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Bunte Ecstasy-Pillen: Nicht alle Jugendlichen lassen die Finger davon. Insgesamt ist der Trend aber rückläufig.

Studie

Positive Trends bei jungen Menschen: Drogenkonsum geht zurück

Rauchen, Alkohol, Kiffen – wie stark konsumieren junge Leute heute Drogen und Suchtmittel? Es kommt laut einer Studie auf die Stoffe an, den sozialen Status, die Gruppe. Die Trends sind grundsätzlich positiv.

Lässt die Jugend vermehrt die Finger von Suchtstoffen?

Alkohol und Tabak haben weiter einen festen Platz im Leben vieler junger Leute – doch es werden weniger. So trinken 10 Prozent der 12- bis 17-Jährigen regelmäßig und mehr als 33 Prozent zwischen 18 und 25 – nach rund 18 beziehungsweise rund 40 Prozent um die Jahrtausendwende. Beim Rauchen gibt es historische Tiefstände. Nur noch 7,8 Prozent der Jugendlichen greifen zur Zigarette – und mehr als jeder vierte junge Erwachsene. Um die Jahrtausendwende waren es noch rund 28 Prozent der Jugendlichen und gut 45 Prozent der jungen Erwachsenen.

Gibt es soziale Unterschiede beim Rauchen? 

Ja, soziale Unterschiede sind deutlich zu erkennen, meint die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Bei der mittleren Schulbildung, also den ersten zehn Klassen rauchen 3,2 Prozent der Jugendlichen an Gymnasien, 3,4 Prozent an Gesamtschulen, aber 8,5 Prozent an Realschulen und 9,3 Prozent an Mittelschulen. Bei weitergehender Schul- beziehungsweise Berufskarriere sind die Differenzen noch deutlicher: Hier rauchen 18,7 Prozent der Gymnasiasten und 16,5 Prozent der Studiereneden, aber 32,1 Prozent an Berufsschulen und 36,4 Prozent der Lehrlinge.

Was führte zum Positivtrend beim Rauchen? 

Rauchen ist in den letzten Jahren immer teurer geworden, sei es, dass die Steuern erhöht wurden, sei es, dass die Zahl der Zigaretten pro Schachtel reduziert wurde.

Was tut der Gesetzgeber gegen das Rauchen? 

Es gibt ein permanentes Aufklären über die Gefahren des Rauchens, vor allem auf Zigarettenschachteln selbst. Rauchen gehöre nicht mehr zum Lebensgefühl Jugendlicher, meint die Drogenbeauftragte Marlene Mortler.

Wie oft betrinken sich junge Menschen?

4,2 Prozent der männlichen 12- bis 17-Jährigen trinken häufig fünf oder mehr Gläser auf einmal. 2000 waren es 7,6 Prozent. Bei den Mädchen sind es nur 1,2 Prozent – 2010 waren es gut doppelt so viele. Von den 18- bis 25-jährigen Männern betrinkt sich etwa jeder achte häufig.

Geht auch das Kiffen zurück?

Nein. Knapp 42 Prozent der jungen Männer und 29 Prozent der jungen Frauen konsumierten schon Cannabis. 4,8 Prozent der Männer zwischen 18 und 25 greifen sogar regelmäßig zum Joint, um die Jahrtausendwende waren es 4,4 Prozent. Unter den Jugendlichen geben 0,8 Prozent regelmäßigen Cannabiskonsum an.

Ist gegen Cannabis kein Kraut gewachsen?

Darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Opposition fordert, Hasch kontrolliert und unter strengen Regeln freizugeben und dadurch den Schwarzmarkt auszutrocknen. Mortler ist strikt dagegen.

Sind andere illegale Drogen auf dem Rückzug?

Das kann man nicht generell sagen. Drogen wie Ecstasy, LSD, Crystal Meth, Kokain oder anderes spielen im Vergleich zu Cannabis aber eine deutlich geringere Rolle. Schon einmal zu anderen Drogen außer Cannabis gegriffen haben 1,4 Prozent der Jugendlichen und 7,8 Prozent der jungen Erwachsenen.

Auf diese Warnsignale sollten Eltern achten

Eindeutige Zeichen dafür, dass das eigene Kind Drogen nimmt, lassen sich kaum benennen. Scheinbare körperliche Signale wie gerötete Augen, zitternde Hände oder Schweißausbrüche könnten auch andere Ursachen haben, erklärt Diana Schulz von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Es gebe aber Veränderungen im Verhalten, die zumindest auf eine Lebenskrise des Kindes hindeuten könnten.

Dazu gehören ein Nachlassen der Leistungen in der Schule auf allen Gebieten, das Aufgeben oder häufiges Wechseln des Freundeskreises und ein Rückzug in die Isolation. Auch wenn ein Jugendlicher ganz plötzlich seine bisherigen Interessen aufgibt oder teilnahmslos ist, sollten Eltern auf jeden Fall wachsam sein.

Nimmt ein Kind Drogen, sollten Eltern das auf alle Fälle ernst nehmen. „Panik und überstürzte Reaktionen sind jedoch auch wenig hilfreich“, mahnt Schulz. Fühlen sich Mütter uns Väter hilflos angesichts der Situation, können sie sich an eine Drogen- oder Erziehungsberatungsstelle wenden. Unter www.bzga.de/service/ beratungsstellen/suchtprobleme gibt es eine Übersicht von Beratungsstellen.

mm /dpa

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