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Der Screenshot zeigt die Website der Online-Ärztepraxis "DrEd"

Mediziner und Ministerium besorgt

Warnung vor Online-Arzt Dr. Ed

München – Das Gesundheitsministerium hat die britische Online- Ärztepraxis „DrEd“ ins Visier genommen. Dort können sich Deutsche ganz schnell und einfach ein Rezept für verschreibungspflichtigen Medikamenten wie die " Pille danach " holen.

Das Bundesgesundheitsministerium hat die britische Online-Ärztepraxis „DrEd“ (so die Internet-Schreibweise) ins Visier genommen. Das Ministerium sucht nach Möglichkeiten, wie der bisher über EU-Recht zulässige Vertrieb von verschreibungspflichtigen Medikamenten gestoppt werden kann. Es laufe derzeit eine juristische Prüfung, bestätigt ein Sprecher gegenüber unserer Zeitung. Ärzte-Vertreter kritisieren das Angebot im Internet und warnen vor Fehldiagnosen.

Die Online-Praxis „DrEd“ mit Sitz in London wirbt seit einigen Wochen mit der Verschreibung der „Pille danach“. Die Notfallverhütung ist in Deutschland rezeptpflichtig, also nur über den Frauenarzt oder in der Klinik zu bekommen. Bei „DrEd“ reicht es aus, wenn Frauen einen Fragebogen im Internet ausfüllen. Die Mediziner in London prüfen die Angaben und stellen ein Rezept aus. Das Rezept wird an eine deutsche Versandapotheke weitergeleitet, die die „Pille danach“ per Express zustellt. Seit dem Start Mitte Januar haben bereits mehr als 1000 Frauen in Deutschland das Angebot genutzt.

"Kollision zwischen deutschem und britischem Recht"

Bisher gibt es keine juristische Handhabe gegen „DrEd“. Die Online-Praxis, die von deutschen Ärzten gegründet wurde, ist in Großbritannien zugelassen. Nach EU-Recht müssen deutsche Apotheken daher ein Rezept aus London anerkennen. In Deutschland sind Online-Praxen verboten. Verschreibungen ohne Patientenkontakt verstoßen gegen das ärztliche Berufsrecht. „Es liegt daher eine Kollision zwischen deutschem und britischem Recht vor, wenn in Deutschland ansässigen Patienten und Verbrauchern über das Internet Arzneimittel verschrieben und geliefert werden“, heißt es im Gesundheitsministerium.

Bayerns Mediziner lehnen Online-Praxen strikt ab. „Ärzte diagnostizieren Krankheiten, ohne den Patienten selbst gesehen und erlebt, ohne ihn untersucht und sich einen eigenen Eindruck von ihm verschafft zu haben“, warnte Pedro Schmelz, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Die Gefahr von Fehldiagnosen sei dadurch deutlich höher als beim persönlichen Kontakt. Auch Unionsfraktions-Vize Johannes Singhammer kritisierte das Angebot: „Das deutsche Niveau beim Patientenschutz muss erhalten bleiben.“

„DrEd“ weist die Kritik zurück. „Wir sehen uns nur als Ergänzung zu den niedergelassenen Ärzten“, so ein Sprecher. Das Angebot beschränke sich auf einen sehr kleinen Teil der Versorgung.   

sha

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