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Dr. Karsten Wurm

FAQ Osteoporose

In einer Telefonsprechstunde gab der Kasseler Orthopäde Dr. Karsten Wurm zahlreichen Patienten Rat und Therapievorschläge zum Thema "Osteoporose". Im Folgenden eine Auswahl repräsentativer Fälle:

Frau R. , 82 Jahre: Seit zirca zwölf Jahren ist bei ihr Osteoporose diagnostiziert. Sie erlitt vier Knochenbrüche im Bereich der Wirbelsäule und  bekommt Osteoporosemedikamente. In den letzten Monaten hat sie zunehmende Schmerzen im Kreuz. Unter lokalen Spritzen beim Orthopäden trat kurze Linderung ein. Die Patientin hat sußerdem Depression und Morbus Parkinson, diesbezüglich bekommt sie regelmäßig Krankengymnastik. Sie stürzt jedoch häufig. Röntgenaufnahmen wurden zuletzt vor vielen Jahren gemacht. Frau R. Fragt, wie es weitergehen soll.
Dr. Karsten Wurm: "Ich empfehle Röntgenaufnahmen zum Ausschluss neuer Knochenbrüche, wenn dies der Fall sein sollte, müsste eventuell die Medikation bezüglich Osteoporose umgestellt werden. Vermutlich sind jedoch die Beschwerden verschleißbedingt, so dass Schmerzmittel und Krankengymnastik die Mittel der Wahl wären. Unbedingt sollten weitere Stürze vermieden werden."

Frau G., 84 Jahre: Sie hat bereits seit mehreren Jahren Rückenschmerzen, war zuletzt beim Röntgen, die Knochen wären sehr gläsern. Bisher bekommt sie von ihrem Orthopäden lediglich Kalzium. Es gibt Wirbelbrüche im Bereich der Brustwirbelsäule. Sie hat verstärkte Schmerzen in den letzten Monaten, erhält Linderung unter Diclofenac und Morphium. Die Knochendichtemessung hätte eine Osteoporose gezeigt. Frau G. fragt nach dem weiteren Vorgehen.

Dr. Karsten Wurm: "Die verminderte Knochendichte und die bereits stattgehabten Wirbelbrüche zeigen eine schwere Osteoporose, so dass die alleinige Gabe von Kalzium eventuell auch mit Vitamin D nicht ausreicht. Deshalb sollten zunächst nach Gesamtschau der Befunde, insbesondere Laborwerte und letzte Knochendichtemessungen, ein geeignetes Mittel gegen die Osteoporose gefunden werden. Des Weiteren sollte die Ursache für die Rückenschmerzen gefunden werden, die vermutlich verschleissbedingt sind."

Frau E., 61 Jahre: Ihre Mutter hatte Osteoporose, jedoch keine Schenkelhalsfraktur. Sie hat sich die Knochendichte vor zwei und vor einem Jahr messen lassen. In diesem Zeitraum nahm sie regelmäßig Kalzium und Vitamin D ein. Sie ist enttäuscht über eine Verschlechterung der Knochendichte, der T-Wert läge jetzt bei -2,5 beziehungsweise -2,8 Standardabweichungen. Es bestünden keine Risikofaktoren bezüglich Osteoporose. Sie fragt nun nach vorbeugenden Maßnahmen.

Dr. Karsten Wurm: Aufgrund fehlender klassischer Risikofaktoren für Osteoporose gibt es derzeit keine Notwendigkeit einer speziellen Medikation gegen Osteoporose. Das Risiko für Komplikationen in Form von Knochenbrüchen liegt unter 10 Prozent. Kalzium und Vitamin D sollten konsequent fortgeführt werden. Verlaufskontrollen der Knochendichtemessungen sind in aller Regel nur in zweijährigen Abständen sinnvoll und dann erst ausreichend interpretierbar. Der Sport sollte unbedingt regelmäßig fortgeführt werden.

Frau G., 79 Jahre: Sie hat eine schwere Osteoporose seit vielen Jahren. Derzeit nimmt sie Fosamax seit zirka vier Jahren, Kalzium und Vitamin D. Bisher hatte sie Brüche des Handgelenkes, der Schulter und eines Brustwirbels - immer im Rahmen eines Sturzes, zuletzt im Dezember. Der Unfallmechanismus ist ihr nicht sicher erinnerlich, daher fragt sie, was sie noch machen könne.

Dr. Karsten Wurm: "Im Vordergrund steht derzeit die Abklärung des erhöhten Sturzrisikos beim Hausarzt, bei muskulären Defiziten bietet sich zum Beispiel das Training auf einer Vibrationsplattform ein. Kalzium und Vitamin D sollte auf Lebenszeit genommen werden, Fosamax in Abhängigkeit des Risikos für neue osteoporosebedingte Brüche nach Rücksprache mit dem behandelnden Osteologen."

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