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Immer mehr leere Regale: In vielen deutschen Apotheken kommt es zu Lieferengpässen.

Engpässe bei Arzneimitteln

Wie im Dritte-Welt-Land: Hier werden in Deutschland Medikamente knapp

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Kaum zu glauben: In Deutschland gibt es in vielen Regionen nicht nur Lieferengpässe für Impfstoffe - auch "normale" Medikamente wie Schmerzmittel sind vielerorts Mangelware.

Bei Kopfweh in die Apotheke, um Ibuprofen zu besorgen - was ganz normal klingt, könnte in Zukunft immer schwieriger werden. So berichten Ärzte und Apotheker in Deutschland immer häufiger, dass Medikamente knapp werden.

Medikamente immer häufiger nicht vorrätig - wann es gefährlich wird

Medikamente wie Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antibiotika oder auch Impfstoffe werden immer häufiger knapp, wie das Portal Express berichtete. Es sei längst keine Ausnahme mehr, dass Menschen in Apotheken ihre Präparate nicht mehr bekommen, weil sie nicht mehr vorrätig oder - noch schlimmer - nicht mehr lieferbar sein.

"Gefühlt seit etwa zwei Jahren gibt es (...) immer wieder Medikamente schlichtweg nicht", zitiert Express den Bonner Urologen Dr. Michael Ramirez Schulschenk. Häufig gibt es alternative Produkte, die verschrieben werden können - doch nicht immer. So gab es Schulschenk zufolge einen Fall, bei dem über mehrere Monate kein Impfmittel gegen Blasenentzündungen verfügbar gewesen war: "Dafür gibt es keine Alternative. Da waren etliche Patientinnen betroffen, die in dieser Zeit nicht geschützt werden konnten", sagte er gegenüber Express. Bei anderen Medikamenten kann sogar Lebensgefahr bestehen - etwa, wenn Antibiotika fehlen. 

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Lieferengpässe bei Blutdrucksenkern und Impfstoffen: So akut ist die Lage

Das Problem betrifft nicht nur Bonn und das Rheinland. Das Paul-Ehrlich-Institut und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte listen auf ihren Webseiten hunderte Mittel wie Blutdrucksenker, Impfstoffe und Antibiotika auf, bei welchen es derzeit zu Lieferengpässen kommt. Der Apothekerverband warnt davor, dass dieses Problem in Zukunft immer größer werden soll.

Lesen Sie dazu: Ein Tölzer Arzt spricht von einer „Katastrophe“ für seine Patienten: Über 60 Medikamente sind in der Region schlichtweg nicht mehr verfügbar - mit gravierenden Folgen. Die Erklärungsversuche klingen teils absurd.

Der Grund dafür liegt vor allem am immensen Kostendruck, dem Pharmaunternehmen ausgesetzt sind. So werden immer mehr Medikamente in Billiglohnländern und nicht in Deutschland und Europa produziert. "Wenn solche Hersteller (Anmerkung d. Red.: Hersteller im asiatischen Raum) für die ganze Welt ein bestimmtes Medikament produzieren, dann haben wir ein Problem, wenn Hersteller ausfallen." zitiert Express Thomas Preis, den Vorsitzenden des Apothekerverbandes Nordrhein.

Lesen Sie auch: Neue Seuche? Diese unheimliche Krankheit ist Forschern zufolge eine enorme Bedrohung.

Mehr Alterserkrankungen, mehr Medikamente

Doch auch die steigende Nachfrage nach Medikamenten weltweit sei ein Grund für die Lieferengpässe in Deutschland. So entwickeln immer mehr ältere Menschen Alterserkrankungen wie Bluthochdruck, was den Absatz von Medikamenten in die Höhe treibt. Auch in Indien und China steigt die Nachfrage nach Arzneimitteln.

Damit sich die Situation in Deutschland nicht zuspitzt, fordert der Apothekerverband wieder mehr Produktionsstätten von Medikamenten nach Europa zu holen. Auch Forderungen nach insgesamt mehr Produzenten und einer nationalen Medikamenten-Reserve stehen im Raum.

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jg

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