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EM-Fieber: Jetzt steigt auch das Infarkt-Risiko

München - Erst der Portugal-Krimi, am Mittwoch der Knaller gegen Holland, dann Dänemark: Deutschland in der sogenannten Todesgruppe, das geht an die Nerven. Und ans Herz!

 Denn bei spannenden Fußballspielen mit deutscher Beteiligung steigt das Infarktrisiko deutlich. Im Schnitt um den Faktor 2,6 – für Männer mit Herzerkrankungen sogar um den Faktor 4! Rechnet man die Ergebnisse einer Münchner Studie hoch, müssen die Notaufnahmen in Deutschland während der Fußball-EM mit bis zu 9.500 zusätzlichen (!) kardialen Notfällen rechnen.

Gefährliche Spannung: Am höchsten lag die Infarktrate während der WM 2006 beim Spiel Deutschland gegen Argentinen (5). Zum Vergleich die Zahlen bei den anderen Partien gegen Costa Rica (1), Polen (2), Ecuador (3), Schweden (4), Italien (6), Portugal (7) und beim Finale Italien gegen Frankreich (8). Die blaue und gelbe Kurve zeigen den Vergleich zu den WM-freien Jahre 2003 und 2005

Das ergibt sich aus den Erkenntnissen, die ein Forscherteam um die Münchner Kardiologin Dr. Ute Wilbert-Lampen vom Klinikum Großhadern während der Fußball-WM in Deutschland durchgeführt hat. Die Herzspezialistin, die übrigens selbst begeisterter Fußballfan ist, empfiehlt deshalb Fußballfans mit Herzproblemen: „Gehen Sie noch einmal zu Ihrem Hausarzt, lassen Sie sich durchchecken und achten Sie darauf, dass Sie die verordneten Medikamente auch regelmäßig und in der richtigen Dosis nehmen.“ Außerdem rät die Ärztin, Beschwerden unbedingt ernst zu nehmen: „Brustschmerzen, Übelkeit und Kurzatmigkeit können Indikatoren für Herzprobleme sein. Treten sie auf, dann sollte man nicht zögern und umgehend die nächste Klinik aufsuchen. Das Gleiche gilt auch für Schmerzen im Kieferbereich, im Rücken, oder wenn das Herz unregelmäßig oder schnell schlägt.“ In die Studie, die während der Fußball-WM 2006 durchgeführt wurde, waren in und um München 24 Notfallstationen eingebunden. Ingesamt wurden in diesem Zeitraum 4279 Patienten wegen ernsthafter Herzprobleme behandelt – und damit deutlich mehr als zur selben Zeit in den Vergleichsjahren 2003 und 2005. Besonders auffällig: Die Patientenzahl stieg kurz vor, während und nach Spielen der deutschen Mannschaft deutlich an – besonders extrem, wenn’s spannend wurde, wie beim Elfmeterschießen gegen Argentinien.

Für Herzspezialisten ist der emotionale Stress, der über das Nervensystem Blutdruck und Herzfrequenz nach oben treibt, zwar kein klassischer Risikofaktor wie Rauchen. Kardiologin Ute Wilbert-Lampen hält es trotzdem für ratsam, Fußballfans für den Faktor Stress zu sensibilisieren. Ein Hamburger Kardiologe empfiehlt übrigens gefährdeten Fans: „Vermeiden Sie, sich unkontrolliert in höchste Gefühlslagen zu versetzen.“ Es sei besser, mit einer gewissen Distanz an die Sache heranzugehen. Fußball sei doch nur ein Spiel. Hat der eine Ahnung.

WdP

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