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Smartphone oder Trimm-Dich-Pfad? Die Fitness-App "Freeletics" gibt Kraft- und Ausdauerübungen vor, für die man kein Fitnessstudio braucht. Foto: Sebastian Kahnert

Fitness boomt und wird zunehmend digital

Die Digitalisierung hat auch die Sportartikelbranche erreicht. Mit Fitness-Apps oder tragbaren Überwachungsgeräten kämpfen Nike, Adidas & Co um Kunden. Neue Impulse kommen auch von den Tech-Herstellern - und von den Nutzern selbst.

Frankfurt/Main (dpa) - Längst reicht es für Sportartikelhersteller nicht mehr aus, nur hippe Schuhe, Shirts oder Hosen zu entwerfen. Die Digitalisierung ist auch in der Fitnesswelt in vollem Gange.

Online-Sportstudios locken mit Work-Outs im heimischen Wohnzimmer, Fitness-Apps finden Zugang auf immer mehr Handys und tragbare Messgeräte zur Fitnessüberwachung können inzwischen weit mehr als nur den Herzschlag messen.

"Fitnessinhalte per Smartphone, Tablet oder Smart TV abzurufen, ist mittlerweile für viele Verbraucher selbstverständlich", sagt Karsten Hollasch, Partner beim Marktforschungsinstitut Deloitte. Auf der Beliebtheitsskala rangierten Fitness-Apps weit oben und auch der Markt für tragbare Messgeräte wachse.

Der Verkauf dieser sogenannten Wearables, wie Armbänder oder Uhren, die zurückgelegte Distanzen messen oder Kalorien zählen, wird rasant steigen, ist auch das Marktforschungsinstitut IDC überzeugt. Als weltweit führend bei den Wearables gilt derzeit das US-Unternehmen Fitbit. Doch auch der Apple-Watch trauen Experten noch viel zu.

Die Sportkonzerne mischen bei dieser Entwicklung ebenfalls mit, Branchenführer Nike sogar schon recht lange. Das US-Unternehmen hat seit 2012 mit dem "Fuelband" ein eigenes Fitnessarmband am Start. Inzwischen konzentriert sich der Konzern aber stärker auf die Entwicklung von Software, über die er sich mit seinen Kunden besser vernetzen kann. Gemeinsame Sache macht Nike dabei mit Partnern aus der Technologiebranche, insbesondere mit Apple, auf dessen Uhr die Lauf-App Nike+ installiert werden kann.

"Die digitalen Erfahrungen werden immer stärker auch die Entwicklung unserer Produkte bestimmen", sagt Nike-Chef Mark Parker. Um die tragbaren Messgeräte herum sind sowohl bei Nike als auch bei der Konkurrenz ganze Fitness-Plattformen entstanden, auf denen sich die Nutzer austauschen können, ihre Trainingsfortschritte sehen, sich Ernährungstipps oder Anregungen für das nächste Workout holen. Auch wird bereits daran getüftelt, wie man Technik stärker in die Sportausrüstung einbinden kann, etwa durch eingebaute Chips in den Schuhen oder Sensoren in der Kleidung.

Experten wie Sam Poser, Analyst beim Finanzdienstleister Sterne Agee, sehen in der digitalen Aufrüstung der Sportartikler ein Mittel zum Zweck: Es gehe darum die Marke zu stärken, Kunden zu binden und letztendlich darum, mehr Sportartikel zu verkaufen.

Das weiß auch Nike-Konkurrent Adidas, der mit seinem Fitnesssystem MiCoach am Start ist. "Wir müssen sowohl die Kaufgewohnheiten und den Fitnesszustand der Konsumenten kennen als auch ihre Motivation für den Sport, ihre Ziele, Orte, an denen sie sportlich aktiv sind und ihren Lebensstil verstehen", beschreibt Adidas seine Strategie. Anfang August übernahm Adidas Runtastic, einem Anbieter von Fitness- und Gesundheitsapps, an dem die Franken bislang nur beteiligt waren. Die 70 Millionen registrierten Nutzer sind ein wahrer Schatz an Kundendaten für Adidas. Und der US-Konzern Under Armour plant, die weltweit größte Fitness-Community aufzubauen.

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