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Kann man den – oft schwankenden Werten – trauen? Nur wenige Blutdruckmessgeräte wurden von den Testern für gut befunden.

Stiftung Warentest

Nur drei gute Blutdruckmessgeräte

Millionen von Menschen in Deutschland kontrollieren ihren Blutdruck regelmäßig selbst. Damit das etwas bringt, müssen Geräte zuverlässige Werte liefern. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest schnitten nur drei von 15 getesteten gut ab – darunter zwei günstige fürs Handgelenk.

Millionen von Menschen in Deutschland kontrollieren ihren Blutdruck regelmäßig selbst. Damit das etwas bringt, müssen Geräte zuverlässige Werte liefern. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest schnitten nur drei von 15 getesteten gut ab – darunter zwei günstige fürs Handgelenk.

Bluthochdruck tut nicht weh – kann aber unbehandelt lebensgefährlich werden. Auf Dauer drohen Schädigungen der Blutgefäße und ernste Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Ein Messgerät für den Eigengebrauch hilft, Bluthochdruck rechtzeitig zu erkennen. Andere Nutzer befinden sich bereits wegen erhöhter Werte in ärztlicher Behandlung. Dann zeigt die Selbstmessung, ob Medikamente oder sonstige Maßnahmen den Druck im gewünschten Rahmen halten.

Wer seinen Blutdruck selber kontrolliert, braucht zuverlässige Geräte. Die Stiftung Warentest hat für die aktuelle Ausgabe des „Test“-Hefts 15 Modelle getestet – sieben für das Handgelenk und acht für den Oberarm. Sehr wichtig dabei: die Messgenauigkeit. Um sie zu überprüfen, nutzten die Prüfer jedes Gerät jeweils sechsmal bei 32 Testpersonen. Auf diese Weise ermittelten sie insgesamt 2880 Werte. Hinzu kommen ebenso viele Vergleichsmessungen mit einem Trio aus Quecksilbersäule, Stethoskop, Oberarm-Manschette. Diese Methode praktizieren Ärzte seit mehr als hundert Jahren und sie ist bis heute besonders zuverlässig.

Von gut bis ausreichend

Viele geprüfte Geräte – vor allem die drei mit dem Gesamturteil „Gut“ – können mit der altbewährten Vergleichsmethode mithalten. Testsieger ist Omron RS2 fürs Handgelenk für 26 Euro. Dichtauf folgt das kaum teurere Boso Medistar+ (27 Euro) ebenfalls fürs Handgelenk sowie Boso Medicus X (50 Euro) für den Oberarm. Zwei Geräte im Testfeld zeigen relativ große Abweichungen, also Schwächen im Kerngeschäft, und sind daher insgesamt nur „ausreichend“: Sanitas SBC 21 (18 Euro) und Aponorm Mobil Soft Control (32 Euro) – beide fürs Handgelenk. Dass sie bei der Wiederholungsprüfung oft konsequent denselben falschen Wert anzeigen, tröstet nicht. Ein drittes Gerät mit Online-Anbindung (Beurer BM 85 für den Oberarm) überträgt persönliche Daten unverschlüsselt. Auch hier lautet die Gesamtbewertung nur „ausreichend“.

Die richtige Anwendung

In den anderen Prüfpunkten ähneln sich die Geräte. Positiv: Alle lassen sich leicht bedienen, die Gebrauchsanleitungen sind verständlich. Deren Lektüre lohnt: Wer Besonderheiten seiner Anschaffung wie zum Beispiel spezielle Anzeigen missachtet, riskiert Messfehler. Wichtig ist es auch, allgemeine Regeln zu beachten, etwa zum korrekten Sitz und Umfang der Manschette. Eine fehlerhafte Handhabung kann Ergebnisse ähnlich stark verfälschen wie ein schlechtes Gerät.

  • Gleiche Bedingungen schaffen: Wer regelmäßig selber Blutdruck kontrolliert, sollte möglichst zur selben Zeit messen – zum Beispiel morgens vor dem Frühstück, vor dem ersten Kaffee und bevor blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden. Messen sollte man zudem immer am selben Arm. Weicht der Druck an beiden Armen stark ab, sollte man das mit dem Arzt absprechen.
  • Ruhig werden: Bevor man mit der Messung beginnt, sollte man sich fünf Minuten entspannt hinsetzen, die Beine nebeneinander.
  • Auf Manschette achten: Die Manschette muss richtig sitzen: nicht zu locker, nicht zu fest auf der unbekleideten Haut. Die Maße reichen oft für einen Umfang von 13,5 bis 21,5 cm am Handgelenk oder 22 bis 42 cm am Oberarm. Das kommt meist hin. Andernfalls braucht man ein Gerät mit einer längeren oder kürzeren Manschette. Sonst drohen Messfehler.
  • Position prüfen: Handgelenkgeräte gehören auf Herzhöhe. Bei jenen für den Oberarm sitzt die Manschette automatisch richtig, wenn der Arm entspannt auf dem Tisch liegt. Wer unterhalb des Herzens misst, erhält zu hohe Werte, oberhalb sind sie zu niedrig.
  • Ruhig bleiben: Beim Messen selbst sollte man nicht sprechen oder essen und Arme und Beine ruhig halten. Zeigt das Gerät einen Fehler an oder erscheint ein Messwert ungewöhnlich, startet man am besten einen weiteren Versuch – nach einigen Minuten Ruhe und möglichst, ohne sich aufzuregen. Das erhöht den Blutdruck erst recht.
  • Werte sammeln: Die Werte sollte man dokumentieren, etwa im Blutdruckpass. Gratis gibt es den zum Beispiel oft bei Apotheken, Krankenkassen oder bei der Deutschen Herzstiftung. Das Dokument sollte man regelmäßig mit zum Arzt nehmen. Ihm sollte man auch Bescheid geben, wenn das Gerät wiederholt einen unregelmäßigen Puls anzeigt hat. Das kann auf eine Herzrhythmusstörung hindeuten – muss aber nicht!

SO LESEN SIE IHREN BLUTDRUCK

Oberer Wert

systolisch

Unterer Wert

diastolisch

Optimal

< 120

< 80

Normal

120-129

80-84

Hochnormal

130-139

85-89

Leichter Bluthochdruck

140-159

90-99

Mittelschwerer Bluthochdruck

160-179

100-109

Schwerer Bluthochdruck

> 180

=

>110

=

mm

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