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Impotent nach Corona-Infektion? Urologe behandelt über 50 Männer mit Erektionsstörung

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Von: Juliane Gutmann

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Potenzprobleme können für Frust in der Beziehung sorgen. Oftmals stecken Krankheiten hinter einer Erektionsstörung.
Potenzprobleme können für Frust in der Beziehung sorgen. Oftmals stecken Krankheiten hinter einer Erektionsstörung. © Imago

Covid-19 könnte eine große Gefahr für die Männergesundheit bedeuten, so die Befürchtung eines Münchner Urologen. Er spricht von „signifikanten Erektionsstörungen“.

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann verschiedenste Auswirkungen haben. Die einen spüren rein gar nichts, andere wiederum berichten über grippeartige Symptome. Wieder andere erkranken schwer, leiden unter Atemnot und müssen im Krankenhaus künstlich beatmet werden. Forscher konnten bisher bereits coronabedingte Schäden an Lunge, Bauchspeicheldrüse oder Gefäßsystem nachweisen. Letzteres beunruhigt auch Urologen, die auf die Behandlung der Geschlechtsorgane des Mannes spezialisiert sind.

So können Gefäßentzündungen auch Erektionsstörungen zur Folge haben, wie der Münchner Urologe Axel-Jürg Potempa im Rahmen der Faktenfuchs-Inforeihe des Bayerischen Rundfunks (BR) informiert. Der Mediziner geht davon aus, dass bald mehr Männer mit Potenzproblemen nach einer Corona-Infektion in seine Praxis kommen werden. Bis heute hat er über 50 Patienten behandelt, „die sechs Monate nach abgelaufener Corona-Erkrankung eine signifikante Erektionsstörung entwickelten“, so Potempa BR24 zufolge.

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„Ob Erektionsstörungen im Zusammenhang mit Covid-19 wirklich robust belegbar sind, ich glaube, dafür ist es heute noch zu früh“, so die Einschätzung von Christoph Spinner, Infektiologe und Pandemiebeauftragter des Klinikums Rechts der Isar in München. Auch andere Mediziner weisen darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen Covid-19 und einer Erektionsstörung als Folge bisher nicht wissenschaftlich belegt werden konnte, wie der BR weiter informiert.

Indes berichtet die Arbeitsgruppe urologische Forschung über eine Pilotstudie US-amerikanischer Forscher, die sich mit dem Thema befasst haben. Ihnen zufolge kann Covid-19 eine endotheliale Dysfunktion in Organsystemen jenseits von Lunge und Niere verursachen. Die Funktionsstörungen der Blutgefäße, die aus einer Corona-Infektion resultieren, können auch zu Erektionsstörungen führen, wenn der Penis nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt wird, heißt es weiter. Repräsentativ ist die Pilotstudie, die nur zwei Probanden umfasst, allerdings nicht. Weitere Studien mit mehr Teilnehmern müssen folgen, um einen kausalen Zusammenhang zwischen einer Corona-Infektion und Erektionsstörungen zu belegen oder auszuschließen.

Erektionsstörung ausgelöst durch eine Corona-Infektion? Severin Rodler, Urologe am Klinikum der Universität München, zufolge gebe es „sehr, sehr gute Gründe, warum das der Fall sein könnte“, wie ihn der BR zitiert. Denn Erektionsstörungen würden häufig durch eine Gefäßschädigung entstehen, etwa durch Bluthochdruck oder Diabetes, heißt es weiter: „Genau diese Gefäßschädigung gibt es eben bei Covid-19 auch“, so Rodler. (jg)

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