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Gebärmutterhalskrebs: Ein Test soll bei Früherkennung helfen

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Von: Tanja Koch

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Auch beim Cobas-Test zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge ist ein Abstrich nötig.
Auch beim Cobas-Test zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge ist ein Abstrich nötig. © matej kastelic/Imago

Das Pharmaunternehmen Roche bringt einen Test auf den Markt, der dafür sorgen soll, dass mehr Gebärmutterhalskrebs-Erkrankte geheilt werden können.

Basel – Etwa 80 Prozent aller sexuell aktiven Frauen infizieren sich in Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit HPV, ein Virus, das Gebärmutterhalskrebs auslösen kann. Das erklärt das Robert-Koch-Institut. Wird Gebärmutterhalskrebs früh erkannt, ist er in vielen Fällen heilbar. Doch gerade in Ländern mit geringem Einkommen erfolgt die Diagnose oft zu spät.  Von schlechtem Zugang zu den Programmen, schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit bis hin zu Schamgefühlen – es gebe viele Ursachen dafür, dass Frauen Vorsorge-Programme für Gebärmutterhalskrebs nicht wahrnehmen, erklärt das Pharmaunternehmen Roche laut handelszeitung.ch.

In Deutschland gehört zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge der Pap-Abstrich. Doch dieser erkennt keine HP-Viren, sondern Zellveränderungen. Das kann zu Fehldiagnosen und übersehenen Infektionen führen.

Gebärmutterhalskrebs-Test von Roche erkennt Viren statt nur Zellveränderungen

Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche bringt nun einen weiteren Test auf den Markt: „Cobas“ weist die gefährlichsten Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 einzeln aus, wie Roche auf der Website zu der Innovation erklärt. Insgesamt erkennt der Test mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Nukleinsäure-Hybridisierung zur spezifischen Genotypisierung 14 Hochrisiko-HP-Viren. Der zeitliche Aufwand bei den Tests sei gering, erklärt Roche. Lediglich 1 Milliliter Probe müsse durch den Abstrich gewonnen werden.

Ausgewertet werden, können die Tests auf den Systemen Cobas 4800, 6800 und 8800 – jene Geräte, die auch für Corona-Tests genutzt werden. Wie Verwaltungsratspräsident Christoph Franz laut handelszeitung.ch kürzlich im Gespräch mit Journalisten erklärte, stärkte Roche seine Präsenz mit den Geräten von 600 bis 800 vor der Pandemie auf nun 1900. Eine breite Anwendung der Cobas-HPV-Tests könnte deshalb wohl schnell umsetzbar sein.

Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs auslösenden HP-Viren

Neben regelmäßigen Abstrichen gehört zur HPV-Vorsorge auch eine Impfung, die das Risiko senkt. Diese ist seit 2017 für Mädchen Kassenleistung, seit 2018 auch für Jungen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie im Alter von 9 bis 14 Jahren. Eine Auswertung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen für die Jahre 2014 bis April 2021 zeigt: Nur knapp die Hälfte aller Mädchen in Hessen sind gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft sowie 18 Prozent der Jungen. Der Cobas-Test von Roche dürfte also nicht nur in Ländern mit geringem Einkommen, sondern auch in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Krebsprävention leisten. (Tanja Koch mit dpa)

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