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Neue Erkenntnisse zu Herzfehlern bei Frauen

Berlin - Eine angeborener Herzfehler, wie die Fallot'sche Tetralogie, ist schon schlimm genug. Noch schlimmer wird es, wenn Patienten zu spät behandelt werden. Eine Studie ergab nun neue Erkenntnisse.  

Die Fallot-Tetralogie, ein angeborener Herzfehler, muss bei Männern und Frauen unterschiedlich behandelt werden: Eine Studie ergab, dass die Therapie bei Frauen oft zu spät einsetzt. Die Krankheit verlaufe bei ihnen anders, sie müssten oft früher ein weiteres Mal operiert werden, erklärte Samir Sarikouch von der Medizinischen Hochschule Hannover, Leiter der Untersuchung. Würden solche Reoperationen zu spät durchgeführt, könne dies zu Herzinsuffizienz oder Herzversagen führen, betonte er.

Frauenherzen sind kleiner

Die Forscher untersuchten in der prospektiven Studie mehr als 400 Patienten mit Fallot-Tetralogie an 14 Herzzentren in Deutschland und erhoben geschlechtsspezifische Referenzwerte für diesen Herzfehler. Die Daten zeigen, dass bei einer Normierung auf einheitliche Körpermaße Frauenherzen kleiner sind als Männerherzen und dass die körperliche Belastbarkeit der Frauen mit Fallot-Tetralogie deutlich geringer ist als die der Männer.

“Wir haben bei den angeborenen Herzfehlern bisher vernachlässigt, dass Frauenherzen anders behandelt werden müssen als Männerherzen“, sagte Sarikouch. Die Richtlinien für Reoperationen bei der Fallot-Tetralogie müssten überarbeitet werden und künftig das Geschlecht berücksichtigen. Die Untersuchung erschien in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes “Circulation: Cardiovascular Imaging“.

Rund 15.000 Menschen betroffen

In Deutschland leben rund 15.000 Menschen mit einer Fallot-Tetralogie. Dabei weist das Herz eine Verengung im Ausflusstrakt des rechten Herzens, ein Loch in der Herzscheidewand, eine Verlagerung der Hauptschlagader sowie eine Verdickung der rechten Herzkammer auf. Betroffene Babys kommen mit einem bläulichen Hautton zur Welt und werden deshalb gerne “blue babies“ gennant.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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