alkohlkonsum in D bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten bis heute dermaßen weit verbreitet, akzeptiert und manchmal gar erwünscht, daß man sich mit einer grundsätzlichen Ablehnung quasi "außerhalb der Norm" stellt.
Ein Trick, um diese Hemmschwelle zu überwinden, kann darin bestehen, mit Hinweis z.B. auf Medikamenteneinnahme abzulehnen, ohne sich weiter erklären zu müssen.

Leider stellt die gesamte alkoholinduzierte Wirtschaft einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor in D dar, weshalb wohl noch lange darauf gewartet werden muß, daß die negativen Folgen deutlich genug gemacht werden und Alkohol auf eine Stufe mit harten Drogen gestellt wird. An dem bzw. den Folgen des Mißbrauchs sterben nämlich, im Gegensatz zu z.B. Cannabis, jährlich Abertausende.

Hans Wurst
(1)(0)

bei mir geht es sogar weiter, die Investition eines Brewtower 300 [17T€/ 300 Liter Ausschlagwürze] ist wichtiger als das 18 Jahre alte Auto mit 240 Tkm zu ersetzen.