Auf diesem Foto vom 16.07.2019 betreten Gesundheitsfachkräfte in Schutzkleidung ein Ebola-Behandlungszentrum in Afrika. Auf dem afrikanischen Kontinent kommt es immer wieder zu Ebola-Ausbrüchen.
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Auf diesem Foto vom 16.07.2019 betreten Gesundheitsfachkräfte in Schutzkleidung ein Ebola-Behandlungszentrum in Afrika. Auf dem afrikanischen Kontinent kommt es immer wieder zu Ebola-Ausbrüchen.

Ebolavirus und Verlauf der Krankheit

Ebola-Symptome: So hoch ist das Risiko, in Deutschland am Ebolafieber zu erkranken

Bereits vor fünf Jahren drohte eine Pandemie durch das Ebolavirus, heißt es vonseiten des RKI. In diesen Ländern kommt Ebola heute noch vor und so gefährlich ist das Virus.

  • Die Krankheit Ebola kommt fast ausschließlich in Afrika vor.
  • Das Virus ist von Mensch zu Mensch über Körperflüssigkeiten übertragbar.
  • Die Todesrate hängt stark von der gesundheitlichen Versorgung vor Ort ab.

Ebola ist eine seltene Krankheit, die über das Ebolavirus übertragen wird und das sogenannte Ebolafieber auslöst. Das Virus wurde erstmals 1976 im Sudan und der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen, damaliges Zaire. Es wurde nach dem Fluss Ebola benannt, in dessen Nähe damals die meisten Fälle dieser Fiebererkrankung auftauchten.

Wo kommt das Ebolavirus heute vor?

Seit 1976 gibt es immer wieder Einzelfälle und kleinere Epidemien der Ebola-Krankheit, fast ausschließlich in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Die meisten Fälle verzeichnet der Kongo, Südsudan, Gabun und Uganda.

Der bisher größte Ausbruch des Ebolavirus war zwischen 2014 und 2015 in Westafrika, wo 11.000 Menschen aufgrund der Infektionskrankheit ums Leben kamen. Während dieser Epidemie wurden auch einzelne Fälle von Ebolafieber nach Europa und in die USA „eingeschleppt“. Das Virus konnte dort aber eingedämmt werden. Seit dem Sommer 2018 ist der Osten des Kongo wieder stärker von Ebola betroffen.

Wie wird das Ebolavirus übertragen?

Das Ebolavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen, durch direkten Kontakt einer infizierten oder an Ebola verstorbenen Person. Besonders infektiös sind deren Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Schweiß oder Urin. Ebola-Patienten sind erst dann ansteckend, wenn sie Krankheitssymptome zeigen. Je stärker die Symptome, desto höher ist die Ansteckungsgefahr. Auch Gegenstände, die mit infektiösen Körperflüssigkeiten in Kontakt waren, können das Virus übertragen, zum Beispiel Kleidung, Bettwäsche oder Operationsbesteck. Laut Robert Koch-Institut (RKI) gibt es für eine Ansteckung über Aerosole keinerlei Hinweise. Über importierte Gegenstände oder Lebensmittel ist eine Übertragung sehr unwahrscheinlich und bisher nicht bekannt.

Nach Kontakt zu einem Ebola-Patienten achten Sie auf erste Symptome und messen Sie Ihre Körpertemperatur regelmäßig. Rufen Sie bei Anzeichen einer Ebola-Erkrankung unverzüglich Ihren Arzt an.

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Was sind die Symptome der Ebola-Krankheit?

Die ersten Symptome ähneln einem grippalen Infekt*, dazu gehören Fieber, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Nach einigen Tagen treten oft Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Rötung der Bindehaut, Kopf- und Brustschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Schluckbeschwerden, inneren und äußeren Blutungen, Delirium sowie Atemnot kommen.

Wie hoch ist die Sterblichkeit bei Ebola?

Je nach medizinischer Versorgung verläuft die Ebola-Krankheit bei 30 bis 90 Prozent der Patienten tödlich. Im Kongo liegt die Sterblichkeit aktuell bei 67 Prozent. Patienten, die frühzeitig behandelt werden und spezifische (noch nicht zugelassene) Therapien erhalten, haben gute Überlebenschancen. Zu diesen Therapien gehören zum Beispiel Antikörper-Präparate.

Wie wird Ebolafieber behandelt?

Eine wirksame Therapie für Ebola gibt es noch nicht. Ärzte behandeln lediglich die Symptome, zum Beispiel durch Infusionen oder geben Medikamente, die den Blutdruck stabilisieren, Schmerzen lindern, Fieber senken und Erbrechen bzw. Durchfall stoppen. Außerdem werden Antibiotika eingesetzt, um vor anderen bakteriellen Infektionen zu schützen. Bei starken Blutungen bekommen die Patienten Blutkonserven.

Es gibt inzwischen zwei Impfstoffe, die gegen einen Ausbruch der Ebola Krankheit schützen. Sie sind beide in der EU zugelassen. Personen, die trotz Impfung an Ebola erkrankten, hatten einen milderen Krankheitsverlauf.

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Wie wahrscheinlich ist eine Ebola-Epidemie in Deutschland?

Die Gefahr, dass Ebola nach Deutschland von Reisenden aus Afrika „importiert“ wird, ist sehr gering. Ein Ausbruch in Deutschland ist selbst dann nahezu ausgeschlossen, wenn einige Fälle bei uns auftauchen. In Deutschland werden sehr strenge Maßnahmen getroffen, damit einzelne Erkrankte das Virus nicht weiter übertragen. Etwaige Infektionsketten werden sofort unterbrochen, wie das RKI informiert.

Was muss ich bei Reisen nach Afrika beachten?

Informieren Sie sich vor einer Reise nach Afrika unbedingt auf der Webseite des Auswärtigen Amts zu möglichen Krankheiten in den entsprechenden Ländern und nehmen Sie Reisewarnungen ernst. Auch Ärzte und Gesundheitsämter helfen Ihnen bei individuellen Fragen weiter. Franziska Schlögl

*Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Quellen: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Ebola/Ebola.html; https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/ebola/; https://www.apotheken-umschau.de/Ebola

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