Im Notfall

Erste Hilfe leisten während der Coronavirus-Pandemie: Diese Regel sollten Sie kennen

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Das Coronavirus ändert alles. Diesen Eindruck hat jeder. Doch das stimmt meist nur für die angenehmen Dinge im Alltag. Es gibt Notlagen, in denen Bürger nach wie vor verpflichtet sind zu helfen.

Das ist der Fall, wenn jemand schwer verletzt ist oder zusammenbricht und auf fremde Hilfe angewiesen ist. Daran ändert auch das neue Abstandsgebot im Prinzip erst einmal nichts. Allerdings verändert sich die Art und Weise, in der man dieser Pflicht zur Ersten Hilfe nachkommen muss. Darauf weist der BRK-Kreisverband München in einer Pressemitteilung hin. Die enthält folgende Tipps zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus*: 

Jede und jeder kann und muss im Maße der Zumutbarkeit und ohne erhebliche eigene Gefahr Hilfe leisten. „Die gesetzliche Pflicht zur Ersten Hilfe besteht auch trotz des Risikos einer Ansteckung, jedoch gibt es in der aktuellen Situation einige Besonderheiten“, sagt Dr. Frithjof Wagner, Chefarzt des Bayerischen Roten Kreuzes Kreisverband München und gibt hilfreiche Tipps.

Erste Hilfe in Zeiten der Coronavirus-Pandemie: Wichtige Verhaltensregeln

1. An erster Stelle steht immer die eigene Sicherheit, gerade jetzt, da mit der Ansteckungsgefahr ein zusätzliches Risiko besteht. Wenn möglich, sollte der Mindestabstand von 1,50 Meter gewahrt werden, dies liegt jedoch im Ermessen der helfenden Person. Wenn näherer Kontakt notwendig ist, zum Beispiel bei Verletzungen, sollten Mund und Nase der hilfebedürftigen Person mit einem Tuch abgedeckt und auch das eigene Gesicht geschützt werden.

2. Unabhängig von der Distanz ist es auch eine wesentliche Erste Hilfe, wenn immer möglich, den Notruf 112 anzurufen und mit dem Betroffenen zu kommunizieren: beruhigen, darüber informieren, dass Hilfe unterwegs ist, und so lange bleiben, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. 

3. Bei einem Herz-Kreislaufstillstand* sollte in der aktuellen Situation auf die Mund-zu-Mund-Beatmung verzichtet und nur die Herzdruckmassage durchgeführt werden (100- 120 Mal pro Minute) – und zwar solange, bis der Rettungsdienst übernimmt. 

4. Die Helferin oder der Helfer sollte den Einsatzkräften die eigenen Kontaktdaten geben, um erreichbar zu sein, für den Fall, dass bei der betroffenen Person nachträglich eine infektiöse Erkrankung festgestellt wird. 

5. Menschen, die zu einer Risikogruppe* zählen, sollten grundsätzlich zu Hause bleiben. Werden sie dennoch draußen Zeuge eines Notfalls, müssen sie abwägen, ob Hilfeleistungen an Fremden unter Rücksichtnahme auf die eigene Sicherheit möglich sind. 

6. Ein Risikopatient mit Symptomen sollte an einem Patienten keine direkte Erste Hilfe leisten, sondern sich auf die Organisation der Hilfe beschränken und den Notruf 112 wählen.

Mehr zum ThemaZuerst am Unfallort? Das müssen Sie jetzt tun.

*Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © BRK-Kreisverband München

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