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FSME und Borreliose: Diese "Super-Zecke" überträgt auch andere gefährliche Krankheiten.

FSME und Borreliose: Schon jetzt vor Zecken schützen?

Fünf neue FSME-Risikogebiete in Bayern: Auch neue "Super-Zecke" wurde gesichtet

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Mehr FSME-Risikogebiete und damit mehr FSME- und Borreliose-Fälle? Experten erwarten 2019 mehr Zecken als je zuvor - und eine neue Zeckenart als Überträger gefährlicher Krankheiten.

Wer denkt, dass Zecken erst im Sommer zuschlagen, ist auf dem Holzweg. In Franken wurde die Zecken-Saison 2019 bereits im März ausgerufen. Experten gehen davon aus, dass sie noch katastrophaler werden könnte als die Zecken-Saison 2018.

FSME durch Zeckenbiss - fünf neue FSME-Risikogebiete 2019

Diese war dem Portal Ökotest zufolge schlimmer als je zuvor. Die Zeckendichte war hoch wie nie und überdurchschnittlich viele Menschen erkrankten an Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Verursacht wird die Hirnhautentzündung durch den FSME-Virus, der von Zecken übertragen wird. Laut Robert Koch-Institut (RKI) waren es im letzten Jahr 583 FSME-Fälle - und diese Zahlen könnten 2019 noch höher ausfallen.

So erweitert das Robert Koch-Institut seine Übersicht über FSME-Risikogebiete in diesem Jahr um fünf neue Landkreise, dazu zählen Garmisch-Partenkirchen, Kaufbeuren, Landsberg am Lech, Emsland und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Hier geht's zum Überblick über die FSME-Risikogebiete in Deutschland.

Zecken sogar ganzjährig aktiv

Mit dem Emsland in Niedersachsen ist damit erstmals ein Landkreis in Norddeutschland betroffen. Doch warum breiten sich Zecken immer weiter aus? Der Grund dafür liegt im milden Klima: Dieses hat für Wirtstiere der Zecke wie Mäuse oder Ratten die Folge, dass sie ausreichend Futter finden und sich deshalb gut vermehren können. Das wiederum bedeutet mehr Nahrung in Form von Blut für Zecken, was unter anderem die Frankfurter Rundschau berichtete.

Zecken werden Ökotest zufolge ab einer Temperatur von etwa acht Grad aktiv. Wird diese Temperatur ein paar Tage in Folge erreicht, erwachen die Spinnentiere aus ihrer Winterstarre. Die milden Winter in den letzten Jahren führten sogar dazu, dass die kleinen Blutsauger ganzjährig aktiv waren, wie die Uni Hohenheim bereits 2016 herausfand.

Video: Zeckenalarm - Aufmerksamkeit nach Waldbesuchen

Bin ich mit Borreliose infiziert? Diese Symptome weisen auf eine Borreliose-Infektion hin.

Neben FSME und Borreliose: "Super-Zecke" kann tödliche Krankheit auslösen

Das Problem daran: Zecken können nicht nur den gefährlichen FSME-Virus, sondern auch Borreliose - auch Lyme-Borreliose genannt - übertragen. Diese Krankheit wird durch ein Bakterium namens Borrelia burgdorferi ausgelöst. Typisches Symptom ist die sogenannte Wanderröte, eine ringförmige Hautröte, die in der Mitte blasser ist als am Rand.

Sorgen macht Medizinern auch eine neue Zeckenart, die weitere - tödliche - Krankheiten übertragen kann. Die Hyalomma-Zecke, die eigentlich in Südeuropa, Asien und Afrika heimisch ist - wurde in den vergangenen Jahren immer wieder in Deutschland beobachtet. Ihren Namen "Super-Zecke" hat sie wegen ihrer Größe erhalten: Die Hyalomma-Zecke kann fünfmal so groß werden wie die in Deutschland heimische Zecke (auch Holzbock genannt). Sie ist durch ihre gestreiften, behaarten Beine sehr auffällig und jagt so manchem auch wegen ihrer Schnelligkeit einen Schauer über den Rücken.

Die Hyalomma-Zecke kann dem RKI zufolge das Krim-Kongo-Virus übertragen, dass das bisweilen tödliche Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber (CCHF) auslösen kann. Im Jahr 2018 wurden 19 Exemplare der tropischen Zeckenart in acht deutschen Bundesländern gefunden. Allerdings trug keine der Zecken gefährliche Krankheitserreger in sich. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Zecke in Deutschland langfristig ansiedeln kann, so das RKI.

Sind Sie gegen FSME geimpft?

Lesen Sie auch: DerZecken-Virus ist zurück. Im Landkreis Freising hat es den ersten FSME-Fall des Jahres gegeben. Der Landkreis ist Risikogebiet, viele Personengruppen sind gefährdet.

Mehr zum Thema: Darum sollten Sie sofort zum Arzt, wenn ein Zeckenbiss juckt.

Weiterlesen: Weiße, rote, schwarze Zecke: Das sagt die Farbe über ihre Gefahr aus.

jg

Aufgepasst: Das sind die acht häufigsten Irrtümer über Zecken

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Kommentare

HundlingvonSendlingAntwort
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Na dann

bigfootAntwort
(0)(0)

Ich bin noch keine 60, habe etliche Zeckenbisse in jedem Jahr.
Manchmal finde ich die Zecke auch erst sehr spät, dann hat sie sich schon voll gesogen.
Bislang habe ich keine Folgen gemerkt

ProxyAntwort
(0)(0)

Ich bin über 60 und habe in meinem Leben erst einmal einen Zeckenbiss gehabt. Das hat mir gereicht, denn es hat 1 Jahr gedauert, bis die Wunde verheilt war. Ich habe ihn sogar extra einer Hautärztin gezeigt. Bin eigentlich jeden Tag 2 mal 1 Stunde im Wald unterwegs. Ich hoffe, Sie wissen, welche Folgen Zeckenbisse haben können.