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Was kann die elektronische Gesundheitskarte?

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Von: Philipp Mosthaf

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Die Chipkarten verschiedener Krankenkassen liegen am Dienstag (14.08.2012) in Berlin nebeneinander auf einem Tisch.
Chipkarten sind heutzutage nicht mehr wegzudenken. Hier erfahren Sie, was die elektronische Gesundheitskarte kann. © Robert Schlesinger/dpa/picture alliance

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist der einzige Nachweis, um Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen beanspruchen zu können. Hier finden Sie alle Infos.

Die Krankenversichertenkarte ist unter gesetzliche Versicherten seit jeher ein Begriff. Mit dem 1. Januar 2015 endete jedoch die Geschichte der Versichertenkarte. Sie wurde durch die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) abgelöst. Die elektronische Gesundheitskarte ist seitdem Pflicht, enthält sie viele und wichtige Informationen über die/den Versicherte/n. Zudem gilt die eGK als einziger Berechtigungsnachweis, um Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen beanspruchen zu können. Auch deshalb ergibt es Sinn, eine gesetzliche Krankenversicherung abzuschließen – und nicht privat*. Was die neue Gesundheitskarte sonst noch kann und wie sie auf Datenmissbrauch reagiert, lesen Sie hier.

Was kann die elektronische Gesundheitskarte?

Mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte soll die medizinische Versorgung verbessert und die Rolle der PatientInnen gestärkt werden. So werden auf der eGK Notfalldaten gespeichert, die Leben retten können. Auch der Medikationsplan wird auf der Gesundheitskarte hinterlegt, sodass lebensgefährliche Wechselwirkungen verhindert werden können. Im Zuge der elektronischen Gesundheitskarte wurde auch die elektronische Patientenakte eingeführt. Mit der ePA sind PatientInnen besser über Diagnosen und Therapien informiert.

Die Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte werden schrittweise seit Herbst 2020 eingeführt. Aktuell sind administrative Daten sowie Angaben zur Krankenversicherung gespeichert. Die eGK enthält zudem ein Lichtbild der Versicherten, Ausnahme stellen Kinder bis zum 15. Lebensjahr sowie Versicherte dar, die bei der Aufnahme eines Bilds nicht mitwirken können, wie zum Beispiel pflegebedürftige und immobile Menschen. Die Rückseite der eGK kann als „Europäische Krankenversicherungskarte“ verwendet werden. Somit ist eine unbürokratische Behandlung innerhalb der EU möglich.

Lesen Sie auch: Überblick über Krankenzusatzversicherungen: Wer einen Abschluss plant, sollte diese Regel beherzigen.*

Was bringt die elektronische Patientenakte?

Seit dem 1. Januar 2021 sind gesetzliche Krankenkasse dazu verpflichtet, ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte zur Verfügung zu stellen. Die ePA ist in verschiedenen Varianten erhältlich. Es können Daten und Informationen, wie zum Beispiel den Notfallplan, für die Versicherten bereitgestellt werden. In der Patientenakte können die Versicherten auch eigene Daten hinterlegen, wie zum Beispiel das Tagebuch zur Blutdruckmessung. Erfahren Sie hier, wieso Sie bei Bluthochdruck Ihre Tabletten nie morgens nehmen sollten. Über ein kompatibles Smartphone kann die ePA eingesehen werden.

Ist die elektronische Gesundheitskarte gegen Missbrauch geschützt?

Die Verwendung der eGK kann Missbrauch von Daten deutlich reduzieren. Der Grund ist die Online-Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte. Bei der ersten Anwendung werden die Daten auf der Gesundheitskarte mit den bei der Krankenkasse vorliegenden Daten verglichen. Haben die Versicherten also bei der Krankenkasse eine Änderung (Name, Adresse usw.) angegeben, so kann die elektronische Gesundheitskarte per Knopfdruck aktualisiert werden. So sparen die Krankenkassen nicht nur viel Geld, gleichzeitig können ungültige und gestohlene oder verlorene Gesundheitskarten viel besser erkannt werden. Mit Einführung der eGK wurde zudem ein sicheres Netz, das Telematikinfrastruktur, aufgebaut. Diese Infrastruktur ist so konstruiert, dass nur die Beteiligten aus dem Gesundheitswesen darauf Zugriff haben. Sie können Daten und wichtige medizinische Informationen schnell, sicher und praktikabel untereinander austauschen. Für den Zugriff bedarf es allerdings der Einwilligung der Patienten. WICHTIG: Jeder Patient entscheidet ganz allein, welche Daten auf der eGK und ePA gespeichert werden und wer darauf Zugriff hat.

Welche Vorteile haben die Notfalldaten und der Medikationsplan?

Mit den Notfalldaten können Patienten die Ärzte über alle relevanten Daten wie Allergien oder Vorerkrankungen informieren. Diese Notfalldaten werden jedoch nur auf der eGK gespeichert, wenn die Versicherten das wünschen. Auch Kontaktdaten eines im Notfall zu benachrichtigten Angehörigen können auf der elektronischen Gesundheitskarte hinterlegt werden. Im Notfall können Ärzte und Sanitäter dann auf die Daten auch ohne PIN-Eingabe zugreifen.

In Deutschland sterben immer noch viele Menschen durch unerwünschte Wechselwirkungen nach der Einnahme von Medikamenten. Auch hierbei kann die elektronische Gesundheitskarte helfen. Anhand des Medikationsplan auf der eGK sehen Ärzte sofort, welche Medikamente aktuell eingenommen werden. Von diesem Plan profitieren insbesondere ältere und chronisch kranke Menschen. Wie die Notfalldaten kann auch der Medikationsplan auf der eGK gespeichert werden. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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