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Eine ausgekugelte Schulter ist augesprochen schmerzhaft und das Einkugeln mitunter abenteuerlich. Betroffene sollten sich vom Arzt behandeln lassen. Foto: Monique Wuestenhagen

Eine ausgekugelte Schulter keinesfalls selbst behandeln

Manche Menschen haben immer wieder mit einer ausgekugelten Schulter zu kämpfen. Betroffene sollten sich von einem Arzt behandeln lassen - es selbst zu versuchen, sei für Laien gar keine gute Idee.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Eine ausgekugelte Schulter ist ausgesprochen schmerzhaft und das Einkugeln mitunter abenteuerlich. Damit alles wieder dahin kommt, wo es hingehört, hat der Arzt mehrere Möglichkeiten.

Manchmal ist der Körpereinsatz eines Mediziners gefordert: Um eine Schulter wieder einzukugeln, drückt der Arzt bei einer Variante seine Ferse in die Achselhöhle des Patienten.

"Das kann man nicht einfach selbst machen, auch wenn man sich schon mehrmals die Schulter ausgekugelt hat", sagt Ingo Tusk, Chefarzt der Abteilung Sportorthopädie und Endoprothetik an den Frankfurter Rotkreuz-Kliniken. Die Schulter selbst wieder einzukugeln, ist generell keine Option, sagt Tusk. Zwar ist es wichtig, dass das Gelenk schnell wieder an seinen Platz gekugelt wird - allerdings vom Experten.

Selten ist die Verletzung nicht, sagt Tusk. "Die Ursache ist meistens traumatisch, fast immer passiert die Verletzung beim Sport." Bei manchen Sportarten ist die ausgekugelte Schulter ein richtiger Klassiker: Handballspieler haben besonders oft mit der Verletzung zu kämpfen. Doch auch beim Fußball, Reiten oder Kite-Surfen ist die ausgekugelte Schulter keine Seltenheit. "Immer dann, wenn der Arm verdrehen kann, besteht auch das Risiko zum Auskugeln."

Zwar ist das Schultergelenk sehr beweglich, dennoch ist die Gefahr des Auskugelns hier besonders hoch. "Die Gelenkpfanne ist verhältnismäßig klein", sagt Tusk. Gehalten wird das Gelenk durch Kapseln und Bänder, wie der Arzt erklärt. Diese können reißen, wenn der Arm verdreht, dann springt das Kugelgelenk aus der Pfanne.

Wer sich einmal die Schulter auskugelt, hat ein hohes Risiko, dass es wieder passiert. Das gilt besonders für Patienten unter 20 Jahren. Sie kugeln sich später eigentlich immer noch einmal die Schulter aus.

Nach dem Einkugeln gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt die Schulter operieren, was bei jüngeren Patienten empfohlen wird, oder setzt auf eine eher traditionelle Behandlung. Dabei wird der Arm mit einer Schlinge stabilisiert und für den Betroffenen heißt es Abwarten bis Bänder und Kapseln von allein zusammenwachsen, erklärt Tusk.

Vorbeugen kann man der schmerzhaften Verletzung, indem man sein Schultergelenk stabilisiert, erklärt Tusk. Eine Übung für alle gibt es nicht - die passende für die eigene Schulter findet man gemeinsam mit einem Physiotherapeuten.

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