Modetrend

Zu kurze Hose oder gehört das so? Freie Knöchel auch bei kalten Temperaturen – so gesund ist "Flanking"

  • Juliane Gutmann
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Vor allem bei Jüngeren sieht man sie häufig: Hosen, die oberhalb der Knöchel enden. Wer den Trend mitmacht, riskiert kalte Füße. Ein Mediziner verrät, was er von „Flanking“ hält.

Man braucht nicht lange suchen, um sie zu finden: die Anhänger des "Flanking"-Modetrends. Die Wortneuschöpfung setzt sich zusammen aus den englischen Worten "flashing" (zu deutsch aufblitzen) und "ankle" (zu deutsch Knöchel). Dabei sind "aufblitzende Knöchel" nichts Neues: Bereits seit einigen Jahren setzt sich der Modetrend durch.

Doch wie gesund ist es, wenn man zu kurze Hosen trägt und dazu noch Turnschuhe? Im Sommer kein Thema, doch wenn im Herbst und Winter die Temperaturen fallen und auch im Frühling noch klirrend kalt sein können, riskieren "Flanking"-Träger kalte Füße. Hier gehen die Meinungen auseinander: Wo die einen für mehr Abhärtung* plädieren, sind andere strikt dagegen, sich im Winter zu luftig anzuziehen. Zwei Experten verraten, worauf Sie achten müssen.

Haut zeigen im Winter härtet ab: Mediziner hat eindeutige Meinung

"Knöchel zeigen bei niedrigen Temperaturen härtet ab", zitiert das Schweizer Portal 20 Minuten den Facharzt für Allgemeine Innere Medizin Tomasz Bugaj. Wir würden dazu neigen, uns im Winter zu warm anzuziehen: "Durch die entblößte Körperstelle gewöhnen wir uns besser an das Spiel zwischen Kalt und Warm und halten auf die Dauer mehr aus". Doch der Mediziner warnt, dass man dem "Flanking" nur frönen sollte, solange es draußen trocken ist. Bei Schnee und Nässe würde der Wärmeverlust zu arg ansteigen.

Hochgekrempelte Hose und Sneaker: Der Modetrend "Flanking" hält sich schon seit Jahren - auch im Winter.

Genau der ist es, der uns empfänglicher für Viren und Bakterien macht. Kälte allein macht zwar nicht anfälliger für Krankheiten, allerdings schwächt Unterkühlung unser Immunsystem, das Krankheitserreger in Folge nicht mehr so gut abwehren kann. Der Krankenkasse ikk classic zufolge führe eine Unterkühlung der Füße dazu, dass die Durchblutung der Nasenschleimhäute eingeschränkt wird. Infolge trocknen diese aus und können Erkältungsviren nicht mehr effektiv abwehren. Somit gebe es eben doch einen Zusammenhang zwischen kalten Füßen und einer Erkältung, so die ikk classic.

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"Flanking"-Trend nicht nachmachen bei schlechter Abwehr

Werner Heuking, Sprecher des Apothekerverbandes Nordrhein, fasst es so zusammen: „Es ist nicht so wichtig, ob Ihre Knöchel frei liegen im Winter, sondern wie es um Ihre persönliche Widerstandskraft bestellt ist“, wie der WDR berichtete. Wer gesund sei, brauche sich nicht einpacken wie ein Eskimo. Auch der „Flanking“-Trend sei entsprechend nicht weiter problematisch, wenn man eine gute Abwehr hat. Die ikk classic fasst es so zusammen: „Ein guter Rat ist also, auf den eigenen Körper zu hören: Wer friert, sollte nicht mit nackten Knöcheln rumlaufen, sondern warme Socken und Schuhe tragen“.

Mit diesen Tipps stärken Sie Ihre Abwehr:

  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf.
  • Viel Gemüse und Obst: Ernähren Sie sich ausgewogen.
  • Regelmäßige Bewegung stärkt die körpereigene Abwehr.
  • Reduzieren Sie Stress, etwa durch Yoga.

Auch eine Grippeschutzimpfung ergibt in vielen Fällen Sinn. Wer sich impfen lassen sollte, erfahren Sie hier. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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