+
Parkinson ist eine unheilbare Nervenkrankheit. Zitternde Hände sind das bislang eindeutigste Symptom.

Erster Schritt zur Frühdiagnostik?

Forschungs-Erfolg? Schottin (65) kann Parkinson riechen

Parkinson frühzeitig erkennen? Für eine Frau aus Schottland kein Problem. Sie riecht die Nerven-Krankheit am Patienten. Für Mediziner könnte dieses Phänomen Gold wert sein.

Wie mehrere Medien berichten, kann eine Frau aus Schottland die Krankheit Parkinson nicht sehen, sondern riechen. Vor 20 Jahren sei ihr inzwischen verstorbener Mann an Parkinson erkrankt. "Sein Geruch hat sich damals sehr dezent verändert - es war ein moschusartiger Geruch", sagte die Frau dem amerikanischen Nachrichtensender BBC. Dass sie tatsächlich die ausgebrochene Krankheit ihre Mannes roch, wurde Milne erst bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung mit anderen Parkinson-Patienten klar - die rochen ebenfalls nach Moschus.

Mittlerweile sind von Milnes außergewöhnlicher Fähigkeit auch Wissenschaftler überzeugt. Die nämlich machten mit der Frau ein Experiment: Sechs Menschen mit Parkinson, sechs ohne. Milne sollte erriechen, wer krank, wer gesund ist. Bei elf der zwölf Personen lag sie richtig - ein beeindruckendes Ergebnis, das acht Monate später sogar noch nach oben korrigiert wurde. Die zum Zeitpunkt des Experiments noch für gesund befundene Person erkrankte schließlich auch an Parkinson. Milne roch die Krankheit sozusagen voraus.

Frühdiagnostik bei Parkinson?

Daraufhin beschlossen die Wissenschaftler, dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Vor kurzem haben sie an den Universitäten Edinburgh, Manchester und London eine größere Studie mit 200 Probanden angelegt, um endgültig zu beweisen: Parkinson kann am Geruch erkannt werden.  Und diese Erkenntnis wiederum könnte ein Meilenstein in Sachen Früherkennung von Parkinson ins Rollen bringen. Warum? Die schottischen Wissenschaftler gehen davon aus, dass Parkinson den Hauttalg verändert, dadurch der strengere Geruch entsteht. Des Rätsels endgültige Lösung wäre ein Testverfahren, das die Hautveränderungen erkennt. So könnte man Parkinson frühzeitig und ganz ohne ausgeprägten Geruchssinn erkennen. Denn bislang kann die Krankheit einzig und allein durch das für Parkinson typische Zittern diagnostiziert werden - und damit erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium.

Parkinson - eine rätselhafte Krankheit

Parkinson - eine Gefahr im Straßenverkehr

Parkinson-Patient schreibt ein Buch

mm/tz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mehr Zuckerkranke als vermutet - deutliches Ost-West-Gefälle
Früher war Diabetes eine Erkrankung der Reichen. Heute gilt sie in Deutschland als Risiko für sozial Schwache. Es gibt mehr Zuckerkranke als gedacht - besonders im Osten …
Mehr Zuckerkranke als vermutet - deutliches Ost-West-Gefälle
Warum Schutz vor Zecken immer wichtig ist
Sie sind klein, leben im Grünen und saugen sich gerne mit Blut voll. Zecken können dem Menschen ganz schön gefährlich werden. Doch wer ein bisschen aufpasst, kann sich …
Warum Schutz vor Zecken immer wichtig ist
Stand-up-Paddler zeigen Yoga und Fitness auf dem Board
Stand-up-Paddling ist eine wacklige Angelegenheit. Nach den Vorstellungen einer Initiative soll künftig auf dem Brett aber nicht nur gepaddelt werden.
Stand-up-Paddler zeigen Yoga und Fitness auf dem Board
Wann eine Samenspende infrage kommt
Fehlt der Partner oder ist er erkrankt, kann der Kinderwunsch oft nur durch eine Samenspende erfüllt werden. Doch was passiert mit der Spende und wie läuft die spätere …
Wann eine Samenspende infrage kommt

Kommentare