+
Bei den regelmäßigen Sporteinheiten sollte auch die Beweglichkeit genügend trainiert werden. So bleiben die Muskeln lang und die Gelenke geschmeidig. Foto: Sophia Kembowski

Flexibilitätstraining - Beweglichkeit gehört zur Fitness

Mit dem täglichen Workout wollen die meisten mehr Kraft und eine bessere Kondition erlangen. Doch wie steht es um die Beweglichkeit? Warum Flexibilität in den Muskeln und Gelenken wichtig ist, erklärt Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Köln (dpa-infocom) - War es als Kind noch völlig normal mit den Fingerspitzen den Boden zu berühren, so fällt es einem mit 20 oder 30 Jahren schon deutlich schwerer. Viele trainieren regelmäßig Kraft und Ausdauer. Doch zu einer guten Fitness gehört auch ausreichend Beweglichkeit.

Unsere Muskeln sind anspruchsvoll und brauchen immer ein Rund-um-Pflegeprogramm. Dabei kommt es nicht nur auf ihre Kraft, sondern auch auf ihre Beweglichkeit an. "Wer nur Kraft trainiert, hat möglicherweise Defizite in der Dehnfähigkeit. Die Muskeln müssen flexibel und lang sein", sagt Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Mit regelmäßigem Flexibilitätstraining erhalten wir die Länge der Muskeln, und die Gelenke können reibungslos laufen. Nur so bleibt die Mobilität in jedem Lebensalter erhalten. "Denn nicht erst im fortgeschrittenen Alter ist eine gute Flexibilität wichtig. Wer will beispielsweise mit 40 Jahren bereits erste Schwierigkeiten beim Schuhe anziehen bekommen, weil die Körperrückseite zu unbeweglich ist?", fragt der Gesundheitsexperte.

Um die eigene Beweglichkeit zu testen, braucht es nur einen Zollstock. "Es wird sich mit geschlossenen Beinen und gestreckten Knien aufrecht hingestellt. Das Null-Ende des Zollstocks reicht auf den Boden. Nun beugt man sich nach vorn und versucht den Boden zu berühren. Die Fingerspitzen fahren dabei am Zentimetermaß hinab", erklärt Froböse. Im Anschluss kann der Abstand zum Boden vom Zollstock abgelesen werden. Wer den Boden erreicht oder 10 Zentimeter davor bleibt, hat eine gute Beweglichkeit der Körperrückseite. 10 bis 30 Zentimeter bis zum Boden liegen noch im durchschnittlichen Bereich. Personen, die jedoch nicht näher als 30 Zentimeter an den Fußboden heranreichen, sollten mit gezielten Übungen an der Beweglichkeit arbeiten.

Dazu gibt es zwei Methoden. Bei der aktiven Dehnmethode werden kleine schwingende Bewegungen durchgeführt, die sich nach und nach vergrößern. Pro Dehnpartie werden etwa 15 bis 20 rhythmische, langsame Bewegungen ausgeführt. Die passive Dehnmethode kennen die meisten unter dem Begriff "Stretching". Dabei nimmt man langsam eine Dehnposition ein und behält sie eine Weile (15 bis 20 Sekunden) bei. "Welche Dehnmethode die bessere ist, muss jeder für sich selbst ausprobieren und entscheiden. Da gibt es keine verallgemeinerbare Aussage", weiß Froböse.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kind nach neun Jahren symptomfrei: Heilung von HIV in Sicht?
Ist die Heilung von HIV in Sicht? Einer Studie zufolge zeigt ein mit dem HI-Virus geborenes Kind keinerlei Symptome mehr - obwohl sie keine Medikamente nimmt.
Kind nach neun Jahren symptomfrei: Heilung von HIV in Sicht?
Unglaublich: Das kann passieren, wenn Sie nie frühstücken
Eine Chinesin klagte über Bauchschmerzen - am Ende hatte sie 200 Gallensteine in Ihrem Körper. Ihr Arzt glaubt, weil sie nie gefrühstückt hat. Stimmt das?
Unglaublich: Das kann passieren, wenn Sie nie frühstücken
Demenzkranken mit kleinen Hilfen den Alltag erleichtern
Räumliche Veränderungen sind eine Herausforderung für Demenzkranke und deren Angehörige. Sie sollten daher möglichst behutsam vorgenommen werden. Doch was kann man tun, …
Demenzkranken mit kleinen Hilfen den Alltag erleichtern
Sensation: HIV-Infizierte neun Jahre nach Ende von Behandlung ohne Symptome
Neue Hoffnung im Kampf gegen Aids: Ein mit dem HI-Virus geborenes Mädchen zeigt seit fast neun Jahren keinerlei Krankheitsanzeichen.
Sensation: HIV-Infizierte neun Jahre nach Ende von Behandlung ohne Symptome

Kommentare